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Wolfgang Schindler

Wolfgang Schindler im Jahr 2010Wolfgang Schindler, geboren am 8. September 1945, Gründer und Präsident der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, ist nach langer Krankheit am 26. Mai 2013 in Bad Wiessee gestorben. Mit ihm verloren die Bewegungen für den Schutz und die Rechte der Tiere einen ihrer engagiertesten und klügsten Mitstreiter.

In den Jahren 1982 bis 1993 war Rechtsanwalt Wolfgang Schindler als erfolgreicher Unternehmer tätig, bis er beschloss, sich vermehrt für altruistische Ziele einzusetzen. Dafür zog er sich aus dem aktiven Geschäft zurück, verkaufte seine Unternehmensanteile und errichtete später die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt (damals noch »Stiftung Albert Schweitzer für unsere Mitwelt«).

Wolfgang Schindler hat maßgebliche Erfolge für den Schutz und die Rechte der Tiere erzielt. Die inzwischen weitestgehend umgesetzte Abschaffung der Käfighaltung von Legehennen in Deutschland wäre ohne seine bahnbrechenden Leistungen sowie seine Unerschrockenheit vor höchsten juristischen und wirtschaftlichen Autoritäten nicht möglich gewesen. Scharfsinnig kritisierte er z. B. eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs, die Käfighaltung als nicht wettbewerbswidrig einzustufen. Sein dazu 1996 in der führenden juristischen Zeitung NJW erschienener Aufsatz »Die Henne, das Ei und die europäische Kulturordnung« ist ein bis heute unvergessenes Plädoyer für einen besseren Tierschutz in unserem Rechtssystem.

Drei Jahre später gelang es ihm, das Bundesverfassungsgericht in einem geschichtsträchtigen Verfahren zu überzeugen, die Haltung von Hennen in Legebatterien als verfassungswidrig zu erklären. Dabei stellte das höchste deutsche Gericht auch fest, dass Tiere ohne jede Ausnahme artgerecht gehalten werden müssen – eine Vorgabe, die von der Politik bis heute noch weitestgehend ignoriert wird.

Im Jahr 2003 bewegte er Aldi Nord als erste große Supermarktkette dazu, keine Käfigeier mehr zu verkaufen. Damit legte er auch den Grundstein dafür, dass sich einige Jahre später (im Rahmen einer von der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt geleiteten Kampagne) praktisch alle Ketten diesem Vorbild anschlossen.

Wolfgang Schindler schaltete außerdem Großanzeigen in überregionalen Zeitungen und betrieb politische Lobbyarbeit. Er förderte stets die Zusammenarbeit unter Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen und warb dafür, die gemeinsamen Ziele an die erste Stelle zu setzen.

Neben seinem unschätzbaren persönlichen und finanziellen Einsatz im Namen der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt unterstützte Wolfgang Schindler auch andere Organisationen und Privatpersonen. Als Rechtsanwalt und Jurist verfasste er zudem über hundert Strafanzeigen wegen Tierquälerei, unterstützte Studierende, die Tierversuche aus Gewissensgründen verweigerten, führte ein Einspruchsverfahren vor dem Europäischen Patentamt gegen die Patentierung der »Krebsmaus«, förderte das Ziel »Tierschutz ins Grundgesetz«, trug zur Popularisierung der Forderung nach dem Verbandsklagerecht für Tierschutzorganisationen bei und förderte die Herausgabe eines rechtswissenschaftlichen Kommentars zum Tierschutzgesetz.

Für das Fortbestehen der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt über seinen Tod hinaus traf Wolfgang Schindler schon früh Vorsorge, sodass die Stiftung ihre Arbeit uneingeschränkt fortsetzen kann.

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