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Schnellrestaurants im Veggie-Ranking

Das vegan-vegetarische Speisenangebot in der Gastronomie entwickelt sich derzeit rasant. Die Schnellrestaurants in Deutschland haben in diesem Bereich jedoch noch großen Nachholbedarf – dies zeigt ein Ranking des Vegetarierbundes (VEBU), das er heute gemeinsam mit uns veröffentlicht.

Die Ergebnisse sind deutlich: Vapiano erhält als einziges Restaurant ein besseres Gesamturteil als »mittelmäßig« und zeichnet sich durch ein relativ großes vegetarisch-veganes Angebot sowie eine gute Kennzeichnung der Speisen aus. Die anderen bewerteten Restaurants – Subway, Pizza Hut, McDonald’s, Burger King, Nordsee und KFC – können dagegen nur teilweise oder gar nicht überzeugen. Zur Bewertung wurden Kriterien wie die vegane Angebotsgröße, die Angebotsvielfalt und -wertigkeit, die Kennzeichnung der entsprechenden Angebote sowie die Trennung der vegan-vegetarischen Produkte von fleischhaltigen Produkten zugrunde gelegt.

Das Ranking des VEBU schließt sich an unsere Erhebung zur Veganfreundlichkeit der deutschen Supermarktketten an und soll regelmäßig wiederholt werden. Dadurch möchte der VEBU Anreize für Schnellrestaurants schaffen, ihr vegan-vegetarisches Angebot vielfältiger und kundenfreundlicher zu gestalten und auf die Wünsche von vegan-vegetarischen Menschen zu reagieren.
Veggie-Ranking Schnellrestaurants

Die Ergebnisse des Rankings im Detail

1. Vapiano

Vapiano weist mit Abstand das größte vegetarische und vegane Angebot aller bewerteten Schnellrestaurants auf und überzeugt dabei durch eine große Bandbreite an Veggie-Gerichten. Vegane Optionen sind von Hauptspeisen wie Pasta über Suppen bis hin zu Salaten und Bruschetta vielfältig vertreten. In Sachen Transparenz zählt Vapiano im Ranking zu den veggie-freundlichsten Schnellrestaurants. So werden vegane und vegetarische Speisen ab Juli 2016 durch ein unternehmenseigenes Veggie-Label gekennzeichnet. Sämtliche Zutaten der Gerichte werden bei Vapiano zusätzlich im Menü aufgelistet. Von der Lagerung über die Zubereitung bis hin zur Ausgabe wird auf die Trennung von vegan-vegetarischen Produkten und Fleisch beziehungsweise Fisch geachtet. Insgesamt ist Vapiano bei den vegan-vegetarischen Angeboten gut aufgestellt und bekundet starkes Interesse, sich künftig noch gezielter an diese Kundengruppe zu richten.

2. Subway Sandwiches

Subway Sandwiches überzeugt durch ein großes und sättigendes vegetarisches Angebot. Vegane Gerichte sind zwar vertreten, aber machen im Verhältnis zum Gesamtangebot lediglich einen geringen Anteil aus. Gekennzeichnet werden die Veggie-Angebote bei Subway durch eine sinngemäße Benennung der Gerichte wie »Veggie Delite« oder »Veggie Patty«. Subway Sandwiches bekundet Interesse, die Angebotsvielfalt für Veggies künftig weiter auszubauen und Aktionszeiträume auszuweiten.

3. Pizza Hut

Pizza Hut überzeugt mit einem umfangreichen vegetarischen Angebot. Großer Nachholbedarf besteht bei veganen Optionen, die sich bislang auf wenige Beilagen wie Salate, Bruschetta oder Country Potatoes beschränken. In Sachen Transparenz zählt Pizza Hut im Ranking zu den beiden veggie-freundlichsten Schnellrestaurants. Sämtliche Zutaten der Gerichte werden bei Pizza Hut im Menü aufgelistet. Vegetarische Optionen werden teilweise sinngemäß benannt und sind zusätzlich mit einem unternehmenseigenen Veggie-Label gekennzeichnet. Bei der Zubereitung von vegan-vegetarischen Gerichten wird bei Pizza Hut auf die Trennung der Gerätschaften geachtet, um eine Kontamination mit Fleischprodukten auszuschließen.

4. McDonald’s

McDonald’s bietet ein zufriedenstellend großes und vielfältiges vegetarisches Angebot. Vegane Optionen beschränken sich bislang jedoch nur auf Beilagen wie Pommes, Kartoffelecken oder einen Salat sowie ein Dessert, eine vegane Apfeltasche. Veggie-Angebote sind teilweise durch eine sinngemäße Benennung der Gerichte wie »Veggie Clubhouse« oder »McVeggie« erkennbar. Bei der Zubereitung von vegan-vegetarischen Gerichten wird bei McDonald’s auf die Trennung der Gerätschaften geachtet, um eine Kontamination mit Fleischprodukten auszuschließen.

5. Burger King

Burger King bietet Vegetariern ein ausreichend großes Sortiment, das jedoch keine zufriedenstellende Vielfalt aufweist. Mit nur einer Hauptspeise fehlen weitere sättigende vegetarische Mahlzeiten. Veganer können lediglich auf Beilagen wie Pommes, Zwiebelringe oder einen Salat zurückgreifen. Bei der Zubereitung von vegan-vegetarischen Gerichten wird bei Burger King auf die Trennung der Gerätschaften geachtet, um eine Kontamination mit Fleischprodukten auszuschließen. Nachholbedarf besteht auch bei der Kennzeichnung von veganen und vegetarischen Angeboten. Sämtliche Zutaten der Gerichte werden bei Burger King zwar im Menü aufgelistet, doch Kunden müssen die Zutatenlisten aller Gerichte aufmerksam durchlesen, um Veggie-Angebote zu erkennen.

6. Nordsee

Nordsee schneidet im Ranking in Sachen Angebotsgröße für Veganer und Vegetarier am schlechtesten ab. Sowohl das vegetarische als auch das vegane Angebot ist mit Speisen wie einem Pilzbrötchen, einem Salat und Kartoffelecken zu klein und nicht vielfältig genug gestaltet. Veggie-Optionen werden teilweise mit einem unternehmenseigenen Veggie-Label gekennzeichnet. Sämtlichen Zutaten der Gerichte werden bei Nordsee zwar im Menü aufgelistet, doch Kunden müssen die Zutatenlisten aller Gerichte aufmerksam durchlesen, um Veggie-Angebote zu erkennen.

7. KFC

KFC schneidet im Ranking insgesamt mit großem Abstand am schlechtesten ab. Vegetarische Speisen sind unzureichend vertreten und beschränken sich auf Beilagen und Desserts. Veganer können bei KFC lediglich auf zwei Beilagen zurückgreifen: Maiskolben und Pommes. Das zeigt den größten Nachholbedarf an veganen Speisen aller getesteten Schnellrestaurants auf. Zutaten der Gerichte sind bei KFC nicht angegeben und Veggie-Optionen werden ebenfalls nicht gekennzeichnet. Angebote für Veganer und Vegetarier spielen bei KFC bislang keine Rolle.

Fazit

Die Erhebung zeigt, dass die deutschen Schnellrestaurants beim Thema »Vegan« noch viel nachholen müssen. Die meisten Restaurants führen zwar vegan-vegetarische Angebote im Sortiment, doch lassen sich große Unterschiede feststellen, was die Gestaltung und die Kennzeichnung des Angebots angeht. VeganerInnen können nur in den seltensten Fällen auf (kreative) Hauptgerichte zurückgreifen und müssen sich häufig mit Beilagen begnügen. Auch bei der Kennzeichnung der Speisen lässt sich noch ein großes Optimierungspotenzial feststellen: Sie sind häufig nicht oder nur unzureichend ausgezeichnet. Die Kennzeichnungen unterscheiden außerdem nur selten klar zwischen veganen und vegetarischen Optionen.

Initiative Transparente Zivilgesellschaft
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