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Philip Wollen – Vorstellung

Porträt Philip Wollen
Porträt Philip Wollen © Philip Wollen

»Jeder Bissen Fleisch ist ein Schlag in das verweinte Gesicht eines hungernden Kindes«, sagte Philip Wollen 2012 in Melbourne in seiner viel beachteten Rede zu der Debatte »Animals Should Be Off the Menu«.

Philip Wollen macht deutlich, dass es bei der Frage, ob Tiere von der Speisekarte gestrichen werden müssen, nicht allein um Tierrechte geht, sondern ebenso um soziale Gerechtigkeit. Seit über zwei Jahrzehnten engagiert sich der ehemalige Vizepräsident der Citibank gegen die Ausbeutung von Tieren. Doch wie kam es dazu, dass aus dem Top-Manager ein Aktivist für Tierrechte und soziale Gerechtigkeit wurde?

Philip Wollen (Jahrgang 1950) wuchs in Bangalore, Indien, auf. Mit 18 zog er auf eigene Faust in den Süden Australiens, studierte, arbeitete im Bankwesen, erlebte einen rasanten Aufstieg als Investmentbanker und wurde Vizepräsident der Citibank. Im Alter von 34 Jahren wurde Wollen vom Australian Business Magazine in die Top 40 Liste der einflussreichsten Führungskräfte aufgenommen. Zu den Lieblingsgerichten des Bankers zählten Filet Mignon und Hummer – bis er den Betrieb eines seiner Kunden besuchte. Erst vor Ort stellte sich heraus, dass es sich um ein Schlachthaus handelte. Die Eindrücke dieses Vormittags, von Gewalt und Leiden, erschütterten Wollen zutiefst  und markierten den Wendepunkt seines Lebens. Seit diesem Tag vegetarisch und nach weiteren Erlebnissen vegan lebend, begann Wollen über die alltägliche Gewalt von Menschen gegen Tiere zu recherchieren. »Als ich das Ausmaß der Ungerechtigkeiten begriff, gab es kein Zurück mehr.«

Der erfolgreiche Banker hängte seinen Job an den Nagel und beschloss alles, was er besaß, zu verschenken oder – mit seinen Worten gesagt – »zu re-investieren«. Denn die von Wollen gegründete Stiftung »Winsome Constance Kindnesstrust«, benannt nach seiner Mutter und Großmutter, investiert in 40 Ländern in über 450 Hilfsprojekte für Tiere, Kinder und Kranke. Einer der Grundsätze der Stiftung ist: »Wenn es um die Fähigkeit geht, Schmerz und Angst zu empfinden, sind wir alle gleich.« Ein ungewöhnliches Projekt des Trusts ist das Kindness House in Melbourne. Diese Einrichtung stellt Nichtregierungsorganisationen hochmoderne Büros kostenfrei zur Verfügung. Aus kleinen Organisationen sollen große, erfolgreiche werden, die Gutes tun.

Für seine außerordentlichen Verdienste wurde Wollen 2005 mit dem »Order of Australia« gewürdigt, im Jahr 2007 wurde er in Victoria zum Australier des Jahres gekürt. Heute lebt er mit seiner Frau Trix und ihren vier geretteten Hunden in Melbourne.

Das schönste Wort, das je geschrieben wurde, ist für Philip Wollen »Ahimsa«. Es stammt aus dem Sanskrit und bedeutet »die Abwesenheit von Gewalt gegen Lebewesen«. Wollens Ziel ist, dass Ahimsa weltweit gelebte Realität wird.
Dieser Text wurde von unserer Förderin Anne-Rose Funk freundlicherweise für uns verfasst.

Initiative Transparente Zivilgesellschaft
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