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Lebensmitteleinzelhandel setzt starkes Zeichen

Mit Hit und Wasgau gewinnt die Masthuhn-Initiative zwei weitere bedeutende Unterstützer im Lebensmitteleinzelhandel. Hit verpflichtet sich damit für mehr als hundert Märkte in weiten Teilen Deutschlands, während Wasgau sich mit über 70 Märkten, insbesondere in Rheinland-Pfalz und im Saarland, der Initiative anschließt.

Nahezu alle großen deutschen Lebensmitteleinzelhändler haben inzwischen zugesagt, ihr Eigenmarken-Frischfleisch auf die Kriterien der Masthuhn-Initiative umzustellen. Einige Unternehmen beziehen aus ihrem Eigenmarkensortiment darüber hinaus auch Tiefkühlprodukte und verarbeitete Produkte mit einem Hühnerfleischanteil von mehr als 50 % in die Verpflichtung ein. Für die Hühner bedeutet das unter anderem:

  • Geringere Besatzdichte von max. 30 kg pro Quadratmeter
  • Verwendung von robusteren, langsamer wachsenden Zuchtlinien, die insgesamt gesünder sind
  • Mindestens zwei Meter Sitzstangen und zwei Pickmöglichkeiten pro 1000 Tiere
  • zuverlässige Betäubung ohne Kopfüberhängen
  • Audits durch unabhängige Dritte

Dieser Fortschritt ist das Ergebnis eines konstruktiven und engagierten Austauschs. Die Versprechen von Hit und Wasgau zeigen erneut, dass auch anspruchsvolle Veränderungen in komplexen Lieferketten möglich sind, wenn Unternehmen, Lieferanten und zivilgesellschaftliche Akteure gemeinsam nach tragfähigen Lösungen suchen.

Hit startet mit ersten erfolgreichen Schritten

Hit hat nicht nur eine Selbstverpflichtung bis 2030 abgegeben, sondern informiert auch ausführlich über den aktuellen Stand der Umsetzung. Vollständig erfüllt sind unter anderem die Anforderungen an die Luftqualität, unabhängige Kontrollen und die mehrstufige CO2-Betäubung der Tiere vor der Schlachtung. Die Umstellung auf robustere Zuchtlinien und eine Besatzdichte von max. 30 kg pro Quadratmeter steht aktuell bei 16 %.

Wasgau legt konkreten Fahrplan bis 2030 vor

Wasgau veröffentlichte einen detaillierten Stufenplan. Bei den zentralen Kriterien wie langsamer wachsenden Zuchtlinien, mehr Platz und Beschäftigungsmöglichkeiten soll der Anteil konformer Ware von 10 % im Jahr 2026 bis 2030 auf 100 % steigen. Der konkrete Fahrplan für das Eigenmarkensortiment schafft Verbindlichkeit und macht die Fortschritte nachvollziehbar.

Bei der Umstellung setzt Wasgau auf langfristige Beziehungen zu landwirtschaftlichen Betrieben und Lieferanten. Das Unternehmen betont, dass dafür Investitionen, Planungssicherheit und eine enge Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette erforderlich sind.

Verbindlichkeit bringt Lieferketten in Bewegung

Ambitionierte Einkaufsrichtlinien entfalten ihre Wirkung besonders dann, wenn sie mit belastbaren Lieferbeziehungen, verlässlichen Abnahmemengen und klaren Zeitplänen verbunden werden. Hit und Wasgau arbeiten mit Produzenten zusammen, die bereits seit Jahren an der Umstellung auf höhere Tierschutzstandards mitwirken. Diese langfristige Zusammenarbeit ist ein entscheidender Erfolgsfaktor.

Die Handelsunternehmen können jedoch nur die Produkte umstellen, die sie selbst steuern. Bei Markenartikeln entscheiden meist die jeweiligen Produzenten über die Produktionsbedingungen. Damit höhere Tierschutzstandards schließlich das gesamte Sortiment umfassen, müssen auch Produzenten für ihre Marken verbindliche Ziele festlegen und in mehr Tierschutz investieren.

Fortschritt entsteht durch gemeinsame Lösungen

Höhere Kosten und begrenzte Warenverfügbarkeit werden häufig als Gründe genannt, um Verbesserungen aufzuschieben. Diese Herausforderungen sind real, aber lösbar – durch klare Ziele, verlässliche Zeitpläne und eine enge Zusammenarbeit.

Der Beitritt von Hit und Wasgau ist deshalb nicht nur ein wichtiger Schritt zur Reduzierung von Tierleid, er zeigt zugleich: Auch anspruchsvolle Veränderungen lassen sich mit verbindlichen Zielen, Planungssicherheit und pragmatischer Zusammenarbeit entlang der Lieferkette voranbringen.

Über die Masthuhn-Initiative

Allein in Deutschland werden jedes Jahr mehr als 600 Millionen Hühner gemästet und getötet. Das sind über 80 % aller geschlachteten Landtiere. Die meisten dieser Tiere leiden durch das schnelle Wachstum unter gravierenden gesundheitlichen Problemen. Die enge und reizarme Stallumgebung sowie die Betäubung im elektrischen Wasserbad vor der Schlachtung verursachen zusätzliches – vermeidbares – Leid.

Um dieses Leid zu lindern, haben wir die Masthuhn-Initiative ins Leben gerufen. Ihr haben sich in Deutschland bereits mehr als 100 Unternehmen aus allen Bereichen der Lebensmittelwirtschaft angeschlossen, um die Bedingungen für Masthühner zu verbessern.

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