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Unsere Arbeit

Aquaculture Welfare Standards Initiative

Seit 2016 setzen wir uns aktiv dafür ein, dass Fische und andere Tiere in Aquakulturen weniger Leid erfahren müssen. Dazu haben wir den Initiativkreis Tierschutzstandards Aquakultur (ITA) ins Leben gerufen, der mittlerweile unter dem Namen Aquaculture Welfare Standards Initiative (AWSI) international agiert. In dieser Initiative arbeiten Wirtschaft, Wissenschaft, Behörden und Zertifizierer an der Erhöhung von Standards in Deutschland und weltweit. Zu den Vertretern aus der Wirtschaft gehören u. a. die großen Supermarktketten, die bekanntlich viel im Tierschutz bewegen können.

Gemeinsames Positionspapier

Die Mitglieder haben Empfehlungen herausgegeben, in welchen Kernbereichen Verbesserungen besonders wichtig sind, um Tierschutzstandards auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse zu erhöhen:

  • Wasserqualität
  • Umgang mit dem Tier
  • Fütterung
  • Transport
  • Betäubung und Schlachtung

Die Wasserqualität ist – vielleicht auch entgegen intuitiver Erwartungen – das wichtigste Tierschutzkriterium. Die konkreten Bedürfnisse hängen von der Art ab. Ziel ist es, verschiedene Wasserqualitätsparameter wie z. B. Temperatur, Sauerstoffgehalt, Kohlendioxid, Ammoniak und Nitrit in Bereichen zu halten, die keinen schädlichen Stress erzeugen.

Unter »Umgang mit dem Tier« ist insbesondere gemeint, dass Tiere möglichst selten aus dem Wasser gehoben werden sollen, da das großen Stress verursacht (evolutionär bedeutet ein Herausnehmen aus dem Wasser in aller Regel, von einem Beutegreifer erfasst worden zu sein). Wenn Tiere z. B. in ein anderes Becken transportiert werden sollen, ist es – wieder entgegen intuitive Vermutungen – besser, wenn sie unter Wasser durch Rohre geleitet als mit Keschern oder Netzen gefangen und aus dem Wasser gehoben werden.

Bei der Fütterung geht es darum, dass die Fische alle Nährstoffe erhalten, die sie brauchen und dass das Futter so verabreicht wird, dass möglichst wenig Stress oder gar Kämpfe verursacht werden. Den Anteil tierlicher Komponenten im Futter zu reduzieren, solange trotzdem noch alle wichtigen Nährstoffe abgedeckt werden, begrüßt die AWSI.

Bei den Transporten geht es darum, diese auf ein Minimum zu beschränken oder womöglich ganz zu vermeiden. Im Fall von Transporten gilt es, den Stress für die Tiere möglichst gering zu halten, indem geeignete Transportgefäße gewählt werden, die Wasserqualität erhalten bleibt etc.

Weltweit gesehen werden die meisten Tiere aus Aquakulturen ohne jegliche Betäubung geschlachtet, was enormes Leid verursacht. Die AWSI wirkt darauf hin, dass diese Tiere zukünftig nur nach einer wirksamen Betäubung geschlachtet werden.

Worten Taten folgen lassen

Das Positionspapier an sich lindert noch kein Tierleid, aber es ist eine wichtige Basis für weitere Schritte. Dem Lebensmitteleinzelhandel und anderen Großabnehmern ist es am liebsten, wenn sie die höheren Tierschutzstandards über bestehende Zertifizierungssysteme wie ASC (Aquaculture Stewardship Council) und GlobalGAP abdecken können. Beide sind Mitglieder der AWSI und haben deren Empfehlungen mittlerweile in ihre Tierschutzanforderungen eingearbeitet, ebenso wie Naturland.

Nächste Schritte

Von den Supermärkten erhalten wir oft die Rückmeldung, dass sie am liebsten ihre komplette Ware über eine der drei genannten Zertifizierungsmöglichkeiten beziehen würden. Die größte Hürde liegt aktuell beim fehlenden Angebot. Unser nächstes Ziel ist daher, dass immer mehr Produzenten die höheren Tierschutzanforderungen von ASC, GlobalGAP und Naturland erfüllen. In der EU und darüber hinaus wollen wir dazu beitragen, die Standards auf das deutsche Niveau anzuheben. Danach wird es wichtig sein, die Tierschutzstandards schrittweise weiter anzuheben.

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