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Mitgefühl entlang der Fußgängerzone

Unser Rekordversuch startete Samstag, den 26. Mai: Um 10 Uhr sammeln sich in der Hamburger Fußgängerzone immer mehr Aktive. Wir wollen diesmal mit 150 Menschen eine 300 Meter lange Silent Line entlang der gesamten Fußgängerzone bilden. Viel Lob gibt es für unseren 14-jähriger Koordinator David, der sich schon seit mehreren Jahren in der Hamburger Aktionsgruppe engagiert. Denn er war im Vorfeld besonders aktiv und hat zahlreiche Menschen für unseren Einsatz mobilisiert.

Wir freuen uns, dass so viele uns unterstützen. Die jüngste Teilnehmerin Paulina ist erst einige Monate alt und kommt im Kinderwagen. Ausgerüstet mit Schildern, auf denen großformatige Bilder aus der Massentierhaltung zu sehen sind, begeben sich die Aktiven in Position. Tatsächlich schaffen wir es, unsere »Silent Line« über die gesamte Strecke auszudehnen. Die PassantInnen haben somit mehrere Minuten Zeit, sich im Vorbeigehen die Bilder von in Käfigen gesperrten Schweinen, ausgemergelten Kühen und federlosen Hühnern anzusehen. Stur wegschauen, tun die wenigsten.

Stiller Protest

Der stille Protest in Hamburg bleibt nicht völlig lautlos; Stimmen sogenannter Nutztiere beschallen zeitweise unsere »Silent Line« des Mitgefühls. Uns fällt auf: Fast alle PassantInnen unterhalten sich über das Thema Massentierhaltung, selbst wenn sie nicht stehen bleiben oder mit uns ins Gespräch kommen möchten. »Das ist schrecklich«, hören wir häufig. Eine Frau sagt: »Wir finanzieren das System eben auch, das ist das Problem!« Viele finden unseren Einsatz gut: »Toll, dass Ihr hier in der prallen Sonne steht!« Damit es allen Aktiven trotz der Hitze gut geht, versorgen wir sie regelmäßig mit Wasser und Bananen.

»Seid doch nicht gleich so extrem«, mahnt eine Passantin, man müsse doch nicht auch den Konsum von Bio-Eiern problematisieren. Unsere mit Moving Boards bestückten »Outreacher« stehen gern für solcherlei Gespräche bereit. Der Hinweis, dass auch Bio-Legehennen nach ein bis anderthalb Jahren getötet werden, weil ihre Produktivität nachlässt, bringt sie zum Nachdenken.

Probier’s jetzt!

Die gezeigten Bilder aus der Massentierhaltung empören natürlich viele. Unsere Outreacher stehen daher nicht nur für Gespräche und Nachfragen zur Verfügung; sie bieten Interessierten eine konkrete Alternative zu den dargestellten Missständen: Unter dem Motto »Probier’s jetzt« können dann die PassantInnen mit der Vegan Taste Week eine Woche lang ein Signal gegen die Massentierhaltung setzen. Am Ende des Tages haben 774 Menschen sich dafür eingetragen, das Online-Angebot auszuprobieren.

Ein Aktivist motiviert geschickt einen 16-Jährigen, der offenbar mit seinen Freunden gerade aus dem Fitnessstudio kommt: »Pass auf! Willst du was Krasses machen, das längst nicht jeder schafft? Kannst du dir vorstellen, dich für eine Woche pflanzlich, also vegan zu ernähren?« Der Jugendliche nimmt die Herausforderung an und trägt sich gleich für die Vegan Taste Week ein: »Klar, kann ich das. Gute Aktion!«

Silent Line: Ein guter Einstieg für Aktive

Mit der Silent Line haben wir zu Beginn dieses Jahres ein neues Aktionsformat bei uns eingeführt, das bereits in vielen Aktionsgruppen erfolgreich zum Einsatz gekommen ist, etwa bei der AG Erfurt und der AG Kiel. Die Zahl der Teilnehmenden und die Plakate wecken zum einen gleich die Aufmerksamkeit der PassantInnen. Zum anderen können diese sich – mit oder ohne Gespräch – mit dem Dargestellten befassen.

Die Silent Line eignet sich zudem als Einstiegs-Aktionsform für neue Aktive. Diese brauchen nicht direkt für ein Gespräch auf PassantInnen zuzugehen und können stattdessen still ihren Protest zeigen. Sie können aber auch zwischendurch probehalber den Part des Outreachers übernehmen und herausfinden, ob sie sich auch andere Aktionsformen mit direkter Ansprache vorstellen können.

(ag)

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