Jetzt helfen Ferkel

ARD Exclusiv: Ferkelzucht-Recherche

Gestern hat die ARD den vielbeachteten Beitrag »Gequält, totgeschlagen und weggeworfen – Das Leid in Ferkelfabriken« ausgestrahlt.

Ausrede »Einzelfälle« und Gegenangriffe sind hinfällig

Für den Beitrag hat allein die Organisation ARIWA in zehn verschiedenen Ställen in insgesamt vier Bundesländern recherchiert und dabei z. T. auch bei Marktführern gefilmt. Hinzu kamen u. a. weitere Aufnahmen anderer Organisationen sowie ein anonymer Kontakt innerhalb der Behörden. Exclusiv im Ersten hat die Aufnahmen und Informationen zu einem umfassenden Bericht über den Status quo in der Ferkelzucht zusammengefügt, der keine Zweifel daran lässt, dass gravierende Missstände an der Tagesordnung sind.

Einschlägige Interessengruppen hindert das allerdings nicht daran, trotzdem noch von Einzelfällen zu schreiben und sich darüber hinaus zu beschweren, dass die Aufnahmen heimlich erstellt wurden. Statt um »illegale Filmaufnahmen« und »Einbrüche« handelt es sich allerdings nur um abgemilderte Hausfriedensbrüche, die aufgrund des berechtigten öffentlichen Interesses am Umgang mit den »Nutztieren« und der nur vorgetäuschten Transparenz der Agrarindustrie absolut notwendig sind. Dass solche Hausfriedensbrüche vertretbar sind, ist nicht nur unsere Meinung, sondern auch Stand der Rechtsprechung.

Strafanzeigen; Veterinärämter und Politik versagen

ARIWA und mindestens eine weitere Organisation haben Strafanzeigen gestellt. ARIWA hat dabei sehr genaue Fotobeweise geliefert, die uns vorliegen. Die dokumentierten Verstöße sind teilweise absolut eindeutig (z. B. zu kleine Kastenstände). Aus unserer Sicht ist es deshalb unentschuldbar, dass die zuständigen Veterinärbehörden nicht schon längst dafür gesorgt haben, dass zumindest die geltenden Vorschriften eingehalten werden. Fragen wie die von Monika Anthes an Minister Aeikens, ob die Schweinefleischindustrie den Zuständigen auf der Nase herumtanzt (22:00 min), sind deshalb durchaus angebracht.

Forderungen

Tierhalter müssen intensiver und unangemeldet kontrolliert werden. Dazu müssen die Veterinärämter personell besser ausgestattet und von den Landwirtschaftsministern angewiesen werden, streng zu kontrollieren. Wie wichtig unangemeldete Kontrollen sind, verdeutlicht das folgende Beispiel: Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt hat auf eine Kleine Anfrage (KA 6/8150) der Grünen-Abgeordneten Dorothea Frederking aufgeführt, welche Ergebnisse die Kontrollen einer großen Schweinehaltungsanlage in den letzten zwei Jahren gebracht haben. Ergebnis: Während bei angemeldeten Kontrollen fast nie etwas beanstandet wurde, wurden bei den unangemeldeten Kontrollen in jedem einzelnen Fall Verstöße festgestellt.

Die Landesregierungen müssen aktiver werden. Auch wenn uns die Aussage von Minister Aeikens überrascht hat, bei Verstößen bis hin zur Auflösung der Betriebe gehen zu wollen (19:00 min): Es kann nicht nur darum gehen, die (mangelhaften) Vorschriften umzusetzen. Insbesondere die Landwirtschaftsminister in Niedersachsen und NRW arbeiten auch aktiv an der Linderung einiger der gravierendsten Probleme.

Bundesminister Schmidt muss aktiv werden. Er hat zwar Recht damit, dass die Länder für die Umsetzung der gesetzlichen Mindeststandards zuständig sind (26:00 min), aber er muss auch erkennen, dass diese Standards derzeit viel niedriger sind, als vom Wähler gewollt. Es ist seine Aufgabe, eine Novelle des Tierschutzgesetzes auf den Weg zu bringen (die Änderungen der Vorgängerregierung können nicht ernsthaft als Novelle bezeichnet werden).

Und nicht zuletzt plädieren wir an alle VerbraucherInnen, die eigene Macht zu nutzen. Da es auch in den Alternativen zur Massentierhaltung immer wieder zu gravierenden Missständen kommt und auch die beste Tierhaltung nicht das ethische Problem des unnötigen Tötens löst, empfehlen wir den Weg hin zu einer veganen Ernährung. Wie sich diese gesund und (nach einer Umstellungsphase) einfach umsetzen lässt, zeigt unsere Vegan Taste Week. Außerdem haben wir mehrere Tipps zum Aktivwerden für Tiere.

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