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Laktoseintoleranz und Milcheiweißallergie

Laktoseintoleranz
Laktoseintoleranz © Sergea Nivens – Fotolia

Das Thema Laktoseintoleranz hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen: Ob in den Medien, in Ratgebern oder in persönlichen Gesprächen ‒ immer häufiger hört man von Menschen, die Milchzucker (Laktose) nicht vertragen, oder man ist möglicherweise sogar selbst davon betroffen. Zudem ist oft die Rede von einer Milcheiweißallergie. Wir zeigen die Unterschiede auf und welche Möglichkeiten es für einen laktose- und milcheiweißfreien Konsum gibt.

Unterschiede, Vorkommen und Symptome

Da die Symptome recht ähnlich sind, werden die Laktoseintoleranz und die Milcheiweißallergie oft verwechselt. Bei letzterer handelt es sich jedoch um eine konkrete Allergie auf das in Milch enthaltene tierische Eiweiß, sodass gar keine Milchprodukte ‒ auch keine mit einem niedrigen oder reduzierten Laktosegehalt ‒ vertragen werden. Die Laktoseintoleranz ist streng genommen keine Allergie, sondern das ausreichende Fehlen des Enzyms Laktase, das im Darm für die Verdauung von Milchzucker zuständig ist. Dies ist meist genetisch bedingt und betrifft den überwiegenden Teil asiatischer und afrikanischer Menschen, insgesamt mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung und etwa 15 bis 20 % der Deutschen.

Dagegen tritt hierzulande eine Milcheiweißallergie nur bei etwa 0,5 bis 7 % der Menschen im ersten Lebensjahr auf und entwickelt sich bis zum Schulalter meist wieder zurück. Bei beiden Beschwerden verursacht der Verzehr von Milchprodukten unterschiedlich stark ausgeprägte Magen-Darm-Probleme wie Übelkeit und Durchfall. Bei einer Milcheiweißallergie treten vor allem bei Kindern auch Hautausschläge auf.

Laktosefreie Milchprodukte ‒ eine Lösung?

Für Personen mit einer Laktoseintoleranz stehen als Alternativen zu herkömmlichen Milchprodukten inzwischen immer mehr laktosefreie oder -reduzierte Produkte zur Verfügung, bei denen der Milchzucker durch Hinzufügen des Enzyms Laktase bereits gespalten vorliegt. Zudem wird mittlerweile sogar daran geforscht, Kühe gentechnisch dahingehend zu verändern, dass ihre Milch für Allergiker und Laktoseintolerante von vornherein verträglich ist: In Neuseeland konnten Forscher eine gentechnisch veränderte Kuh züchten, die Milch ohne das allergieauslösende Eiweiß Beta-Laktoglobulin gibt. In China wurde ein gentechnisch verändertes Kalb geboren, das laktosearme Milch geben soll, sowie Kühe gezüchtet, die Milch mit besonders hohem Omega-3-Fettsäurenanteil und Milch mit ähnlicher Zusammensetzung wie menschliche Muttermilch produzieren.

Nimmt man die in den letzten Jahren immer stärker aufgezeigten umweltbelastenden Effekte der Produktion von Tierprodukten wie insbesondere Fleisch, Milch und Milchprodukten in den Blick sowie die negativen Einflüsse dieser Produktion auf die Welternährung und den Umgang mit Milchkühen, dann können die eben aufgezeigten Entwicklungen als hoch fraglich gelten. Angesichts der bereits jetzt bestehenden Umwelt- und Ernährungssicherungsprobleme erscheinen Bemühungen, auch noch die vielen Menschen mit einer natürlichen, genetisch gegebenen Laktoseunverträglichkeit und einer Milcheiweißallergie für den Kuhmilchkonsum zu erschließen als wenig weitsichtig und zukunftsfähig. Zudem ließen sich gerade auch hinsichtlich der genetischen Manipulation von Kühen einige gravierende Fragen aufwerfen.

Es geht auch ohne Milch – pflanzliche Alternativen

Statt Milchprodukte zu verzehren, bieten sich viele pflanzliche Lebensmittel an, die von Natur aus laktose- und milchfrei sind. In den meisten Supermärkten findet sich eine große Auswahl an pflanzlicher Milch aus Sojabohnen, Reis, Dinkel, Hafer oder Nüssen. Diese können wie Kuhmilch beim Backen, Kochen und als Kaffeemilch verwendet werden. Auch um Nährstoffe muss man sich keine Sorgen machen: Beispielsweise enthält Sojamilch viel Eiweiß und manche Sorten sind mit Calcium oder Vitamin B12 angereichert. Als Alternative zu Sahne werden einige pflanzliche Milchsorten weiterverarbeitet und lassen sich je nach Sorte sogar aufschlagen. Butter lässt sich mit pflanzlichen Streichfetten oder vor allem beim Backen mit Ölen ersetzen.

Mittlerweile gibt es sogar rein pflanzlichen Käse, der z. B. auf Soja- oder Kartoffelbasis dem Geschmack von echtem Käse nahe kommt. Wer nicht gern Alternativprodukte verwendet, kann zum Überbacken beispielsweise eine Bechamelsoße mit Pflanzenmilch und Margarine statt Milch und Butter herstellen und als Brotbelag einen pflanzlichen Brotaufstrich ausprobieren.

Eine Allergie oder Unverträglichkeit muss kein Grund sein, auf Genuss zu verzichten. Zudem können Sie mit pflanzlichen Lebensmitteln zusätzlich die Tiere und die Umwelt schonen. Weitere Rezepte, Hintergründe und einen Einstieg in die pflanzliche Ernährung zeigt Ihnen unsere Vegan Taste Week – schauen Sie doch mal vorbei und melden Sie sich für den kostenlosen Newsletter an!

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