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WWF-Bericht zu Fleisch: Appetit auf Zerstörung

© Nolanberg – Shutterstock

Dass sich eine omnivore Ernährungsweise negativ auf die Umwelt auswirkt, ist vielen Menschen bekannt. Der neue WWF-Bericht »Appetite for Destruction« zeigt jetzt auf, dass dabei der massive Futtermittelanbau das gravierendste Problem darstellt. Er belastet demnach die natürlichen Ressourcen in hohem Maße und trägt maßgeblich dazu bei, dass die Artenvielfalt weltweit zurückgeht.

Mehr Futtermittel – weniger Arten

Wegen der weltweit wachsenden Nachfrage nach Fleisch nimmt auch die Produktion von Futtermitteln wie Soja und Mais zu. Der WWF-Bericht macht deutlich, dass deren Anbau dauerhaft Landflächen schädigt. Betroffen sind vor allem in Gebieten, die zu den ökologisch wertvollsten und am stärksten gefährdeten Gebieten der Erde zählen. Dazu gehören beispielsweise der Amazonas-Regenwald, das Kongobecken oder das Jangtse-Gebiet. Diese Regionen und deren BewohnerInnen leiden erheblich unter Umweltbelastungen, die durch den Futtermittelanbau hervorgerufen werden: Artenvielfalt geht verloren, die Wasserversorgung der Menschen ist bedroht.

»Unsere Nahrungsmittel sind für 60 % des weltweiten Verlusts an Artenvielfalt verantwortlich«, sagt Duncan Williamson, WWF-Manager für Nahrungsmittelstrategie. Sollte die weltweite Fleischnachfrage wie erwartet zunehmen, muss dem WWF-Bericht zufolge die Sojaproduktion um etwa 80 % ansteigen, um alle »Nutztiere« zu ernähren. Der Durchschnittseuropäer »isst« schon heute etwa 61 kg Soja pro Jahr, fast ausschließlich indirekt über den Umweg Tierprodukte.

Nährstoffgehalt im Fleisch sinkt

Der Bericht beleuchtet noch einen weiteren Aspekt: Die intensive Tierhaltung mit ihren energie- und proteinreichen Futtermitteln führt anscheinend dazu, dass Fleischprodukte heute weniger gesunde Omega-3-Fettsäuren enthalten als früher. Demgegenüber ist der Gehalt an ungesunden gesättigten Fettsäuren angestiegen. Einer Studie zufolge wären heutzutage sechs Hühner nötig, um die gleiche Menge Omega-3-Fettsäuren aufzunehmen wie in den 1970er Jahren mit einem Huhn. Solch ein Rückgang des Nährstoffgehalts ist auch bei Fischen aus Aquakultur beobachtet worden. Seit 2006 ist demnach der Omega-3-Gehalt in Atlantischem Lachs aus schottischen Zuchtanlagen um die Hälfte gesunken. Der Bericht spricht angesichts dieser Erkenntnisse von »ernsthaften Befürchtungen, dass unser aktuelles Nahrungsmittelsystem nicht in der Lage sein wird, den künftigen Fettsäuren-Bedarf unserer wachsenden Weltbevölkerung zu decken.«

Ein wachsendes Problem: Geflügelfleisch

Den größten Anteil an der Futtermittelproduktion hat dem WWF-Bericht zufolge die Geflügelindustrie, besonders in den Regionen Asien-Pazifik, Europa und Nordamerika: 41,5 % der weltweit angebauten Futtermittel nutzte sie im Jahr 2009. Auf die Schweinehaltung entfielen etwa 30 % und auf die Aquakultur 4 %.

Wie offizielle Zahlen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung zeigen, wird Geflügel als Nahrungsmittel in Deutschland immer beliebter: Der Konsum stieg von durchschnittlich 10 kg pro Kopf im Jahr 2006 auf 12,5 kg im Jahr 2016. Das beliebteste Fleisch kommt hierzulande jedoch vom Schwein: Jede Person isst durchschnittlich 36 kg Schweinefleisch. Dazu kommen etwa 10 kg Rind- und Kalbfleisch.

Insgesamt verzehren die Deutschen im Durchschnitt fast 60 kg Fleisch pro Kopf und Jahr. Das ist fast doppelt so viel wie von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlen. Auch die im Schnitt aufgenommene Proteinmenge liegt daher in allen Altersklassen über dem empfohlenen Wert.

Lösungswege und Fazit

Wir müssen unser Konsumverhalten und die Produktion unserer Lebensmittel verändern, um die gesamte Weltbevölkerung fair und nachhaltig ernähren zu können. Das macht der WWF-Bericht deutlich. Hielten Menschen sich beispielsweise an die offiziellen Verzehrempfehlungen, bliebe laut WWF ein Gebiet in der 1,5-fachen Größe der Europäischen Union von landwirtschaftlicher Bewirtschaftung verschont.

Der WWF empfiehlt unter anderem, den Fleischkonsum einzuschränken. Darüber hinaus werden alternative Futtermittel wie Insekten oder Algen als Lösungsweg angeführt. Diese seien in der Produktion ressourcenschonender und beeinträchtigten außerdem nicht die Nährwerte von Tierprodukten.

Leider geht der Bericht nicht deutlich darauf ein, dass eine rein pflanzliche Ernährungsweise das Problem an der Wurzel packen würde. Dabei wurde bereits auch von offiziellen Stellen beschrieben, welche Vorteile eine weite Verbreitung der veganen Lebensweise haben könnte – sowohl aus ökologischer und ökonomischer Perspektive als auch für die Welternährungssituation.

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