Laufende Kampagnen
Strategische Ausrichtung unserer Kampagnen
Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt setzt sich für den Schutz und die Rechte der Tiere ein. Den klassischen Tierschutz sehen wir dabei als Zwischenschritt für weiterführende Themen an: Menschen und Unternehmen erreicht man mit Tierschutzthemen meistens leichter als mit Tierrechtsthemen. Daher suchen wir zunächst eine gemeinsame Basis und bauen darauf auf. Das zeigt sich auch an unseren Kampagnen:
Beendigung der Käfighaltung von Legehennen
Nachdem wir maßgeblich dazu beigetragen haben, dass alle großen Supermarktketten und die wichtigsten Cash&Carry-Unternehmen den Verkauf von Käfigeiern beendet haben, richten wir unser Augenmerk vor allem auf die Lebensmittelindustrie. Auch hier machen wir große Fortschritte. Aktuelle Listen mit Unternehmen und Einrichtungen mit und ohne Käfigeier finden sie auf unseren Seiten www.kaefigfrei.de sowie auf www.kaefigfreie-mensa.de. An das Thema »Käfigeier« schließt sich häufig eine weitere Zusammenarbeit an (s.u.).
Abschaffung des qualvollen Schnabelkürzens
Da auch die alternativen Haltungsformen erhebliche Mängel haben, arbeiten wir weiter an schrittweisen Verbesserungen. Im Januar 2011 konnten wir im Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) 12.000 Unterschriften zu diesem Thema überreichen. Wir freuen uns, dass das Ministerium inzwischen auch aktiv geworden ist – wenn auch nicht als treibende Kraft. Dank unserer Tätigkeit und der darauf aufbauenden Facharbeit unserer Kollegen von PROVIEH ist das Ende der qualvollen Praxis des Schnabelkürzens endlich absehbar.
Beendigung des Schwanzkürzens und Zähneschleifens bei Ferkeln
Ebenfalls im BMELV waren wir, um gegen die illegale Praxis des routinemäßigen Schwanzkürzens und Eckzahnabschleifens bei Ferkeln zu protestieren. Immerhin teilt das BMELV unsere Rechtsauffassung, zieht daraus aber nicht die nötigen Konsequenzen, denn es wird nur sehr weich mit der Schweinefleischindustrie verhandelt. Seit wann werden GesetzesbrecherInnen freundlich und ohne Androhung von Konsequenzen gefragt, ob sie gedenken, sich in den nächsten Jahren eventuell wieder an das Gesetz zu halten? Wir bleiben weiter am Thema dran!
Für einen Zirkus ohne Wildtiere
Die tierquälerische und anachronistische Haltung von Wildtieren in Zirkussen hätte eigentlich schon im Jahr 2003 weitestgehend abgeschafft werden sollen – zumindest forderte das der Bundesrat, und er wiederholte seine Forderung im Jahr 2011. Doch die Bundesregierung handelt nicht. Inzwischen haben sich vier der fünf Bundestagsfraktionen für ein Wildtierverbot ausgesprochen, doch die CDU/CSU blockiert den Fortschritt. Während immer mehr Städte und Kommunen eigene Einschränkungen und Verbote aussprechen, scheint ein generelles Verbot vor der nächsten Bundestagswahl unwahrscheinlich. Mehr zum Thema finden Sie auf unserer Webseite www.zirkus-in-berlin.de.
Stärkung der vegetarischen und veganen Idee
Da reine Tierschutzprojekte ihre Grenzen haben (getötet wird in jeder Form der »Nutztier«-Haltung, politische Erfolge benötigen jahrelange Vorarbeit), werben wir für die pflanzenbasierte Ernährung, ohne dabei bevormunden zu wollen. Unsere prominenteste Kampagne dazu ist die GrunzMobil-Tour, mit der wir alle 80 deutschen Großstädte erreichen. Hinzu kommt unsere Selbst-Wenn-Broschüre, die dank der Nachfrage etlicher Aktiver schon nach kurzer Zeit Auflage von 250.000 erreicht hat. Außerdem arbeiten wir mit dem veganen Starkoch Björn Moschinski zusammen, der Kochkurse für Kinder durchführt sowie schon in etlichen Mensen und Kantinen für eine Ausweitung und Verbesserung der veganen Menüs gesorgt hat. Und schließlich arbeiten wir mit mehreren Unternehmen zusammen, um ein veganes Angebot zu schaffen bzw. dieses auszuweiten. Die entsprechenden Kontakte zu den Firmen und Einrichtungen sind in fast allen Fällen über klassische Tierschutzthemen entstanden.
Abschaffung des Stopfleberhandels
Wir konnten schon mehrere Unternehmen aus der Wirtschaft und den Medien überzeugen, sich von Stopfleberprodukten zu distanzieren. In der Folge sind beispielsweise die Stopfleberexporte von Frankreich nach Deutschland deutlich gesunken. Aufgrund der schnellen ersten Erfolge haben wir uns entschlossen, im Jahr 2012 eine eigene Kampagne ins Leben zu rufen: www.stopfleberstopp.de
Beendigung des Hummerhandels
Wir konnten fast alle Discount-Supermärkte überzeugen, keine Hummer mehr zu verkaufen, und führen derzeit mit weiteren Supermarktketten erfolgreiche Gespräche zum Thema.
Juristische Auseinandersetzungen
Mit einem Präsidenten, der im Jahr 1999 als Rechtsanwalt das Bundesverfassungsgericht überzeugen konnte, Legebatterien als verfassungswidrig einzustufen, vielen befreundeten JuristInnen und einem Wissenschaftsbeirat, der u.a. einen Standardkommentar zum Tierschutzgesetz verfasst hat, sind wir juristisch gut aufgestellt und machen davon regelmäßig Gebrauch. Dabei scheuen wir auch nicht davor zurück, uns mit den ganz Großen anzulegen: So musste sich z.B. der damalige Ministerpräsident und ehemalige Bundespräsident Christian Wulff von uns das Zitat in den Mund legen lassen »Millionenfache Tierquälerei darf nicht aufhören – meine Agrarindustrie will sie«. Den dazugehörigen Gerichtsprozess verlor er gegen uns. Außerdem beteiligen wir uns daran, das dicke Brett um ein Verbandsklagerecht für Tierschutzorganisationen zu bohren. Erste Bundesländer führen das Klagerecht endlich ein.
Protestaktionen
Unsere Online-Proteste binden wir in unsere Kampagnen- und Medienarbeit ein, um eine noch bessere Hebelwirkung zu erzielen.
Erfolge
Unsere Kampagnen haben schon zu etlichen Erfolgen geführt. Gemeinsam mit Ihnen möchten wir noch viel mehr erreichen – bitte helfen Sie den Tieren aktiv oder mit einer Förderschaft bzw. Spende!






