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Landwirtschaft: Todesfälle durch verschmutzte Luft

Kühe im Stall an Melkanschinen
© Lodimup – Shutterstock

Bei Luftverschmutzung denken viele an Industrieanlagen, Kraftwerke und Verkehr. Doch insbesondere in Deutschland trägt die Landwirtschaft einen erheblichen Teil dazu bei. Mit einem Anteil von etwa 95 Prozent ist sie in Deutschland z. B. Hauptverursacher des Luftschadstoffs Ammoniak.

Der weitaus größte Emittent ist dabei mit 52 % die Rinderhaltung. Die Schweinehaltung hat an den Ammoniak-Emissionen einen Anteil von 20 %, die Geflügelhaltung 9 %. Währenddessen schlägt der Einsatz von Kunstdünger mit 15 % zu Buche. Der Ausstoß von Ammoniak aus der Düngung und Tierhaltung schädigt auf vielfache Weise die Umwelt. Zudem reagiert Ammoniak in der Atmosphäre mit anderen Gasen zu gesundheitsschädlichem Feinstaub und beeinflusst dadurch wesentlich die Luftqualität.

Die Luftverschmutzung hat einen wesentlichen Einfluss auf unsere Gesundheit. Vor allem Feinstaubpartikel mit einem Durchmesser unter 2,5 μm (Mikrometer) sind eine Ursache für schwere Erkrankungen der Atemwege, der Gefäße und des Herzens. Damit sind sie für zahlreiche vorzeitige Todesfälle verantwortlich. In Europa, Russland, Ostasien und dem Osten der USA haben Emissionen aus der Landwirtschaft den größten Anteil an der Bildung von Feinstaub unter 2,5 μm. Sie verursachen in vielen europäischen Ländern 40 % und mehr des Feinstaubs.

Vorzeitige Sterblichkeit aufgrund von Feinstaub

Eine Studie des Max-Planck-Instituts für Chemie hat 2015 darauf hingewiesen, dass weltweit jährlich über drei Millionen vorzeitige Todesfälle auf verschmutzte Luft zurückzuführen sind. Im Rahmen der Studie untersuchten die WissenschaftlerInnen die weltweit sieben wesentlichen Emissionsquellen in urbanen und ländlichen Regionen auf ihren Zusammenhang mit einer vorzeitigen Sterblichkeit. Darunter fallen Energieerzeugung, Industrieprozesse, Straßenverkehr, Haushalte, das Verbrennen von Biomasse, natürliche Quellen und die Landwirtschaft.

Unter den Ländern mit den meisten vorzeitigen Sterbefällen aufgrund von Luftverschmutzung nahm Deutschland im Jahr 2010 den zwölften Platz ein. An den über 34.000 durch Luftverschmutzung verursachten Todesfällen hat die Landwirtschaft mit 45 % den größten Anteil. Das sind über 15.000 vorzeitige Todesfälle im Jahr.

Bei ihrer Berechnung nahmen die ForscherInnen zunächst eine einheitliche Gefährlichkeit der berücksichtigten Schadstoffe an. In einem weiteren Schritt maßen sie den kohlenstoffhaltigen Feinstaubpartikeln, wie sie vor allem im Straßenverkehr entstehen, einen fünffach größeren Einfluss auf die Gesundheit zu. Dadurch verringerte sich zwar der Anteil der Landwirtschaft an den Todesfällen, er lag aber immerhin noch bei 26 % bzw. knapp 9.000 Menschen. Damit steht die Landwirtschaft in Deutschland nach dem Straßenverkehr an zweiter Stelle der Verursacher vorzeitiger Sterblichkeit aufgrund von Luftverschmutzung. Die Autoren der Studie rechnen mit einer deutlichen Zunahme der Sterblichkeit in Europa, wenn sich nichts an der Gesetzeslage über den Ausstoß schädlicher Emissionen ändert.

Luftverschmutzung durch die Bildung von Feinstaub und anderen Emissionen ist nur eines von vielen Risiken, mit der die Massentierhaltung Menschen und Umwelt bedroht. Auf die Schäden durch die industrielle Tierhaltung weisen die Umweltbehörden in Deutschland mit zunehmender Deutlichkeit hin.

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