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Albert Schweitzer zum Thema Tierschutzvereine

»Endlich wagten es Menschen, in der Öffentlichkeit aufzutreten und zu verkündigen, dass das Mitleid mit den Tieren etwas Natürliches sei, das zur wahren Menschlichkeit gehöre, und dass man sich dieser Erkenntnis nicht verschließen dürfe. Ich hatte den Eindruck, dass ein neues Licht in dem Dunkel der Ideen aufgegangen sei und stetig zunehmen würde.«

»Was noch vielfach als unangebrachte Sentimentalität angesehen wurde, wird mehr und mehr ernst genommen. Tierschutzvereine treten ins Leben. Sie begnügen sich nicht damit, erzieherisch zu wirken, sondern verlangen und erreichen es, dass die Gesetzgebung sich der Geschöpfe annimmt und das mitleidlose Verfahren mit ihnen ahndet.«

»Es gibt heutzutage Vereine, welche die Barmherzigkeit gegen Tiere zu ihrer Aufgabe machen. Das ist edel und christlich, und jeder soll diese Bestrebungen unterstützen. Wenn dennoch viele, sonst für das Gute empfängliche Menschen die Sache hier abtun wollen mit dem Wort: Ich bekümmere mich um Menschenschutz, nicht um Tierschutz, so rührt das aus Unkenntnis und aus Vorurteilen her.
[...] Was weiß denn ein Mensch, der den ganzen Tag in der Stube sitzt und alles Unangenehme von sich fern hält, von den Martern, die täglich hunderttausende von Tieren unnötigerweise erdulden müssen? Aber wenn er liest, wie durch einen Fehler am Geschirr die Zugtiere unnötigerweise geschunden werden, fürchterlich Durst leiden, ohne dass wir’s ahnen, sich auf hartem Pflaster die Füße wund laufen, weil sie, obwohl es nicht teuer kosten würde, ein anders geartetes Pflaster herzustellen, langsam zu Tode gemartert werden, nur weil derjenige, dem das blutige Amt übertragen ist, nur aus Unkenntnis oder Bequemlichkeit nicht die kürzeste Art wählt, um ihrem Dasein ein Ende zu machen – wenn man sich das alles vorhält, dann ist man demjenigen Verein von Herzen dankbar, der uns hier Belehrung und Aufklärung verschafft, damit wir nicht selbst durch Gedankenlosigkeit uns an Tieren, die sich nicht wehren können, versündigen.«

Diese Zitate stammen aus dem Buch “Ehrfurcht vor den Tieren”, das Sie auch über unseren Buchshop bestellen können.