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Erstmals Steak aus Zellkulturen produziert

© Aleph Farms

Das israelische Start-Up Aleph Farms hat als erstes Unternehmen der Welt Steak aus Zellkulturen hergestellt und zubereitet. In einem Video ist zu sehen, wie ein Koch Streifen des Steaks brät und serviert.

Durchbruch in der Clean-Meat-Branche

Andere Unternehmen der Branche haben bereits Hamburger-Patties oder Würstchen aus Zellkulturen hergestellt. Dazu züchteten sie Zellmassen – etwa Muskelfasern oder Fett – auf einer flachen Oberfläche, um sie anschließend zu »Hackfleisch« zu vermischen.

Das Team von Aleph Farms verfolgt einen anderen Ansatz: Es züchtet die tierlichen Zellen nicht auf einer flachen Oberfläche, sondern als dreidimensionale Struktur. »Wir sind die einzige Firma, die in der Lage ist, voll-texturiertes Fleisch herzustellen, das Muskelfasern und Blutgefäße enthält», berichtete Firmengründer Didier Toubia bereits im Mai. Die Stammzellen, aus denen sich das Fleisch entwickelt, werden lebenden Tieren entnommen. Die weitere Züchtung erfolgt dann in einer Nährlösung, die frei von tierlichen Bestandteilen ist. In der Vergangenheit hatten andere Unternehmen dabei häufig zu Kälberserum gegriffen, das aus dem Blut von Rinderföten gewonnen wird.

In vier Jahren marktreif

Aleph Farms hat ein Video veröffentlicht (s. u.), in dem ein Koch dünne Streifen des neu entwickelten Steaks brät und seinen Gästen serviert. Dabei handelt es sich jedoch noch nicht um das fertige Produkt: »Es ist nah dran [am konventionellen Steak] und schmeckt gut, aber wir haben noch ein bisschen Arbeit vor uns, damit es herkömmlichem Fleisch zu 100 % gleicht«, sagt Toubia. Der Geruch und die faserige Textur seien bereits überzeugend. Neben dem Geschmack müsse man jedoch noch an der Dicke der Fleischstücke arbeiten: der Prototyp war 5 mm dünn. Toubia geht davon aus, dass sein Produkt in drei bis vier Jahren marktreif sein wird.

Eines der dünnen Fleischstücke, die in dem Video zu sehen sind, kann in zwei bis drei Wochen hergestellt werden. Die Kosten dafür liegen derzeit bei 50 Dollar. Zum Vergleich: der erste Burger aus Zellkulturen hat im Jahr 2013 noch 330.000 Dollar gekostet. Toubia erwartet, dass der Preis für das Steak deutlich sinkt, sobald die Produktion aus dem Labor in eine kommerzielle Anlage verlegt wird.

Weitere Entwicklungen der Branche

Das Steak von Aleph Farms ist wahrscheinlich nicht das einzige Fleisch aus Zellkulturen, das in einigen Jahren auf den Markt kommt: In den USA arbeitet beispielsweise das Unternehmen Just an Chicken Nuggets, während New Age Meats bereits Wurst aus Zellkulturen hergestellt hat. Das von Bill Gates unterstützte Start-Up Memphis Meats konzentriert sich auf die Produktion von Chicken Strips. Auch Ido Savir und sein Start-Up Super Meat – Nachbarn von Aleph Farms – arbeiten an Geflügelfleisch. Savir möchte seine Produkte in drei Jahren auf den Markt bringen.

Vorteile von Fleisch aus Zellkulturen

Innovationen wie die von Aleph Farms machen Hoffnung. Wird Fleisch aus Zellkulturen nach der Markteinführung flächendeckend angeboten und von den VerbraucherInnen akzeptiert, kann es drängende Probleme unserer Zeit lösen: Die Produkte sind nicht mit Keimen belastet, eine Antibiotika-Behandlung entfällt. Folglich können sich im Produktionsprozess keine multiresistenten Keime entwickeln wie in der Massentierhaltung. Darüber hinaus entfallen die negativen Auswirkungen der Tierhaltung auf die Umwelt; lediglich der Energieverbrauch dürfte höher sein. Zu guter Letzt muss für die Produkte kein Tier sterben – zumindest dann, wenn die Zellen lebenden Tieren entnommen werden und bei der Herstellung keine tierliche Nährlösung verwendet wird.

Wenn Sie nicht warten wollen und schon jetzt auf Ihrem Teller ein Zeichen gegen die Massentierhaltung setzen möchten, schauen Sie doch bei unserer Vegan Taste Week vorbei.

(rp)

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