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Online-Aktivismus

Online-Aktivismus: Frau unterzeichnet Petition
Unterzeichnen einer Online-Petition © pressmaster – fotolia.com

Aktualisierte Version: Vom Tierschützer bis zur Tierrechtsaktivistin nutzen immer mehr Menschen den Online-Aktivismus, um sich für die Tiere einzusetzen. Oft scheint die im Internet verbrachte Zeit sogar an die Stelle von anderem, viel wirkungsvolleren Engagement zu treten. In solchen Fällen kann sich das Internet geradezu zu einem Fluch für die Tiere entwickeln.

Die größten Gefahren im Online-Aktivismus

Schnell läuft man als Online-AktivistIn Gefahr, mit Andersdenkenden zu streiten. Bis zu einem gewissen Grad ist dies verständlich, denn man wird häufig provoziert. Grundsätzlich ist man jedoch selbst in der Pflicht zu erkennen, wann aus einem Austausch ein destruktiver Streit wird, um dann die Bremse zu ziehen. Ehe man sich versieht, sind die Fronten bis aufs Äußerste verhärtet. Dass ein solcher Zustand jemals etwas für die Tiere bewirkt hätte, ist uns nicht bekannt.

Eine weitere Gefahr besteht – wie eingangs bereits angedeutet – darin, zu viel kostbare Zeit auf Facebook & Co. zu verbringen. Auch wenn es absolut nachvollziehbar ist, dass es einem beim Lesen von Kommentaren in den Fingern juckt, beobachten wir, dass der Nutzen solcher Kommentare immer mehr abnimmt: Online-Diskussionen, in denen sich mindestens eine Seite flexibel genug zeigt, um einen Schritt auf das Gegenüber zuzugehen, sind inzwischen so selten, dass konstruktive Diskussionen zur absoluten Ausnahme geworden sind.

Eine andere Gefahr im Online-Aktivismus besteht darin, genau die Menschen zu vergraulen, die man eigentlich erreichen will: Wer regelmäßig auf Fleischesser schimpft, oder ständig blutige Bilder teilt, wird schnell von Freundeslisten gelöscht. Wenn vegan lebende Menschen aber nur noch untereinander Informationen teilen, haben die Tiere davon zunächst einmal gar nichts. Leider scheinen die Freundeslisten bei Facebook & Co. aber immer homogener zu werden: man ist lieber unter sich und rennt dadurch fast nur noch offene Türen ein. Auch hier liegt der Nutzen für die Tiere nahe Null.

Zwischenfazit

  • Destruktive Streits bringen weder den Tieren noch einem selbst etwas – wer es mit dem Online-Aktivismus ernst meint, verabschiedet sich aus solchen Diskussionen,
  • Diskussionen fängt man am besten gar nicht erst an, denn das Resultat ist in fast allen Fällen nur ein Schlagabtausch,
  • wer (fast) nur noch Gleichgesinnte unter seinen Online-Kontakten hat, darf nicht damit rechnen, irgendjemanden mit seinem Online-Aktivismus zum Umdenken bewegen zu können.

Das heißt nicht, dass diese neuen Medien völlig nutzlos sind. Wer einige Regeln beachtet und die Disziplin aufbringt, die o.g. Fehler zu vermeiden, kann (in gewissen Grenzen) in den sozialen Netzwerken wichtige Aufklärungsarbeit leisten. Hier einige Tipps:

Facebook und Google+

Behalten Sie Ihre Zielgruppe im Auge: Ihre Freundinnen und Freunde, die sich (noch) nicht besonders für den Tierschutz oder Tierrechte interessieren. Um diese Menschen zu erreichen, ist es wichtig, auch anderes Material zu verbreiten als ständig nur Undercover-Videos und tierrechtsrelevante Artikel bzw. Statusmeldungen. Letzteres führt dazu, dass der durchschnittliche Fleischkonsument überfordert ist und Ihre Status-Updates blockiert bzw. Ihnen die Freundschaft kündigt. Daher gilt: weniger ist mehr! Lassen Sie Ihre Freunde auch an Ihrem Leben abseits vom Online-Aktivismus teilhaben. Als Daumenregel: Nicht mehr als eine Statusmeldung pro Tag, davon nicht mehr als zwei tierschutzrelevante Meldungen pro Woche.

Twitter

Für Twitter gelten praktisch dieselben Regeln. Der Unterschied ist, dass es auf Twitter üblich ist, mehr zu »zwitschern« als auf Facebook. Die Relation »Tierrechte / andere Themen« sollte ähnlich sein wie auf Facebook.

Online-Petitionen

Online-Proteste schießen wie die Pilze aus dem Boden. Spezielle Webseiten erlauben es jedem, schnell eine eigene Petition aufzusetzen. Das große Problem dabei: Nicht immer ist das nötige Hintergrundwissen vorhanden, um Forderungen mit Hand und Fuß aufzustellen. Und auch wenn das nötige Wissen vorhanden ist: Protestemails sind inzwischen so üblich, dass ihre Wirkung verpufft, wenn nicht (im weitesten Sinne) eine Organisation dahinter steht, die die gesammelten Unterschriften dazu nutzt, nach Abschluss der Petition Verhandlungen zu führen oder medienwirksame Aktionen durchzuführen, um den Druck weiter zu erhöhen. Aus diesem Grund empfehlen wir, nur Online-Proteste zu verbreiten, hinter denen mehr steckt als ein reiner E-Mail-Protest.

Im echten Leben ist mehr zu erreichen

Für die Tiere macht es aus Aktivensicht wenig Sinn, wenn Sie mehr als 20 Minuten pro Tag für den Online-Aktivismus investieren. Wir selbst ziehen aus diesem Artikel die Konsequenz, unser Engagement auf Facebook & Co. zurückzufahren, und hoffen, dass sich dem viele Menschen anschließen. Lesen Sie unsere Tipps zum Aktivwerden, um Anregungen zu erhalten, was Sie im echten Leben bewegen können.

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