Keine Tierquälerei bei Fischen

Tierquälerei unter Wasser stoppen

Kennen Sie das ASC-Siegel auf Fischen und Fischprodukten? Es will das weltweit führende Kennzeichnungssystem für Fische »aus verantwortungsvoller Zucht« sein. Jedoch spielt der Tierschutz bei der Vergabe des Siegels bislang absolut keine Rolle: Es gibt keine entsprechenden Kriterien zu Haltung, Umgang, Transport oder Tötung der Tiere.

Die kommerzielle Fischproduktion ist Massentierhaltung unter Wasser und bringt ähnlich gravierende Probleme mit sich wie die Massentierhaltung an Land. Wir fordern daher, dass der ASC Tierschutzkriterien in seinen Anforderungen an die Betriebe berücksichtigt. Schließen Sie sich an!

Appelltext

An den Geschäftsführer des Aquaculture Stewardship Council (ASC) Chris Ninnes

Sehr geehrter Herr Ninnes,

der ASC berücksichtigt bei der Vergabe seines Siegels keine Tierschutzkriterien. Somit können bei Haltung, Umgang, Transport und Tötung für die Tiere erhebliche Qualen entstehen. Das ist nicht vereinbar mit einem Siegel, das für eine verantwortungsvolle Produktion von Fischen stehen will.

Zudem sind die vom ASC in der Aquakultur akzeptierten Netzkäfige kein geeigneter Lebensraum für die darin gehaltenen Tiere. In den Käfigen können Fische ihr natürliches Verhalten kaum ausleben. Die Enge verursacht Stress und macht die Tiere anfälliger für Krankheiten. Selbst bei als robust geltenden Fischarten sind bei dieser Haltungsform die Sterblichkeitsraten vor der Schlachtung sehr hoch. Ein weiteres Problem: Die Umwelt und wildlebende Tiere leiden unter den ökologischen Folgen von Fischfarmen mit Netzkäfigen, weil schädliche Stoffe wie Kot und Chemikalien ungefiltert in das umgebende Wasser gelangen.

Ich fordere Sie auf, den ASC-Standard um Tierschutz-Kriterien zu ergänzen und grundsätzlich keine Fischhaltung in Netzkäfigen mehr zu akzeptieren.

Mit freundlichen Grüßen
[Name, PLZ Ort]

Hintergrund

Die Haltung und Produktion von Wassertieren in kommerziellen Anlagen, sog. Aquakulturen, ist der am schnellsten wachsende Sektor tierlicher Nahrungsmittel. Über die Hälfte aller verzehrten Speisefische stammt inzwischen aus der Aquakultur. In Teichen, Becken, Netzgehegen und Käfigen werden Süßwasserfische wie Karpfen, Forellen, Welse und Buntbarsche sowie Meeresfische wie Lachs, Dorade, Heilbutt und Thunfisch gezüchtet oder gemästet. Aus Tierschutzsicht ist die kommerzielle Fischproduktion ähnlich problematisch wie die industrielle Tierhaltung an Land.

Der Aquaculture Stewardship Council (ASC) ist eine weltweit tätige Organisation, 2010 unter anderem vom WWF gegründet. Mit seinem Siegel will er für eine »verantwortungsvolle Zucht« stehen. Das sollte auch einen möglichst rücksichtsvollen Umgang mit den betroffenen Lebewesen gewährleisten. Doch die Kriterien des ASC betreffen lediglich die Herkunft des Futters, das Verbot genetisch veränderter Tiere sowie Anforderungen an die Wasserqualität und den Einsatz von Antibiotika. Es finden sich bislang keine Kriterien zum Umgang, Transport und zur Tötung der Tiere. Der ASC akzeptiert stundenlange Lebendtransporte sowie Sterblichkeitsraten vor der Schlachtung von 35 %.

Insbesondere die beim ASC zulässigen Netzkäfige sind aus Tierschutzsicht wie aus ökologischen Gründen abzulehnen. Aus den in Seen oder Meeresbuchten genutzten Netzkäfigen gelangen ungefiltert Futterreste, Kot, Antibiotika, Pestizide und andere Chemikalien sowie Krankheitserreger in die Umwelt. Dort können sie die Lebensgrundlagen wildlebender Tiere gefährden.

Datenschutz

Ihre Daten (Name, PLZ und Ort, aber nicht Ihre E-Mail-Adresse) werden wir nach Abschluss des Appells dem Verein fair-fish zur gemeinsamen Weitergabe aller Unterschriften an den ASC überreichen. Wir speichern Ihre Daten über den Zeitraum des Appells hinaus nur dann, wenn wir Sie per Newsletter auf dem Laufenden halten sollen. Ansonsten werden Ihre Daten ausschließlich für die Petition verwendet und spätestens drei Monate nach Beendigung der Aktion gelöscht (vollständige Datenschutzerklärung).

Wenn nicht anders vermerkt, gilt für Texte dieser Seite die Creative-Commons-Lizenz Namensnennung 4.0. Bilder stehen meist unter Copyright.
[disabled]
[disabled]