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Wende in der Tierschutzpolitik?

wappen niedersachsenAusgerechnet aus Niedersachsen, dem Heimatland der Agrarindustrie und ausgerechnet aus dem Ministerium von Astrid Grotelüschen, die sich selbst als »Puten-Queen« bezeichnete, kommen plötzlich sehr ehrliche und fortschrittliche Töne. Die Hannoversche Allgemeine berichtete gestern Abend auf ihrer Webseite, dass Niedersachsen eine »Tierschutz-Offensive« wolle. Sie beruft sich dabei auf eine nicht öffentliche Sitzung im Landtags-Ausschuss, in der Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke betonte, dass es gravierende Probleme in der Geflügelhaltung gibt:

Das Schnabelkürzen bei Legehennen soll Ripke als »sehr, sehr schmerzhaften Eingriff« bezeichnet haben, den es abzuschaffen gelte – ein schöner Zwischenerfolg für unsere Kampagne. Auch bei Puten müsse das Schnabelkürzen abgeschafft werden. An der Putenmast kritisierte Ripke laut HAZ u.a. die Überzüchtung der Tiere, den Platzmangel und die mangelhafte Gestaltung der Ställe. Ähnliches sagte er zur Hühnermast. Die Mast von Flugenten könne man sogar ganz infrage stellen, und schließlich müsse das Töten von männlichen Küken (den Brüdern der Legehennen) »möglichst bald abgestellt« werden.

Wir zweifelten zunächst an der Echtheit dieser Meldung, doch sie wurde heute vom Sprecher des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums, Gert Hahne, bestätigt. Hahne wählt zwar deutlich schwächere Formulierungen als Ripke, doch er widerspricht ihm nicht in der Sache.

Noch ist es völlig unklar, welche Taten diesen Worten folgen werden, deshalb fällt unser Jubel vorerst noch verhalten aus. So stellt die taz zutreffend fest: »Mit der Anerkennung der Realität ist noch nichts besser geworden.« Sicher ist aber, dass dieser Erkenntnisgewinn im niedersächsischen Landwirtschaftsministerium nur durch eine Tierschutzbewegung möglich wurde, die in den letzten zwei Jahren immer häufiger ihre Kräfte zu einer erfolgreichen Kampagnenarbeit gebündelt hat – ein Konzept, das wir intensiv fördern, und das noch viel Potential hat. Gemeinsam mit unseren Kolleginnen und Kollegen der anderen Organisationen werden wir weiterhin Aufklärungsarbeit betreiben sowie Kampagnen an Politik und Wirtschaft richten, um den Tierschutz in Deutschland und in Europa voran zu bringen.

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