End the Cage Age: So leben Muttersauen

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© Eline Helena Schellekens

Der Kurzfilm »Motherhood« der niederländischen Filmemacherin Eline Helena Schellekens berührt. Ganz nah zeigt er, wie die Mehrheit der Sauen in der Europäischen Union lebt: Die sensiblen und intelligenten Tiere werden in der Massentierhaltung zu Ferkelproduktionsmaschinen in Käfigen degradiert.

Die Europäische Bürgerinitiative (EBI) »End the Cage Age« könnte der Anfang vom Ende des Käfigleids sein. Mit ihr fordern wir und viele andere, die Käfighaltung von Sauen und anderen »Nutztieren« in der EU abzuschaffen. Unter den Europäer:innen und im EU-Parlament hat sie bereits großen Zuspruch gefunden. Die EBI braucht jedoch auch die Hilfe des EU-Handelskommissars Valdis Dombrovskis. Denn damit EU-Landwirt:innen den Käfigausstieg mittragen, muss auch der Import von Käfigprodukten in die EU gestoppt werden.

Helfen Sie, Valdis Dombrovski zu überzeugen und folgen Sie den Links am Ende des Beitrags. Das Leid der Schweinemütter in den Käfigen verdeutlicht dabei besonders, warum Käfighaltung endlich abgeschafft werden muss. (Update: Die Aktion ist beendet und »End the Cage Age« war erfolgreich.)

Sieben Fakten über Muttersauen in der Europäischen Union

  1. Anzahl der gehaltenen Sauen

In der EU gibt es schätzungsweise elf Millionen Sauen in Zuchtbetrieben. Die Mehrheit verbringt die Hälfte ihres Lebens in winzigen Käfigen, in denen sie sich nicht einmal umdrehen können.

  1. Dauer der Käfighaltung

Die meisten Mütter werden kurz vor der Geburt der Ferkel in einen sogenannten Ferkelschutzkorb gesperrt. Dort bleiben sie für fünf Wochen, während der Geburt und der Aufzucht der Ferkel. Normalerweise würden Schweinemütter ihre Ferkel für drei bis vier Monate stillen – in der Massentierhaltung bleiben sie nur 21 bis 28 Tage zusammen. Nachdem die Ferkel weggebracht wurden, beginnt die Tortur für die Sauen von vorn: Sie werden im »Besamungszentrum« in Kastenständen fixiert und nach fünf Tagen wieder künstlich »besamt«. Bis zu fünf Wochen bleiben sie in den Kastenständen eingesperrt. Insgesamt verbringen die Sauen so bis zur Hälfte eines Jahres in diesen Käfigen.

  1. Natürliche Verhaltensweisen

Wenn die Sauen in Käfigen eingesperrt sind, wird ihnen jegliche Selbständigkeit verwehrt und sie können viele grundlegende Verhaltensweisen nicht ausleben. Nicht einmal während der Wehen und der wochenlangen Stillzeit können sich die Mütter richtig bewegen oder sich umdrehen, um es sich bequemer zu machen.

  1. Nestbau

Schweinemütter haben vor der Geburt einen sehr starken Drang zum Nestbau. Dazu gehört die Suche nach Nistmaterial, das Graben und Wühlen einer Mulde und der Bau eines geeigneten Nestes. Der Käfig verhindert auch dieses natürliche Verhalten. Das erzeugt Frustration, Stress und Unbehagen bei den Tieren, weshalb sie zum Beispiel in die Gitterstäbe beißen.

  1. Geburt

In kommerziellen Betrieben gebären Sauen etwa zweimal im Jahr und verbringen vor, während und nach jeder Geburt ca. vier bis fünf Wochen in den sogenannten Ferkelschutzkörben. Durch das lange Liegen auf dem harten, meist nackten Betonboden können sie sich verletzen. Da sich die Mütter nicht wohlfühlen und kaum bewegen können, können sie verzögerte oder verlängerte Wehen, mehr Totgeburten und Probleme beim Stillen haben.

  1. Interaktion mit den Ferkeln

Die Käfige hindern die Mütter daran, sich um ihre Ferkel zu kümmern. Das einzige, das sie tun können, ist ihre Ferkel durch die Gitterstäbe zu stillen. Wenn die Ferkel weggenommen wurden, werden die Mütter innerhalb weniger Tage wieder in Kastenstände zurückgebracht, um den Zyklus von vorne zu beginnen.

  1. Stillen

Die Käfige verhindern, dass die Mütter ihre Ferkel selbstbestimmt stillen oder sich zurückziehen können, um sich auszuruhen. Sie können lediglich aufstehen oder sich hinlegen.

Über »Motherhood«

Mit »Motherhood« haben die niederländische Filmemacherin Eline Helena Schellekens und die Cutterin Kate Morgan ihren preisgekrönten Kurzfilm »M6NTHS« fortgesetzt. Während Zuschauer:innen in »M6NTHS« die Perspektive eines Ferkels in der Massentierhaltung nachvollziehen, zeigt »Motherhood« die Standardpraktiken der intensiven Tierhaltung ganz nah an der Muttersau. Am Anfang erinnert uns der Film daran, dass Sauen liebevolle und zärtliche Mütter sind. Nach wenigen Minuten wird klar, wie schrecklich es sein muss, wochenlang in einem Käfig eingesperrt zu sein und als Mutter kaum für seine Kinder sorgen zu können.

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