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Diabetes & Ernährung

Zuletzt aktualisiert am 19. Februar 2015

Gemüsekorb - guter Ansatz bei Diabetes
Gute Ernährung bei Diabetes © Monticellllo – Fotolia

Laut dem »Diabetes Atlas« der International Diabetes Federation (IDF) betrug die Zahl der weltweit an Diabetes erkrankten Menschen im Jahr 2013 rund 382 Millionen, Prognosen für das Jahr 2035 sprechen von einem Anstieg auf rund 592 Millionen. Gut 90 % aller Diabetiker sind am sogenannten Typ-2-Diabetes erkrankt, einer chronischen Form der Stoffwechselkrankheit, die durch genetische Veranlagung, Übergewicht und Bewegungsmangel begünstigt wird. Diese Zahlen sind alarmierend, denn mit steigenden Diabeteszahlen erhöht sich auch das Risiko für Begleiterscheinungen wie Herzkreislauferkrankungen, Bluthochdruck, Nierenerkrankungen und Amputationen. So geht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) derzeit von einer Verdopplung der diabetesverursachten Todesfälle zwischen 2005 und 2030 aus.

Diabetes in Deutschland und die Ursachen für Typ-2-Diabetes

Wie die Deutsche Diabetes Stiftung schätzt, leben allein in Deutschland derzeit 8,2 Millionen Diabetiker, davon knapp 80 % mit Typ-2-Diabetes – ohne Berücksichtigung der bisher nicht erkannten Fälle (»Dunkelziffer«), die auf zusätzliche 3 Millionen geschätzt werden. Als Auslöser für Typ-2-Diabetes gilt neben zu wenig Bewegung vor allem eine auf hohem Fettkonsum basierende Ernährung. Die Erkrankung ist eine chronisch fortschreitende Störung des Kohlenhydratstoffwechsels, die durch eine fettarme Ernährung erfolgreich gebessert oder sogar vermieden werden kann.

Behandlungschancen durch die Ernährung

Bereits im Jahr 1999 referierte der Wissenschaftler Dr. Hans Diehl ausgiebig über den Zusammenhang zwischen dem Konsum von tierlichen Fetten sowie kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln und der Entstehung von  Diabetes. Er kam dabei zu dem Ergebnis, dass sich eine gut geplante vegetarische Ernährung – Diehls Empfehlung: »naturbelassene Nahrungsmittel, einfach zubereitet, keine zusätzlichen Fette und Öle und Zucker« – nicht nur vorbeugend auf eine Diabetes-Erkrankung auswirkt, sondern diese sogar behandeln und die Einnahme von Medikamenten bestenfalls komplett überflüssig machen kann.

Auch der Ernährungsexperte Dr. Markus Keller, Wissenschaftsbeirat der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, vom Institut für alternative und nachhaltige Ernährung (IFANE) berichtet von positiven Effekten: Aus mehreren Studien ging ihm zufolge eine vegane oder vegetarische Kost als deutlich effektiver hervor als eine konventionelle Diabetes-Diät ‒ die Diabetesmedikation konnte in vegan-vegetarischen Testgruppen häufiger als in den konventionellen Vergleichsgruppen reduziert werden, die Teilnehmer nahmen mehr Körperfett ab und/oder Stressmarker, BMI und Cholesterinspiegel verbesserten sich (z. B. bei einer Studie mit fettarmer veganer Kost). Insbesondere bei Teilnehmern der Adventist Health Study-2 zeigte sich ein mehr als die Hälfte geringeres Risiko für Veganer im Vergleich zu Fleischessern, an Diabetes Typ 2 zu erkranken (sämtliche Störfaktoren wurden berücksichtigt). Der Verzehr von Fleisch- und Fleischprodukten konnte außerdem als ein vom Körpergewicht unabhängiger Risikofaktor bestimmt werden.

Positive Effekte der vegan-vegetarischen Ernährung zeigen sich selbst beim Vergleich mit einer gesunden Lebensweise mit geringen Mengen Fleisch und Fisch, z. B. bei taiwanesischen Buddhisten, die sich überwiegend von pflanzlichen Lebensmitteln ernährten und auf Risikofaktoren wie u. a. Alkohol und Tabak verzichteten: In der Gruppe der Vegetarier, die weder Fleisch noch Fisch, dafür mehr Soja, Gemüse, Nüsse und Vollgetreide aßen, konnte ein geringeres Risiko für Diabetes festgestellt werden als bei den Nicht-Vegetariern, die ähnlich gesund lebten, aber – wenn auch nur geringe Mengen – Fleisch und Fisch verzehrten. Dabei wurden Risikofaktoren sowie Gewicht und Sport methodisch berücksichtigt. Die Autoren weisen darauf hin, dass die Ernährung der vegetarischen Stichprobe eher einer veganen als der klassischen westlichen ovo-lacto-vegetarischen Ernährungsweise ähnelte. Ein erläuterndes Video zur Studie findet sich hier.

Gegenwärtiger Konsens und Ausblick

Der gegenwärtige medizinische Konsens besagt, dass Diabetes zwar eine behandelbare, aber generell unheilbare Krankheit ist. Da die bisherigen Forschungsergebnisse zeigen, dass die vegetarische und die vegane Ernährungsweise sehr wohl zur Besserung beitragen können, sollte in Zukunft der Einfluss vor allem tierlicher Lebensmittel auf die Diabeteserkrankung stärker in den Forschungsfokus gerückt und geeignete Therapieansätze auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse umgesetzt werden.

Effektiv vermeidbar und zu lindern scheint Diabetes nach jetzigen Erkenntnissen letztlich nur dann zu sein, wenn Ärzte zukünftig verstärkt Empfehlungen für eine fettärmere, pflanzenbasierte Ernährungsweise aussprechen. Letzteres gilt auch für die deutschen Diabetes-Organisationen, die in den meisten Fällen keine offiziellen Stellungnahmen zum Zusammenhang zwischen pflanzlicher Ernährung und Krankheitsentwicklung veröffentlicht haben (eine Ausnahme stellt die Deutsche Diabetes-Hilfe dar, die bereits im Jahr 2010 einen Artikel von Dr. Markus Keller unter der Rubrik »Ernährungstipps« veröffentlicht hat). Die durchweg positiven Effekte, die bisher durch eine pflanzliche Ernährungsweise bei Diabetes gefunden werden konnten, sollten Ärzte, Organisationen und die Forschung dazu anregen, in Zukunft vermehrt in diese Richtung zu informieren und weiter zu forschen.

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