Tiertransporte in außereuropäische Länder stoppen!

Tiertransporte ins außereuropäische Ausland stoppen

Bei Transporten in außereuropäische Länder legen die Tiere nicht selten tausende Kilometer unter entsetzlichen Bedingungen per LKW und Schiff zurück. Während des Transports leiden sie unter Durst, Hunger, Krankheiten, Verletzungen und sind den Witterungsverhältnissen oft schutzlos ausgeliefert. Im Zielland werden sie womöglich unter tierquälerischen Bedingungen getötet.

Bundesländer wie Bayern, Hessen und Schleswig-Holstein haben bereits 2019 gehandelt und den Export von lebenden Tieren in Tierschutz-Hochrisikostaaten oder Krisengebiete verboten. Doch Niedersachsen und Brandenburg genehmigen solche Transporte noch immer. Dies widerspricht EU-Recht und muss ein Ende haben.

Fordern Sie die Verantwortlichen dazu auf, die grausamen Tiertransporte in außereuropäische Länder ein für alle Mal zu verbieten.

Appelltext

Sehr geehrte Frau Ministerin Otte-Kinast,
sehr geehrte Frau Ministerin Nonnemacher,

mehrere Bundesländer haben bereits ihre Regelungen für Tiertransporte in bestimmte Staaten außerhalb der Europäischen Union verschärft. Ich begrüße es, dass auch Niedersachsen und Brandenburg zumindest die Transportrouten nach Kasachstan, Usbekistan und Russland verboten haben.

Im Gegensatz zu Bayern, Schleswig-Holstein oder Hessen können in Niedersachsen und Brandenburg aber nach wie vor Transporte in z.B. Krisengebiete Nordafrikas genehmigt werden. Niedersachsen und Brandenburg dienen somit als Schlupflöcher für die Transportunternehmen – und das, obwohl bei den Transporten und in den Zielländern von gravierenden Tierschutzverstößen auszugehen ist. Ein Rechtsgutachten von Dr. Christoph Maisack und Dr. Alexander Rabitsch zeigt auf, wie massiv die Qualen der Tiere sind. Folglich sind die Genehmigungen solcher Transporte durch nichts zu rechtfertigen und sogar illegal.

Ich fordere Sie auf, die Bemühungen anderer Bundesländer nicht zu untergraben: Stoppen Sie umgehend alle Tiertransporte in Länder außerhalb Europas und sorgen Sie dafür, dass die unsäglichen Qualen der Tiere ein Ende finden.

Mit freundlichen Grüßen
[Name, PLZ Ort]

Hintergrund

Bereits 2019 wandten wir uns mit einem offenen Brief an Barbara Otte-Kinast. Auch in diesem forderten wir sie dazu auf, die tierquälerischen Tiertransporte zu unterbinden. Doch noch immer werden in Niedersachsen Transporte genehmigt, bei denen davon auszugehen ist, dass sie in keinster Weise mit den ohnehin schon relativ schwachen Tierschutzbestimmungen in Europa in Einklang zu bringen sind.

Transporte nach Kasachstan, Usbekistan und Russland haben Brandenburg und Niedersachsen wegen fehlender Versorgungsstationen auf der Strecke inzwischen verboten – das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Andere Tierschutz-Hochrisikoländer werden bei dem Verbot jedoch nicht direkt berücksichtigt. Die beiden Bundesländer sind somit nach wie vor Schlupflöcher für die Transportunternehmen und untergraben damit die Bemühungen jener Bundesländer, die bereits Tiertransporte in zahlreiche Nicht-EU-Länder unterbunden haben, in denen der Tierschutz nicht gewährleistet ist. Besonders Niedersachsen fällt negativ auf und ermöglicht viele Transporte in Drittländer.

Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom 23. April 2015 hat klargestellt, dass der Schutz der Tiere nicht an den EU-Außengrenzen enden darf und die Europäische Tiertransportverordnung auch in Drittländern eingehalten werden muss. Doch auf den langen Transportwegen sind bei weitem nicht genügend der gesetzlich vorgeschriebenen Versorgungsstellen vorhanden, sodass den Tieren nicht die nötigen Ruhephasen ermöglicht werden. Sie leiden unter Erschöpfung durch Hitze oder Kälte, Hunger und Durst sowie Enge und Stress.

Die Tiere, die den Transport mit LKW und Schiff lebend überstehen, erwartet in den Zielländern oft Schlimmes. Obwohl die Tiere für den Transport als »Zuchttiere« gekennzeichnet wurden, werden sie im Zielland häufig getötet. Tierschutzorganisationen berichten von massiver Gewalt sowohl beim Ausladen als auch bei der Schlachtung.

Da die Wahrscheinlichkeit von Tierschutzverstößen während des Transports und in den Drittländern sehr hoch ist, weisen Dr. Christoph Maisack und Dr. Alexander Rabitsch in einem Rechtsgutachten darauf hin, dass die Transportgenehmigungen in Tierschutz-Hochrisikoländer nicht mit den rechtlichen Bestimmungen vereinbar sind. Die Bedingungen während des Transports und im Zielland sind nicht kalkulierbar und EU-Standards werden schlicht nicht umgesetzt. Ein Transportstopp ist daher mehr als überfällig.

Datenschutz

Ihre Daten (Name, PLZ und Ort, aber nicht Ihre E-Mail-Adresse) übergeben wir nach Abschluss der Petition an die Verantwortlichen der Bundesländer. Wir speichern Ihre Daten über den Zeitraum des Appells hinaus nur dann, wenn wir Sie per Newsletter auf dem Laufenden halten sollen. Ansonsten werden Ihre Daten ausschließlich für die Petition verwendet und spätestens drei Monate nach Beendigung der Aktion gelöscht (vollständige Datenschutzerklärung).

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