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Das steckt hinter einem Kilogramm Rindfleisch

Was steckt in 1 kg Fleisch?Bei den Zahlenangaben für die Grafik haben wir nicht die höchsten in Studien genannten Werte ausgewählt. Stattdessen haben wir uns für diejenigen Werte entschieden, die in fundierten Studien in nachvollziehbarer Weise als global gültige Werte angegeben werden. An dieser Stelle erläutern wir, wie die ausgewählten und andere Werte zustande kommen.

Der Wasserbedarf: 15.415 Liter

Ein Kilogramm Rindfleisch enthält rund 700 Gramm Wasser. Doch eine ungleich größere Menge steckt in der Produktion des Fleischs. Dieses sogenannte virtuelle Wasser ist die Menge, die über den gesamten Herstellungsprozess anfällt. Im globalen Durchschnitt sind es über 15.400 Liter pro Kilogramm Rindfleisch. In einigen Fällen werden noch weitaus höhere Zahlen genannt. Als Proteinquelle ist das Muskelgewebe eines Rindes somit sehr ineffizient, allein was den Bedarf an Wasser betrifft: Er ist sechsmal so hoch wie bei Hülsenfrüchten.

Nicht der Durst der Tiere ist die Ursache des hohen Wasserbedarfs, sondern ihre Ernährung, denn das meiste Wasser in der Tierhaltung fließt in den Anbau der Futtermittel. Das gilt nicht nur für Rinder, sondern für alle »Nutztiere«. Global sind es insgesamt 98 % des für die Tierhaltung benötigten Wassers. Die Haltung von Rindern ist jedoch ganz besonders wasserintensiv und beansprucht einschließlich Milchkühen mehr als die Hälfte des für die Tierhaltung verwendeten Wassers.

Ein Grund für den hohen Wasserbedarf der Rinderhaltung: Rinder wandeln ihr Futter besonders ressourcenaufwändig in Fleisch um, wenn sie wie in der industriellen Massentierhaltung wenig Raufutter und stattdessen große Mengen an Getreide und Soja bekommen. Die Art der Haltung und Fütterung ist daher ein wesentlicher Faktor. Die tatsächlich für ein Kilogramm Rindfleisch aufgewendete Menge Wasser kann somit stark variieren.

Probleme durch die Wassernutzung können sowohl durch die Entnahme als auch durch die Verschmutzung von Wasser entstehen. Bei industriellen Haltungssystemen wird zur Bewässerung der Futterpflanzen mehr Grund- und Oberflächenwasser benötigt als etwa in einer kleinbäuerlichen Weidehaltung. Über die Bodenoberfläche und Futterpflanzen verdunstet das entnommene Wasser. Es fließt zu großen Teilen nicht mehr vor Ort in ein Gewässer zurück und fehlt dann im natürlichen Wasserkreislauf. Zudem verschmutzt die industrielle Tierproduktion etwa durch Antibiotika-Rückstände, Pflanzenschutzmittel, Gülle und Kunstdünger mehr Wasser. Sie kann damit die Wasserqualität in Grundwasser und anderen Gewässern deutlich verschlechtern. Gerade in Gebieten mit sinkendem Grundwasserspiegel oder nicht ausreichendem Zugang zu Trinkwasser müssen Menschen wegen der Produktion von Fleisch mit der Landwirtschaft um Süßwasser konkurrieren.

Treibhausgase: 20,65 Kilogramm CO2-Äquivalente

Bei den Treibhausgasen, die hinter der Erzeugung von einem Kilogramm Rindfleisch stecken, ist das Methan am bekanntesten. Es entsteht aufgrund der Verdauung der Wiederkäuer und hat eine starke Treibhauswirkung in der Atmosphäre. Zur Vergleichbarkeit rechnet man es als »CO2-Äquivalent« in die Klimawirkung von CO2 um. Insgesamt sind allerdings die Treibhausgase entscheidend, die bei der Flächengewinnung und den Anbau der Futtermittel anfallen. Sie entstehen bei der Landnutzung (z. B. Lachgasemissionen durch Düngung) und bei Landnutzungsänderungen, wie der Abholzung von Regenwald und der Umwandlung von Savannen in Weideland oder Futtermittelplantagen. Hier kann je nach Region das Ausmaß der Klimabelastung stark variieren. In Gebieten mit tropischem Wald oder Grasland sind die Emissionen durch Landnutzungsänderungen besonders hoch.

Die Angaben zum CO2-Fußabdruck von einem Kilogramm Rindfleisch weisen in der Literatur eine große Bandbreite auf, nämlich von etwas unter zehn bis über 30 Kilogramm CO2-Äquivalenten und vereinzelt sogar weit darüber hinaus. Eine einheitliche globale Ermittlung von Daten ist nach wie vor schwierig, weil es für die Emissionsberechnung bei den verschiedenen Herstellungsschritten unterschiedliche bzw. keine Standards gibt. Häufig fehlen exakte Daten oder sie unterscheiden sich deutlich in den untersuchten Regionen. Des Weiteren kann es Unklarheiten geben, zu welchen Anteilen die Emissionen den Haupt- und Nebenprodukten (z. B. Milch und Fleisch) angelastet werden. Zudem lassen sich die sogenannten Systemgrenzen der Berechnungen unterschiedlich festlegen. Diese Systemgrenzen geben an, welche mit der Produktion verbundenen Emissionsquellen überhaupt mit berücksichtigt werden (z. B. Landnutzungsänderungen, Dieselerzeugung, Traktorenbau usw.).

Nutzfläche: 27 bis 49 Quadratmeter

Die Berechnung des Flächenbedarfs von Fleisch ist ähnlich komplex wie die Treibhausgasbilanz und weist ebenfalls eine große Bandbreite in den Studien auf. Der Flächenbedarf hängt, wie die Faktoren Wasser und Treibhausgase, stark von den verwendeten Futtermitteln ab. Diese können sich je nach Weltregion stark unterscheiden. Oftmals gibt es nur unzureichende Daten und wenige systematische Untersuchungen.

Eine Untersuchung fasst die Ergebnisse mehrerer Studien aus verschiedenen Ländern zusammen. Daraus ergibt sich eine Spanne von 27 bis 49 Quadratmetern, um ein Kilogramm Rindfleisch zu erzeugen. Der Rindfleischverzehr in Deutschland beansprucht mehr als doppelt so viel Fläche wie der hiesige Konsum von Kartoffeln und Weizen zusammen, obwohl deren Verzehrsmenge mehr als das Zehnfache von Rindfleisch beträgt. Da die Flächen hierfür nicht in Deutschland zur Verfügung stehen, werden sie im Ausland belegt: Um seine Nachfrage an landwirtschaftlichen Erzeugnissen zu decken, nutzt Deutschland außerhalb der EU Flächen, die über 40 % der eigenen landwirtschaftlichen Nutzfläche entsprechen.

Getreide: 2,6 Kilogramm

60 % des in Deutschland genutzten Getreides wird als Tierfutter eingesetzt. Lediglich ein Fünftel dient direkt der menschlichen Ernährung. Es lässt sich kaum korrekt angeben, wie viel Getreide und anderes Kraftfutter wie Soja für ein Kilogramm Rindfleisch weltweit durchschnittlich aufgewendet wird. Ältere Veröffentlichungen gehen für Industrieländer von 2,6 Kilogramm Getreide aus. Die Angaben in der Literatur zum durchschnittlichen Futtermittelverbrauch variieren stark. Sie hängen von vielen Faktoren ab wie etwa Alter, Rasse, Fütterungsart und Standort.

Für Deutschland gibt es Angaben, dass zur Erzeugung von einem Kilogramm Rindfleisch 1,7 Kilogramm Kraftfutter erforderlich sind. Dazu werden vor allem Getreide wie Weizen, Mais und Gerste sowie Ölsaaten wie Soja eingesetzt. Der Anteil an Soja ist bei Wiederkäuern wie Rindern verglichen mit anderen Tierarten mit etwas über zehn Prozent der Kraftfuttermenge gering. Bei ihnen kommen je nach Fütterungssystem noch kleinere oder größere Mengen an Maissilage und Grünfutter wie Gras hinzu.

Was können Sie tun?

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