Jetzt helfen Ferkel

Brandschutz: mehr als ein Stolperstein für die Intensivtierhaltung?

Feuerwehrmann © pur – fotolia.com
Vor einem Monat hatten wir berichtet, dass im Emsland vorübergehend alle Genehmigungsverfahren für agrarindustrielle Betriebe ausgesetzt wurden und eine Krisensitzung zum Thema einberufen wurde. Der Grund war, dass Bürgerinitiativen den Behörden in verschiedenen Bereichen eine zu laxe Genehmigungspraxis nachweisen konnten.

Insbesondere im Bereich des Brandschutzes ist dies beim Landkreis Emsland auf fruchtbaren Boden gefallen: § 20 der niedersächsischen Bauordnung schreibt vor, dass »bei einem Brand die Rettung von Menschen und Tieren sowie wirksame Löscharbeiten« möglich sein müssen. Dies ist aber in industriellen Großställen nicht möglich, wie leider viele tausend in Großställen verbrannte Tiere aus den letzten Jahren beweisen.

Der Landkreis Emsland hat sich von der Argumentation der Bürgerinitiativen überzeugen lassen und verlangt jetzt, dass bei Stallneubauten ein Brandschutzgutachten vorgelegt wird, das die mögliche Rettung der Tiere im Brandfall nachweist. Dies wird die meisten Agrarindustriellen vor große Schwierigkeiten stellen, da die üblichen Stalltypen hier offensichtlich große Mängel haben.

Wie auch die AbL fordert die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, dass der Baustopp für große Tierfabriken auf ganz Niedersachsen und besser noch auf ganz Deutschland ausgeweitet wird.

Den Verantwortlichen in Emsland gratulieren wir, dass sie die Brandschutzbestimmungen ernst nehmen, und den aktiven BürgerInnen gratulieren wir, dass sie diese Schwachstelle der Agrarindustrie gefunden und genutzt haben.

Initiative Transparente Zivilgesellschaft
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