Tieren helfen Entenküken

Enten

Körperliche Leiden und Schäden der Enten

Die in der konventionellen Mast verwendeten Entenrassen wurden gezielt so gezüchtet, dass sie in kürzester Zeit möglichst viel Fleisch ansetzen. Die Knochen und inneren Organe der Tiere können bei dem unnatürlichen Fleischwachstum jedoch nicht mithalten. Aufgrund dieser Überzüchtung und den artwidrigen Haltungsbedingungen leiden Mastenten häufig unter schwerwiegenden Erkrankungen und Verletzungen wie z. B.:

Kranke Ente in der Entenmast
© Animal Rights Watch
  • Beinverletzungen und schmerzhafte Wucherungen an Zehen und Ballen (verursacht durch die Haltung auf Gitterböden)
  • Störung der Skelettreifung
  • Brustblasen (Ansammlungen von Lymphflüssigkeit in einem Hautsack)
  • Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems
  • Gestörte Knochenentwicklung der Beine (Beinschwächesyndrom)
  • Atemprobleme (durch von Kot verklebte Nasenlöcher)

Etliche Tiere verenden bereits vor dem Schlachttermin. Besonders schlimm trifft es diejenigen, die es nicht mehr schaffen, die Tränke zu erreichen – sie müssen langsam verdursten. Bei der intensiven Haltung der Enten werden Technopathien (Schäden durch Haltung) und Verlustraten häufig auf Kosten der Tiere in Kauf genommen.

Schlachtung der Enten

In Deutschland wurden im Jahr
rund
Enten zum Verzehr getötet. Abtransportiert zum Schlachter werden die Tiere sobald sie das gewünschte Gewicht erreicht haben – zu diesem Zeitpunkt haben die Vögel noch nicht einmal die Geschlechtsreife erlangt.

Vor dem Transport ist es üblich, die Tiere für 8 Stunden oder länger (zum Teil bis zu 24 Stunden) hungern zu lassen. Dadurch setzen sie weniger Kot ab und es kommt zu einer geringeren Verschmutzung beim Transport, jedoch dehydrieren viele Tiere dadurch aber auch und werden zusätzlich geschwächt. Auch während des Transports erfahren die Vögel einen schlechten Umgang, nicht zuletzt aufgrund des Zeitdrucks bei allen Abläufen, vom Transport bis hin zur Schlachtung.

In der Schlachterei werden die Enten zur Betäubung mittels elektrischer Ganzkörperdurchströmung in einem Wasserbecken kopfüber mit den Füßen in eine Förderkette gehängt, die sie durch alle weiteren Schlachtstationen transportiert. Bis es zur Betäubung kommt, vergehen jedoch bis zu zwei Minuten, in denen die Tiere mit dem Kopf nach unten hängen, während die hohe Zuglast ihrer schweren Körper zu schmerzhaftem Druck insbesondere an den Stellen der Beine führt, an denen die Enten in die Förderkette eingehängt sind. Bei diesem vollautomatischen Vorgang kommt es häufig zu Fehlbetäubungen, da die Vögel über das Hochziehen des Kopfes versuchen, dem Eintauchen ins Wasserbecken zu entgehen. Häufig versuchen sich die Tiere auch schon vor der Betäubung mit Flügelschlagen zu wehren, wobei es regelmäßig zu Blutstauungen und Knochenbrüchen kommt. Zwar ist eine Nachbetäubung per Hand vorgesehen, in dem Schlachtverlauf wird dies aber meist als zu zeitaufwändig angesehen. Die unzureichend betäubten Tiere erleben also bei vollem Bewusstsein, wie ihnen der Hals aufgeschnitten wird.

Vermeidbarkeit und Forderungen

Mastenten könnten einige Leiden erspart bleiben, wenn in der Intensivhaltung zumindest folgende Änderungen eingeführt würden:

  • Verwendung weniger überzüchteter Rassen (zur Eindämmung diverser Krankheiten)
  • Zugang zu Auslaufflächen mit Schwimmmöglichkeiten (z. B. längliche Schwimmbecken, wie Baderinnen), mindestens jedoch die Bereitstellung von Tränken, die das Eintauchen des Kopfes zulassen (zur Gefiederreinigung und der Ausführung wasserbezogener Verhaltensweisen)
  • Bereitstellung von Beschäftigungsreizen, wie z. B. strukturreichem Feuchtfutter (zur Ausführung nahrungsbezogener Verhaltensweisen)
  • Verringerung der Besatzdichte (zur Schaffung von Bewegungsfreiheit)

Bei Moschusenten gehören, wie oben bereits erwähnt, das Kupieren der Krallen bzw. Zehen und das Schnabelkürzen zur gängigen Praxis. Die Amputation von Gliedmaßen ist nach § 6 des deutschen Tierschutzgesetzes nur in Ausnahmefällen erlaubt, wird aber im Widerspruch zum Gesetz zur Regel gemacht. Haltungsbedingungen, die so quälerisch sind, dass zur Eindämmung des Verletzungsrisikos solche gravierenden und schmerzhaften Eingriffe erforderlich werden, sind aus Tierschutzsicht nicht tragbar – besonders angesichts der Tatsache, dass Federrupfen und Kannibalismus bei Moschusenten trotz der Maßnahmen des Schnabelkürzens und der Dunkelhaltung weiterhin ausnahmslos auftreten. Selbst unter den oben beschriebenen verbesserten Haltungsbedingungen kommt es zu den Verhaltensstörungen. Daher sollte die konventionelle Haltung von Moschusenten deutschlandweit verboten werden. Zwar wurde 2012 von Niedersachen ein solches Verbot angedacht, bislang aber noch nicht umgesetzt. Stattdessen wurden seit 2014 in diesem Bundesland einige Verbesserungen angegangen, die jedoch die eigentlichen Grundprobleme der Moschusentenhaltung nicht konsequent beseitigen (erforderlich wären u. a. eine generelle Bestandsgrößenreduktion und dauerhafter Zugang zu offenen Wasserflächen). Als ein Fortschritt ist jedoch zu bewerten, dass für das Amputieren der Schnäbel bei Moschusenten in Niedersachsen keine Ausnahmegenehmigungen zum § 6 des Tierschutzgesetzes (s. o.) mehr erteilt werden dürfen – im Gegensatz zu allen anderen Bundesländern, in denen weiterhin Ausnahmen ohne Beanstandung gestattet werden.

Generell werden Enten in bestehenden Gesetzestexten bisher kaum ausreichend berücksichtigt. Zwar gibt es auf EU-Ebene Haltungsempfehlungen, doch finden diese in der aktuellen Entenhaltung kaum Beachtung. In Deutschland existieren neben dem allgemeinen Tierschutzgesetz in manchen Bundesländern freiwillige Vereinbarungen für Enten, diese beinhalten aber gerade einmal Mindestanforderungen und sind nicht einmal ansatzweise ausreichend zum Schutz des Wassergeflügels ausgearbeitet.

Was können Sie tun?

  • Meiden Sie Entenfleisch, da Sie mit dessen Verzehr nicht nur die beschriebenen Bedingungen in der Entenmast unterstützen, sondern aufgrund von Importen aus Ländern wie Frankreich und Ungarn auch unbewusst Fleisch von Enten aus der Stopfleberproduktion verzehren könnten.
  • Sie suchen Informationen oder eine Einstiegshilfe zu einer tierfreundlicheren Ernährung? Dann schauen Sie doch mal bei unserer Vegan Taste Week vorbei und melden Sie sich zum kostenlosen Newsletter an.
  • Unterstützen Sie unseren Kampf gegen die tierquälerische Massentierhaltung.

Zahlenquellen

Die Zahlen zum Tierbestand und zur Schlachtung beruhen auf Angaben des Statistischen Bundesamtes.

Artikel zum Herunterladen

Diesen Artikel können Sie auch als PDF-Dokument mit sämtlichen Quellenangaben herunterladen.

 

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