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»Milchviehhaltung« undercover

Kühe im Stall
© Animal Equality

Unsere Freunde der US-amerikanischen Tierrechtsorganisation »Mercy for Animals« haben soeben das vielleicht schlimmste Undercover-Video überhaupt veröffentlicht.

Ein Mitarbeiter der Organisation hat über vier Wochen hinweg in einem Betrieb in Ohio mit versteckter Kamera brutalste Gewalt gegenüber Kühen und Kälbern festgehalten. Dazu zählen unzählige Schläge und Tritte gegen Köpfe, Körper und Euter, Stiche mit der Mistgabel und das Verdrehen von Schwänzen, bis diese mehrfach brechen. Mitarbeiter des Betriebs geben außerdem vor der versteckten Kamera damit an, Kühe und Kälber auf diese Weise malträtiert zu haben, bis sie nur  noch stöhnende Laute von sich geben konnten oder sogar gestorben sind.

Auch wenn es angesichts der Grausamkeiten schwer fällt, wollen wir hier vor allem die strategische Bedeutung des Videos beleuchten: Ohio ist der wichtigste Staat der US-Massentierhalter, und Tierschutzorganisationen sind gerade dabei, eine Volksabstimmung über die Einführung von Tierschutzmindeststandards ins Leben zu rufen. Die Agrarindustrie hat bereits jetzt einen zweistelligen Millionenbetrag organisiert, um die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass Tierschutzgesetze unnötig sind, weil sich die Industrie am besten selbst kontrolliert.

Durch die Veröffentlichung des Undercover-Videos, das voraussichtlich von mehreren Nachrichtensendern aufgegriffen werden wird, sinken die Chancen der Massentierhalter, mit ihrer Millionen-Kampagne Erfolg zu haben, gewaltig.

Trotz aller Wut, die die Recherche auslöst: Es wird einen enorm wichtigen Beitrag dazu leisten, dass in Ohio Tierschutzgesetze erlassen werden, und es wird außerdem dazu beitragen, dass viele Menschen sich über das Ob und Wie ihres Milchkonsums Gedanken machen.

Wir raten unseren LeserInnen (nicht nur den Empfindlichen) davon ab, sich das Video anzusehen. Aus diesem Grund binden wir es hier auch nicht ein und verlinken auch nicht auf das Video. Sollten Sie es trotz allen sehen wollen, werden Sie über eine Internetrecherche nach »Mercy for Animals« fündig.

Nachtrag (27.05.2010): Einer der Tierquäler wurde bereits verhaftet; die Betriebsleitung hat eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der sie das Verhalten der Mitarbeiter als inakzeptabel bezeichnet und davon spricht, man wolle das Vertrauen der Kunden erhalten (dazu dürfte es allerdings zu spät sein); der Fall hat wie erwartet für eine große Medienresonanz gesorgt – teilweise sogar im Ausland.

Nachtrag (06.06.2010): Der verhaftete Tierquäler wollte seinen Richter damit beeindrucken, dass er eine Karriere als Polizist anstrebt. Momentan spricht aber alles dafür, dass seine Berufswünsche nicht in Erfüllung gehen werden.

Noch grotesker als die Vorstellung, dass ein aggressiver Tierquäler für Recht und Ordnung sorgen soll, ist die Reaktion von Teilen der Milchindustrie auf den Fall. Eine Autorin des Magazins »Farm and Dairy« stellt 22 oft abstruse Fragen, um die Glaubwürdigkeit von Mercy for Animals zu schädigen. Dazu zählen: »Haben Mitarbeiter von Mercy for Animals ebenfalls Kühe gequält?«, »Wurde Gregg [der Tierquäler] von Mercy for Animals bezahlt?« und »Ist er ein Mitglied?« Schließlich will die Autorin noch vom Thema ablenken, indem sie sich beschwert, dass es keine Undercover-Recherchen zu Kindesmisshandlungen gibt. Solche Reaktionen zeigen, wie weit der Realitätsverlust in Teilen der Agrarindustrie vorangeschritten ist, und wie wichtig das Anliegen unserer KollegInnen ist, Tierschutzmindeststandards in Ohio einzuführen.

Nachtrag (25.09.2010): Der verhaftete Tierquäler ist zu einer geringen Gefängnisstrafe verurteilt worden.

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