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Unrecht sichtbar machen – The Save Movement

Schweine im Transporter
© Bremen Animal Save

Für den Konsum von Tierprodukten sterben Tiere. Da deren Leben und Tod aber meist weit weg und hinter verschlossenen Türen stattfinden, bleibt dieses Wissen abstrakt. Albert Schweitzer sagte: »Denke gelegentlich an das Leid, dessen Anblick du dir ersparst.« Die Save-Bewegung ist eine Möglichkeit, das Leid der Tiere in der Lebensmittelindustrie wieder sichtbar zu machen.

Von Toronto in die Welt

Begonnen hat alles 2010 in Toronto, als Anita Krajnc mit ihrem Hund Mr. Bean eines Tages plötzlich neben mehreren Schweinetransportern auf dem Weg zum Schlachthaus stand. Sie sah die traurigen und verängstigten Gesichter der jungen Tiere. In diesem Moment wurde ihr klar, dass diese genauso gern leben wollten, wie ihr Mr. Bean. Kurz darauf gründete sie Toronto Pig Save. Inzwischen gibt es über 200 Save-Gruppen weltweit und auch in Deutschland nimmt diese Form des Tierrechtsaktivismus immer mehr Gestalt an.

Beistand für die Opfer und Zeugnis über das Unrecht

Die Save-AktivistInnen positionieren sich, oft mehrmals pro Woche, vor Schlachthäusern, Tiermärkten oder -Auktionen und halten Mahnwachen ab. Wenn Tiertransporter vor dem Tor oder an einer nahen Ampel warten müssen, nutzen sie die Gelegenheit, um Kontakt aufzunehmen, den Tieren Wasser zu geben und das Gesehene zu dokumentieren.

Der Protest bleibt stets friedlich und in einem legalen Rahmen. Die Tiere aus den Transportern zu befreien ist daher nicht möglich. Auch den FahrerInnen und anderen Angehörigen der Tierverarbeitungsindustrie begegnen sie respektvoll. Es geht vielmehr um Beistand und Zeugenschaft. Beistand für die Tiere in den letzten Stunden oder Minuten ihres Lebens; Zeugenschaft dafür, dass Lebewesen mitten in unserer Gesellschaft in den Tod geschickt werden und dafür, welches Unrecht ihnen dabei widerfährt. Ein wichtiger Bestandteil der Aktionen ist es daher auch, die Fotos und Videos im Internet zu veröffentlichen.

Mitmachen oder eine Save-Gruppe gründen kann jeder Mensch. Die Seite thesavemovement.org versammelt eine Übersicht über alle Gruppen und bietet Rat für eigene Aktionen an. Die erste Mahnwache in Deutschland fand im September 2017 in Wittlich statt. Weitere folgten noch im gleichen Jahr in Viersen bei Düsseldorf, Königs-Wusterhausen bei Berlin und in Bremen. Auch in Hamburg bereiten sich Save-AktivistInnen auf ihren ersten Einsatz vor.

Save-Gruppen in Deutschland:

Friedlich für eine gewaltfreie Gesellschaft

Die AktivistInnen sehen bei ihren Aktionen mitunter immenses Leid: Die Angst und Desorientiertheit in den Augen der Tiere, die Kratzer, Blutergüsse und Wunden auf ihren Körpern. Im Sommer sind sie teils extremer Hitze ausgesetzt und nicht selten völlig dehydriert. Einige sterben in den Transportern an Überhitzung und Herzinfarkten. Im Winter leiden die Tiere unter eisiger Kälte, Unterkühlung und Erfrierungen.

Dies aus nächster Nähe zu erleben und sich doch stets bewusst zu sein, dass man an der Not der Tiere nur wenig ändern kann, ist belastend. Die Hoffnung liegt aber darin, Aufmerksamkeit zu erzeugen, damit das Unrecht nicht mehr verdrängt wird, die Opfer ein Gesicht bekommen. Mit ihren Aktionen wollen die AktivistInnen ein Zeichen für Mitgefühl setzen; als ein erster Schritt in eine vegane, gewaltfreie Gesellschaft.

Ideelle Vorbilder dieser Philosophie sind Mahatma Gandhi und Leo Tolstoi. Letzterer beschrieb die Pflicht hinzusehen so: »Wenn das Leid eines anderen Lebewesens dich schmerzt, folge nicht deinem ersten Impuls, vor dem Leidenden zu fliehen. Im Gegenteil, komm näher, komm so nahe wie möglich an den Leidenden heran und versuche, ihm zu helfen.« Die Erfahrungen zeigen, wer die Augen nicht mehr verschließt, beginnt sich dafür einzusetzen, das Leid zu beenden.

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