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27 Mio. Tiere mehr geschlachtet

Fleisch im Kühllager
© Photographee.eu – Fotolia

Die im Jahr 2014 in Deutschland produzierte Fleischmenge ist nach vorläufigen Zahlen im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 % bzw. 102.800 Tonnen auf 8,2 Mio. Tonnen gestiegen. Damit wurde ein neuer Höchststand erreicht.

Auch die Zahl der in Deutschland geschlachteten Tiere erreichte einen traurigen Rekord: Sie ist sogar um 3,5 % bzw. 27 Mio. Tiere auf insgesamt 792 Mio. Tiere gestiegen. Grund für den überproportionalen Anstieg bei den getöteten Tieren ist, dass vor allem mehr Masthühner (+ 24,8 Mio.) geschlachtet wurden, die deutlich leichter sind als z. B. Puten, Schweine und Rinder.

Gründe für den Anstieg

Dass in Deutschland mehr Tiere geschlachtet wurden als je zuvor, liegt an der zunehmend erfolgreichen Exportorientierung der hiesigen Fleischindustrie. Während sich z. B. die Schweinefleischimporte in den letzten zehn Jahren praktisch nicht verändert haben, haben sich die Exporte in diesem Zeitraum fast verzehnfacht. Wenn sich dieser Trend fortsetzt, wird schon bald jede zweite Tonne des in Deutschland produzierten Schweinefleischs exportiert.

Zu allem Überfluss wird die Exportstrategie sogar vom Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) mit eigens dafür ausgelegten Programmen unterstützt, was nicht unbedingt im Einklang mit den Ankündigungen von Bundesminister Schmidt steht, die Tierschutzstandards erhöhen zu wollen. Das kam auch im Rahmen der Bundestagsdiskussion zu unserer Petition gegen die Massentierhaltung zur Sprache – Staatssekretär Bleser wich der Kritik aus.

Sinkender Konsum

Während der Blick auf die steigenden Schlachtzahlen für viele Aktive in den Bereichen Tierschutz und Tierrechte sicherlich frustrierend ist, muss auch ein anderer Blickwinkel eingenommen werden: Der Fleischkonsum in Deutschland sinkt tendenziell. Leider werden die entsprechenden Zahlen nicht jährlich von Bundesseite veröffentlicht, sodass deutlichere Aussagen schwierig sind.

Um den Erfolg der Tierschutz- und Tierrechtsbewegungen zu messen, ist der Konsum der bessere Indikator, denn in ihn fließen weniger Faktoren ein, auf die die Bewegungen wenig bis keinen Einfluss haben: Während wir (die Bewegungen) z. B. die Exportorientierung von Bauernverband & Co. nicht und die des BMEL nicht oder fast nicht beeinflussen können, haben wir auf den Konsum mehr Einfluss (z. B. durch Medien- und Informationsarbeit). Allerdings gibt es auch hier Faktoren, die wir nicht und fast nicht beeinflussen können: das Wetter im Sommer (Grillsaison) und Billigpreis-Aktionen der Supermarktketten seien als Beispiele genannt (diese Faktoren fließen auch in die Produktion ein).

Fazit: den Wandel weiter voranbringen

Dass in den letzten Jahren ein gesellschaftlicher Wandel eingesetzt hat, ist nicht von der Hand zu weisen. Wie es damit weitergeht, liegt auch zu einem großen Teil an den Tierschutz- und Tierrechtsbewegungen – und damit auch an einzelnen Personen wie Ihnen.

Hier einige Vorschläge, wie Sie den Wandel weiter voranbringen können:

Puten-Massentier- haltung beenden
Helfen Sie, eine Klage gegen die Puten-Massentierhaltung zu finanzieren.
Initiative Transparente Zivilgesellschaft
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