Große Resonanz beim Tag gegen Tiertransporte

Pressemitteilung

Am 14. Juni machten anlässlich des Internationalen Tags gegen Tiertransporte Tierschützer und Tierschützerinnen weltweit auf das Leid von Millionen Tieren auf Tiertransporten aufmerksam. Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt drängt auf ein Verbot von Tiertransporten in Drittländer und fordert darüber hinaus strengere Regeln für innereuropäische Transporte.

Gemeinsam mit über 150 Tierschutzorganisationen aus mindestens 40 Ländern protestierte die Albert Schweitzer Stiftung am 14. Juni gegen Tiertransporte und forderte die Politik erneut zum Handeln auf. Aufgrund der Pandemie fand der Protest im zweiten Jahr in Folge online statt. Zum Beispiel machten mit dem Hashtag #BanLiveExports Tausende Menschen bei Twitter auf das Leid der Tiere aufmerksam.

Jedes Jahr werden Millionen Tiere über Tausende von Kilometern auf dem Land- oder auf dem Seeweg transportiert. Während dieser Transporte leiden die Tiere meist enorm unter Stress, Erschöpfung, Überhitzung, Krankheiten und Verletzungen. Bei vielen dieser Tiere handelt es sich um Schafe und Kälber, die in überfüllten Transportern oder Schiffen ohne genügend Nahrung, Wasser und Platz befördert werden. Im Zielland werden sie häufig unter qualvollen Bedingungen getötet.

»Die Verstöße gegen die Tierschutzvorgaben sind mitunter gravierend. Doch selbst wenn sie eingehalten werden: Weder deutsche noch europäische Gesetze schützen die Tiere vor erheblichem und andauerndem Leid«, meint Mahi Klosterhalfen, Präsident der Albert Schweitzer Stiftung. »Es ist höchste Zeit, dass die Politik handelt und insbesondere Langstreckentransporte verbietet. Qualvolle Tiertransporte über tausende Kilometer sind durch nichts zu rechtfertigen.«

Besonders bei Transporten auf dem Seeweg sind die Zustände oft katastrophal: 2015 wurden 13.000 Schafe an Bord eines Frachters von Rumänien nach Jordanien transportiert. Im Zielhafen wurde die Einfuhr aus Angst vor Seuchen verweigert, da mehr als 5.000 Tiere bereits gestorben waren – allerdings an Dehydration, Hunger und Erschöpfung. Als das Schiff zwei Wochen später, am 14. Juni, schließlich in Somalia anlegte, waren alle 13.000 Schafe tot. Dass diese Katastrophe kein Einzelfall ist, wurde erst durch den jüngsten Skandal wieder deutlich: Über 2.500 Kälber wurden »notgetötet«, nachdem sie monatelang auf zwei Frachtern im Mittelmeer ausharren mussten. Die Bestimmungsländer Türkei und Libanon hatten sie wegen des Verdachts auf die Blauzungenkrankheit abgewiesen.

Den Internationalen Tag gegen Tiertransporte hat die britische Tierschutzorganisation Compassion in World Farming (CIWF) vor einigen Jahren ins Leben gerufen. Der Aktionstag, mit dem jährlich der oben beschriebenen Tragödie am 14. Juni 2015 gedacht wird, soll die Öffentlichkeit auf die grausame Realität von Tiertransporten aufmerksam machen und Druck auf die politischen Entscheidungsträger und Entscheidungsträgerinnen ausüben.

Neuseeland und Großbritannien haben bereits gehandelt und ihre Regeln für Tiertransporte verschärft. Jetzt müssen auch Deutschland und die EU nachziehen, fordern die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt und andere.

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