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Tierliche Spuren in veganen Lebensmitteln

Tierliche Spuren in veganen Lebensmitteln
© Minerva Studio – Shutterstock

Auf den Verpackungen von etlichen veganen Lebensmitteln sind Hinweise wie »kann Spuren von Milch enthalten« oder »enthält Spuren von Ei« zu lesen. In diesem Beitrag erläutern wir, was es damit auf sich hat, wie die rechtliche Lage ist und wie wir zum Thema stehen. Außerdem interessiert uns Ihre Meinung.

Was sind Spuren in Lebensmitteln?

Spuren-Hinweise auf Lebensmitteln beziehen sich auf Allergene, die unbeabsichtigt in Lebensmittel gelangen können, also nicht zur Rezeptur gehören. Ein typisches Beispiel ist, dass in einer Fabrik unterschiedliche Produkte hergestellt werden und z. B. durch Luftwirbel oder trotz Reinigung der Maschinen Kleinstmengen einer Zutat dort landen, wo sie eigentlich nicht hingehören.

Ein anderes Beispiel aus dem Privathaushalt: Wenn in einer Pfanne Fleisch zubereitet wurde, können trotz gründlichen Spülens Kleinstmengen davon zurückbleiben und sich in der später angerichteten Gemüsepfanne wiederfinden.

Wie ist die rechtliche Lage?

Rechtlich sind Hinweise auf Kleinstmengen im Grunde nicht geregelt. Hersteller nutzen die Hinweise in der Regel, um sich rechtlich gegen Schadensersatzansprüche von Allergikern abzusichern. Die Angaben sind allerdings freiwillig, sodass es sowohl Produkte mit Spuren gibt, die nicht deklariert werden als auch Produkte ohne Spuren, die zur Sicherheit trotzdem aufgeführt werden.

Auch die Art der Formulierung ist nicht geregelt. So gibt es keinen sachlichen Unterschied zwischen »enthält Spuren von …« und »kann Spuren von … enthalten«.

Dass tierliche Kleinstmengen eine Vegan-Kennzeichnung nicht ausschließen, hat kürzlich die Verbraucherschutzministerkonferenz geregelt. Einfach formuliert sind demnach Produkte dann vegan, wenn auf allen Produktions- und Verarbeitungsstufen keine Zutaten oder Verarbeitungshilfsstoffe tierlichen Ursprungs verwendet werden. Sprich: Unsere Beispiele mit Fabrik und Pfanne sind unproblematisch.

Wie wir zum Thema stehen

Aus unserer Sicht sagt die Vegan-Definition der Vegan Society aus England alles: »Veganismus ist eine Lebensweise, die danach strebt, alle Formen der Tierausbeutung […] zu vermeiden, sofern das möglich und praktikabel ist«.

Tierliche Kleinstmengen zu vermeiden, halten wir für nahezu unmöglich und darüber hinaus für unpraktikabel. Ansonsten müssten vegan lebende Menschen sich laufend danach erkundigen, was wann in welcher Fabrik und in welcher Pfanne zubereitet wurde und wie oft seitdem welche Form der Reinigung stattgefunden hat (und selbst nach mehrfacher Reinigung können Kleinstmengen zurückbleiben).

Aus der Vegan-Perspektive empfehlen wir deshalb, tierliche Spuren gelassen zu sehen.

Ergebnis unserer Meinungsumfrage

An dieser Stelle haben wir eine Meinungsumfrage durchgeführt, die jetzt beendet ist. Ergebnis: 77,05 % der TeilnehmerInnen sind der Ansicht, dass pflanzliche Produkte auch dann als vegan gekennzeichnet werden dürfen, wenn sie tierliche Spuren enthalten. Interessant ist, dass diese Ansicht unter den vegan lebenden TeilnehmerInnen noch etwas verbreiteter ist (80,23 %).

Initiative Transparente Zivilgesellschaft
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