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Warum sich die Fischereiindustrie nicht selbst retten wird

Fischereiindustrie © DJ – fotolia.com

Aus den USA erreichte uns ein Bericht über die Entwicklung der Fänge in einem einst für Wildlachs berühmten Binnendelta in Kalifornien: Wohin vor wenigen Jahren noch unglaublich viele Tiere zum Laichen gekommen sind, sind jetzt kaum noch Lachse zu sehen. Zum stärksten Einbruch kam es im Jahr 2008: »Als hätte jemand einen Schalter umgelegt«, berichtet ein Anwohner.

Tatsächlich hat nicht »jemand« den Schalter umgelegt, sondern eine ganze Industrie hat sich selbst heruntergewirtschaftet und gibt damit ein weiteres Beispiel dafür ab, was in der Regel passiert, wenn man es einem Wirtschaftszweig überlässt, sich selbst zu regulieren.

Daran ändern auch die Beteuerungen der entsprechenden Industrien, man würde mit den Ressourcen schonend umgehen, um sich selbst zu erhalten, nichts. Der Grund dafür ist, dass es ausreicht, wenn einzelne Entscheidungsträger eine »Nach mir die Sintflut«-Mentalität haben: Sie sorgen dafür, dass auch andere Entscheidungsträger verantwortungslos handeln werden, um keinen Wettbewerbsnachteil in Kauf nehmen zu müssen – die Abwärtsspirale beginnt.

Umso wichtiger ist es, dass Regierungen und Nichtregierungsorganisationen eingreifen, um Schlimmeres zu verhindern. In Kalifornien wurde in 2008 zeitweise ein Verbot der Lachsfischerei ausgesprochen – viel zu spät allerdings, und auch global gesehen wird viel zu sanft reguliert, um die Fischbestände zu erhalten.

Auch die Aufklärung der Verbraucher ist wichtig, aber die von großen Umweltschutzorganisationen herausgegebenen Fischführer verlagern vor allem nur das Problem, indem sie die Nachfrage zu solchen Fischarten verschieben, die noch nicht überfischt sind – mit der Folge, dass die als »gute Wahl« bezeichneten Bestände vermehrt unter Druck geraten. Nur halbherzig weisen die Umweltschutzorganisationen darauf hin, dass der Fischkonsum drastisch gesenkt werden muss. Das ist auch wegen der Quecksilberbelastung notwendig, wie eine neue Studie zeigt.

Aus reiner Nachhaltigkeitssicht ist maximal eine Fischmahlzeit pro Monat zu empfehlen. Aus Tierschutzsicht empfehlen wir, gar keinen Fisch zu essen, denn Wildfische müssen teilweise einen tagelangen Todeskampf führen, und gezüchtete Fische leiden sogar ein Leben lang, um im Gegenzug einem Menschen einen kurze und zweifelhafte Gaumenfreude zu bereiten.

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