Kampagnen

Kalb. Foto: ILoveButter, flickr.comWenn es um Tierschutz geht, wird gerne der Schwarze Peter herum gegeben:

Die Produzenten müssen keine tierquälerische Massentierhaltung betreiben, berufen sich aber auf Wirtschaft und Verbraucher, die angeblich billige Ware verlangen.

Die Wirtschaft muss den Produzenten diese Ware nicht abnehmen, hat aber oft ein Interesse an billigen Lebensmitteln. Tierschutz ist allerdings leider nicht zu Dumpingpreisen zu haben.

Der Verbraucher muss keine Produkte aus konventioneller Tierhaltung kaufen, und macht sich das Leben leicht, indem er sich auf die Politik bezieht, die Tierquälerei verbieten müsse. Oder er schenkt Produzenten und Lebensmittelwirtschaft sein blindes Vertrauen, und verlässt sich darauf, dass dort Sorge für das Wohl der Tiere getragen werde.

Die Politik wiederum erlässt entweder keine konsequenten Gesetze, oder kümmert sich nicht ausreichend um deren Einhaltung. Stattdessen beruft sie sich lieber auf den aufgeklärten Verbraucher, der ja auch Politik mit seinem Einkaufsverhalten machen könne.

Um der tierquälerischen Massentierhaltung ein Ende zu setzen, würde es schon ausreichen, wenn nur eine dieser vier Gruppen konsequent handeln würde. Da sich diesbezüglich leider keine Lösung abzeichnet, nehmen wir alle vier Gruppen in die Pflicht.

Politik

Merkel-Plakat Tierquälerei © Albert Schweitzer Stiftung für unsere MitweltWenn Politiker den Wählerwillen ignorieren und Tierschutz zu Gunsten der Agrarlobbys hinten anstellen, legen wir uns quer. Dabei scheuen wir auch keine juristischen Auseinandersetzungen.

Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) beispielsweise musste vor Gericht eine Niederlage gegen uns einstecken. Die Aussage »Ministerpräsident Wulff: Millionenfache Tierquälerei darf nicht aufhören – meine Agrarindustrie will sie«, ist zulässig. Mehr dazu hier.

Angela Merkel (CDU) musste sich für Ihre Unterstützung der Käfighaltung von Legehennen die Veröffentlichung eines Plakats gefallen lassen (siehe Foto). Sie hat gar nicht erst dagegen geklagt. Nach Wulff konnte sie sich wahrscheinlich denken, dass das nichts bringen würde.

Genauso ging es wohl auch Horst Seehofer (CSU), als wir ihm den Titel »Tierquäler der Nation« verliehen haben. Hintergrund war, dass er das beschlossene Käfigverbot für Legehennen aufgeweicht hat.

Vor Wahlen informieren wir die BürgerInnen, welche Parteien es wie ernst mit dem Tierschutz meinen. Unsere Auswertung zur Bundestagswahl 2009 finden sie hier. Auch zur nächsten Bundestagswahl werden wir wieder aktiv werden.

Verbraucher

Einkaufswagen © Anne Katrin Figge, fotolia.comWir informieren Sie über die Hintergründe der tierquälerischen Massentierhaltung, damit Sie Ihre Kaufentscheidungen wohl überlegt treffen können. In unserem Info-Center finden Sie viele Hintergrundinformationen von tierfreundlichen Top-Rezepten bis hin zum Undercover-Material, und über unseren Newsletter bzw. das RSS-Feed bleiben Sie über die jüngsten Ereignisse informiert. Bitte helfen Sie den Tieren auch aktiv oder mit einer Spende.
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Handel und Großabnehmer

hochhaus_133Wir führen erfolgreich Gespräche mit der Lebensmittelwirtschaft über den Bezug von tierfreundlicheren Produkten.

So haben wir in konstruktiven Verhandlungen mit mehreren Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels den Ausstieg aus dem Verkauf von Käfigeiern voran getrieben. Inzwischen führen wir im Rahmen unserer Käfigfrei-Kampagne solche Gespräche auch mit anderen Teilen der Lebensmittelindustrie.

Der konstruktive Dialog hat sich als bestes Mittel erwiesen, unsere Ziele zu erreichen. Nur wenn Gespräche überhaupt nicht fruchten, üben wir deshalb Druck aus.

Produzenten

ferkel-kastrationProduzenten, die sich nicht an das Tierschutzgesetz halten, müssen mit einer Anzeige rechnen. So haben wir z.B. gleich dutzendweise kommerzielle Kaninchenhalter wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz angezeigt.

Wir stellen aber immer wieder fest, dass diesbezüglich ohne ein Verbandsklagerecht für etablierte Tierschutzorganisationen nur wenig zu erreichen ist. Hier ist die Politik gefragt, die den gleichen Verfassungsrang von Tierschutz und Umweltschutz endlich in die Praxis umsetzen muss.

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