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Die letzte Pelzfarm

Nerze im Käfig
© ARIWA

Seit nunmehr über einem Monat gelten die Änderungen in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung zu den Anforderungen an das Halten von Pelztieren – dies sind hierzulande zum Großteil Nerze, Chinchillas, Marder, Füchse und Biber. Die Änderung der Verordnung war schon im Jahr 2006 beschlossen worden, musste aber ganze fünf Jahre auf die Umsetzung warten, denn die Farmbetreiber hatten Übergangszeiten erwirken können. Die Verordnung legt nun unter anderem fest, dass ein Nerz ab jetzt mindestens einen Quadratmeter Platz zur Verfügung haben muss. Doch selbst diese Neuerung lässt die Tiere weiterhin nicht ihre natürlichen Bedürfnisse ausleben: Durch Gitterböden verursachte eingewachsene Krallen und schmerzende Wundinfektionen werden auch in den größeren Käfigen keine Seltenheit bleiben.

Ab 2016 werden durch diese Verordnung weitere Ausstattungen in der Pelztierhaltung verpflichtend – dazu gehören Klettermöglichkeiten für die Tiere ebenso wie Wasserbecken. Höhere Mindestraumhöhen und gitterfreie Böden werden dann ebenfalls vorgeschrieben sein.

Als Folge der neuen Verordnung haben viele Pelzfarmen bereits den Betrieb eingestellt, andere planen die baldige Schließung – eine Reaktion, die zeigt, dass selbst die Pelzfarmbetreiber die Hoffnungslosigkeit ihrer Situation erkannt haben. Klagen gegen die neue Verordnung sind selten und werden offensichtlich auch von weiten Teilen der Pelzindustrie nicht als erfolgsversprechend angesehen. Für die meisten Pelzfarmer wird ein Weiterbetrieb durch die entstehenden Mehrkosten unwirtschaftlich. »Die Tierfreunde« haben eine Liste zusammengestellt, in der der aktuelle Status der geschlossenen, bald schließenden und noch betriebenen Pelzfarmen dokumentiert ist.

Die neue Verordnung ist angesichts der weiterhin vorherrschenden Leiden der Tiere in den »Pelzfarmen« keine endgültige juristische Lösung, aber die Auswirkungen gehen genau in die richtige Richtung: Obwohl es noch kein explizites Verbot für die Pelztierhaltung in Deutschland gibt, könnten die Tage der letzten Pelzfarmen bald gezählt sein.

Trotz aller Fortschritte ist es weiterhin wichtig, sich gegen Pelz auszusprechen, denn Pelzimporte werden auf unabsehbare Zeit legal bleiben.

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