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Käfighaltung: Offener Brief an Julia Klöckner

© Olaf Kosinsky, CC-BY-SA 3.0 (beschnitten)

Mehr als eine Million EuropäerInnen haben im vergangenen Jahr die Europäische Bürgerinitiative »End the Cage Age« unterzeichnet. Sie fordert das Ende der Käfighaltung landwirtschaftlich genutzter Tiere in Europa. Über 100 europäische Organisationen und Parteien unterstützten die Initiative, darunter auch die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt.

Deutschland spielt eine Schlüsselrolle

In diesem Jahr soll die EU-Kommission, an die sich »End the Cage Age« richtet, bereits entscheiden, ob sie eine entsprechende Gesetzesinitiative auf den Weg bringt. Als einflussreiches Land innerhalb der Europäischen Union und Inhaber der EU-Ratspräsidentschaft ab Juli 2020 fällt Deutschland dabei eine besondere Rolle zu. Zudem kamen allein 400.000 der Unterschriften für die Bürgerinitiative gegen Käfige von hier.

Wir und andere deutsche Verbände aus dem »End the Cage Age«-Bündnis wollen daher wissen, wie unsere Landwirtschaftsministerin zu dem Wunsch so vieler Menschen steht – auch wenn wir es schon ahnen. In unserem gemeinsamen offenen Brief bitten wir sie um eine offizielle Stellungnahme bis zum 20. Februar 2020. Unsere Verbündeten in anderen EU-Ländern schicken ebenfalls Anfragen an ihre jeweiligen AgrarministerInnen.

Käfighaltung ist Tierquälerei

Pro Jahr müssen über 300 Millionen Tiere ihr Leben teilweise oder ganz in Käfigen fristen. Das sind Tiere in Mastbetrieben, wie Kaninchen, Enten, Gänse und Wachteln, und sogenannte »Legehennen«, aber auch Kälber in Kälberboxen und Sauen in Kastenständen. Sie alle leiden enorm, weil sie so nicht einmal ihre grundlegendsten Verhaltensweisen ausleben können. Sie können sich nicht richtig bewegen und entweder keinen Kontakt zu ArtgenossInnen aufnehmen oder den anderen KäfiginsassInnen nicht ausweichen.

Kastenstände: drohender Rückschritt

In Deutschland ist Tierschutz als Staatsziel im Grundgesetz verankert. Das bedeutet, dass es keine Verschlechterung bei Gesetzen und Verordnungen geben darf. Derzeit droht beim Thema Kastenstände jedoch ein massiver Rückschritt: Die Vorgabe, wonach die Säue in Kastenständen liegend zumindest die Beine ausstrecken können müssen, ignorieren viele Betriebe. In der geplanten Neuregelung der der sogenannten Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung will Ministerin Klöckner die betreffende Vorgabe zur Kastenstandhaltung streichen und so den permanenten Rechtsbruch in der Haltung von Sauen legalisieren.

Gegen die geplante Neuregelung protestieren zahlreiche Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen in ganz Deutschland. Auch Sie können hier an den Bundesrat appellieren, um diesen Rechtsbruch zu verhindern. Je deutlicher die Ablehnung solcher Praktiken in der Tierhaltung, desto klarer die Botschaft an die EntscheiderInnen: Käfighaltung gehört abgeschafft!

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