Jetzt helfen Ferkel

Überfischung schlimmer als bislang angenommen

Fischschwarm im Meer
fischschwarm © aqua4 – fotolia
Die Überfischung ist schon viel weiter fortgeschritten als bislang angenommen. Zu diesem schockierenden Ergebnis kommt eine neue Studie mehrerer Fischereibiologen, in der sich die Autoren der Thematik methodisch sinnvoller annehmen als bislang üblich.

Kurz vorweg: Die Welternährungsorganisation FAO beurteilt alle zwei Jahre den Zustand der weltweiten Fischbestände, betrachtet dabei allerdings nur die Bestände, zu denen es besonders ausführliche Informationen gibt (etwa 20%). Das sind in der Regel auch solche, die besonders hohe »Erträge« bringen und den Fischfang besser verkraften als andere Bestände. Wenn man mit solchen Daten Hochrechnungen anstellt, kommt man laut der Fischereibiologen zu unrealistisch guten Ergebnissen, denn die verbleibenden 80% spielen aufgrund der komplexen Zusammenhänge im Meer eine entscheidende Rolle. Blendet man die 80% aus, kann man daher auch nur schlecht Prognosen über die weitere Entwicklung der Fischbestände abgeben.

Die Biologen rund um Dr. Rainer Froese vom Kieler Exzellenzcluster »Ozean der Zukunft« haben im Gegensatz zur FAO alle weltweit verfügbaren Daten ausgewertet. Dabei kommen sie, wie oben erwähnt, zu Besorgnis erregenden Ergebnissen: Nicht 3% der Fischbestände sind inzwischen zusammengebrochen, sondern 24%. Weitere 33% sind als »überfischt« zu bewerten.

Überfischung - Infografik
Überfischung © fair-fish

Die einzig ernstzunehmende Lösung gegen Überfischung

Als Verbraucher mag man sich nun vornehmen, nur noch Fisch mit Nachhaltigkeitssiegel zu kaufen. Doch das ist der falsche Weg, wie eine weitere Studie zeigt: Danach sind 39% der Fischbestände des vom WWF geförderten MSC-Siegels als »überfischt« zu bewerten. Das Siegel wird also offenbar den eigenen Kriterien nicht gerecht.

Wie können wir also das Problem der Überfischung lösen? Nüchtern betrachtet liegt es auf der Hand: Wenn der Fischkonsum generell zu hoch ist, kann es langfristig nichts bringen, den Konsum auf die bislang stabilsten Arten umzulenken, da diese früher oder später auch kollabieren werden. Die einzig ernstzunehmende Lösung gegen die Überfischung ist es daher, weniger oder am besten keinen Fisch zu essen. Die Organisation fair-fish, die uns auf die beiden o.g. Studien hingewiesen hat, geht davon aus, dass das Maximum bei einer Fischmahlzeit pro Monat liegt. Solange sich die wenigsten Menschen daran halten und/oder wenn man das Leid der Fische in Erwägung zieht, ist es sinnvoll, keinen Fisch zu essen.

Gesund ohne Fisch

Fisch wird manchmal noch wegen seines Omega-3-Gehalts als gesund angepriesen. Dabei wird aber übersehen, dass die zunehmende Verschmutzung der Meere auch an den Wildfischen nicht spurlos vorbei geht. Funde von Schwermetallen sind keine Seltenheit. Auch die Aquakulturen sind u.a. wegen ihres hohen Antibiotikabedarfs keine Lösung. Omega-3 erhalten Sie z.B. auch über Walnüsse, geschrotete Leinsamen bzw. Leinsamenöl und Algenprodukte. Über Algen beziehen übrigens auch die Fische ihr Omega-3. Algen eignen sich als Quelle besser als Fische, da sie tendenziell viel weniger Schadstoffe enthalten (diese reichern sich im Laufe der Zeit in den Fischen an). Mehr Gesundheitstipps erhalten Sie z. B. über unsere Vegan Taste Week.

Initiative Transparente Zivilgesellschaft