Keine Quälerei für Käse

Keine Quälerei für »Qualitäts«-Käse


Eine aktuelle Recherche von Compassion in World Farming Italien zeigt die erbärmlichen Bedingungen, unter denen Milchkühe von Parmesan (Parmigiano Reggiano) und Grana Padano teilweise leben müssen. Die Mehrheit der Tiere darf nie eine Weide betreten. Auch Anbindehaltung ist noch verbreitet. Bei einem für seine Qualität gepriesenen Produkt sind solche Bedingungen besonders skandalös.

Fordern Sie Nicola Bertinelli, Präsident des Konsortiums Parmigiano Reggiano und Dr. Stefano Berni, Generaldirektor des Konsortiums Grana Padano auf, für ein besseres Leben der Milchkühe zu sorgen.

Appelltext

Sehr geehrter Herr Dr. Berni, sehr geehrter Herr Bertinelli,

mich hat die jüngst veröffentlichte Recherche von Compassion in World Farming Italien bestürzt, die extrem schlechte Haltungsbedingungen bei Milchkühen von Parmesan und Grana Padano aufgedeckt hat. Ihre Käsesorten stehen für Tradition und Qualität. Umso mehr bedaure ich, dass der Tierschutz bei Ihnen keine vergleichbare Rolle spielt.

Die Recherche zeigt, dass die Mehrheit der Kühe Ihrer Lieferkette weder Weidegang hat, noch ihren Bedürfnissen entsprechend untergebracht ist. Zu enge Liegeboxen und rutschige Gänge verhindern ausreichenden Zugang zu Futter- und Ruheplätzen; einige Tiere leiden zudem unter ausgeprägten Lahmheiten und sind ausgezehrt.

Als Konsument eines Landes, das Ihre Produkte importiert, finde ich es erschütternd, dass Sie solche Zustände zulassen. Ich fordere Sie deshalb auf, bis Ende 2018 ein Programm zur Verbesserung des Tierschutzes umzusetzen, das den Tieren für wenigstens 100 Tage im Jahr Weidegang ermöglicht, Anbindehaltung ausschließt sowie zentrale Haltungsprobleme überwacht und verringert.

Mit freundlichem Gruß
[Name, PLZ und Ort]

Hintergrund

Das italienische Team der internationalen Tierschutzorganisation Compassion in World Farming (CIWF) hat im Sommer 2017 mehrere Milchkuhbetriebe von Parmesan und Grana Padano aufgesucht. Bei ihrer Recherche mussten sie feststellen, dass bei diesen »Premiumprodukten« der Tierschutz keine Rolle spielt. Die Mehrheit der Kühe sieht rund ums Jahr niemals eine Weide, obwohl Kühe sehr bewegungsfreudige Tiere sind, die viel Platz benötigen. Das Grasen ist wichtig für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Kühe. Ohne Weidegang leiden die Tiere, denn sie können einige ihrer natürlichen Verhaltensweisen nicht ausleben.

Ein Vertreter des Parmesan-Konsortiums gab gegenüber den CIWF-Mitarbeitern unumwunden zu, dass es hier nur wenige Ausnahmen gibt – etwa ein Prozent der Betriebe – bei denen die Kühe nicht ihr Leben ausschließlich in den Ställen fristen. Bei Grana Padano stehen nach Aussage des Generaldirektors des Konsortiums die Kühe zum großen Teil noch in Anbindehaltung.

Viele der besuchten Ställe waren stark verschmutzt und die Gestaltung der Liegeboxen war für die Tiere ungeeignet. Auf den rutschigen Gängen der Laufställe konnten sich die Kühe nur sehr vorsichtig fortbewegen. Das Team vom CIWF sah in den Betrieben zudem verletzte sowie lahmende Kühe. Etliche waren abgemagert.

Die Kühe, die für die Milchproduktion eingesetzt werden, produzieren aufgrund ihrer Züchtung enorme Milchmengen. Den damit verbundenen Bedarf an Energie können die Tiere nicht vollständig durch die Futteraufnahme ausgleichen; diese Übernutzung führt zu einem schlechten körperlichen Zustand der Tiere, fördert Erkrankungen und verkürzt letztendlich die Lebensdauer.

Nachdem die Zustände bekannt wurden, forderten fast 100.000 Menschen aus aller Welt die Vertreter der Erzeuger dieser Käsesorten auf, die Lebensqualität ihrer Milchkühe zu verbessern und ihnen Zugang zu einer Weide zu ermöglichen. In der Folge traten die Vertreter von Grana Padano mit unseren KollegInnen von Compassion in World Farming in einen Dialog über Wege, ihren Kühen ein besseres Leben zu ermöglichen.

Doch die Vertreter von Parmesan weigern sich, unserem gemeinsamen Anliegen Gehör zu schenken. Somit müssen deren Kühe auch künftig unter miserablen Bedingungen dahinvegetieren.

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