Haltungskennzeichnung: Die Bundesregierung muss nun liefern
Der Bundestag hat heute beschlossen, den Start der staatlichen Tierhaltungskennzeichnung auf Oktober 2027 zu verschieben. Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt fordert die Bundesregierung auf, die dadurch gewonnene Zeit zur inhaltlichen Weiterentwicklung des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes zu nutzen. Die Koalition muss dabei wie angekündigt Importware und Außer-Haus-Verpflegung in die Kennzeichnung sowie weitere Hinweise aus der EU-Notifizierung zeitnah in das Gesetz aufnehmen.
- Der Bundestag hat beschlossen, die verpflichtende staatliche Tierhaltungskennzeichnung auf den 1. Oktober 2027 zu verschieben.
- Die Koalitionsfraktionen wollen in der Zwischenzeit das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz überarbeiten und seinen Geltungsbereich erweitern.
- Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt begrüßt die geplante Weiterentwicklung und fordert einen verbindlichen Zeitplan für die Umsetzung.
Dr. Julia Malchow, Referentin Politik der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, kommentiert wie folgt:
„Der Bundestag hat heute den Start der staatlichen Tierhaltungskennzeichnung auf den 1. Oktober 2027 festgelegt. Bundesregierung und Koalition sind nun in der Pflicht, zu liefern und den Beschluss mit Details zur Umsetzung zu unterfüttern. Die gewonnene Zeit muss genutzt werden, um das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz wie zuletzt im Oktober angekündigt weiterzuentwickeln. Die Einwände der EU-Kommission in Bezug auf den Umgang mit Importware müssen ausgeräumt sowie Restaurants und Kantinen in die Kennzeichnungspflicht einbezogen werden. Nur so wird die staatliche Kennzeichnung zu einem Instrument, das durch verlässliche Informationen eine bewusste Kaufentscheidung ermöglicht. Verbraucherinnen und Verbraucher möchten wissen, wie die Tiere gehalten wurden, von denen ihre Lebensmittel stammen.
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer sowie die Bundestagsfraktionen der CDU/CSU und SPD müssen den Gesetzgebungsprozess zur Weiterentwicklung des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes schnellstmöglich vorantreiben und spätestens bis Ostern zum Abschluss bringen. So erhalten alle Beteiligten die nötige Planungssicherheit, um die Umstellung auf die staatliche Kennzeichnung umzusetzen.
Ich hoffe sehr, dass ab dem nächsten Herbst eine staatliche Kennzeichnung in den Supermarktregalen sowie auf den Speisekarten in Restaurants zu finden sein wird.”
Hintergrund
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Stellungnahme zum Tierhaltungskennzeichnungsgesetz mehrerer Umwelt-, Tier- und Verbraucherschutzverbände vom 5. Oktober 2026
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Stellungnahme der Albert Schweitzer Stiftung zur Kennzeichnung von Lebensmitteln tierischen Ursprungs mit der Haltungsform der Tiere vom 29. April 2026
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Policy Paper der Albert Schweitzer Stiftung zur Kennzeichnung vom Oktober 2025