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Tierversuchs-Ethikkommissionen

Unsere Frage

Welche Position nimmt ihre Partei zu der Forderung ein, die im Genehmigungsverfahren für Tierversuche zu beteiligenden Ethikkommissionen künftig paritätisch mit Vertretern der Wissenschaft und des Tierschutzes zu besetzen?

CDU

Die derzeitige Praxis, die Ethikkommissionen zu einem Drittel aus Vorschlagslisten von Tierschutzorganisationen und zu zwei Dritteln mit fachkundigen Veterinären, Ärzten und Naturwissenschaftlern zu besetzen, hat sich unserer Erachtens bewährt.

SPD

Nach der derzeitigen Rechtslage sind Tierversuche auf das wissenschaftlich notwendige Mindestmaß zu beschränken und unterliegen einer strengen Konzessionierung und Überwachung. Das Bestreben der SPD ist es, die Zahl der Versuche weiter zu senken. Die SPD unterstützt die Forderung, die Ethikkommissionen paritätisch mit Vertretern der Wissenschaft und des Tierschutzes zu besetzen.

Bündnis 90/Die Grünen

Die Grünen begrüßen eine paritätische Besetzung der Ethikkommissionen, da hierdurch ein Interessensausgleich zwischen WissenschaftlerInnen als TiernutzerInnenn auf der einen Seite und TierschützerInnen als FürsprecherInnen für die Interessen der Tiere gewährleistet werden kann.

FDP

Die bestehende Struktur, die Ethikkommission mit unabhängigen fachlichen Experten der Veterinärmedizin und Tierschutzorganisationen zu besetzen, hat sich bewährt. Eine Änderung ist derzeit nicht geplant.

Die Linke

DIE LINKE setzt sich für einen Paradigmenwechsel bei Tierversuchen ein. Diese sollen nur in Ausnahmefällen genehmigt werden. Stattdessen sind Alternativen zu Tierversuchen auf EU-Ebene zu fördern. Um diese Alternativen einsatzfähig zu machen, ist es notwendig, die langen Genehmigungszeiträume stark zu verkürzen. Bei Zeiträumen von 5 bis 10 Jahren können Fortschritte in der alternativen Forschung weder  zeitnah eingesetzt werden, noch lässt sich so die Zahl der in Versuchen verwendeten Tiere reduzieren. Generell sind Tierversuche nach ihrer ethischen Vertretbarkeit zu beurteilen. Dabei geht es nicht nur immer um die Beurteilung des Versuchs an sich. Auch die Haltung und z.T. notwendige Konditionierung von Versuchstieren muss in die Beurteilung nach ethischen Gesichtspunkten einbezogen werden. Das impliziert auch die Forderung der Linken, die Haltungsbedingungen von Versuchstieren wesentlich zu verbessern. Dabei müssen grundlegende artspezifische Bedürfnisse berücksichtigt werden. Bei sämtlichen Genehmigungsverfahren für Tierversuche müssen Tierversuchsbeauftragte
und Gremien die fachliche und ethische Beurteilung unabhängig vom Projektbetreiber durchführen. Dabei müssen stets mögliche tierversuchslose Alternativen, die Versuchstierhaltung, die Mehrfachverwendung der Tiere und der Verlauf geprüft werden. Damit verbunden muss nachgewiesen werden, dass der durchzuführende Versuch mit der entsprechenden Zielstellung nicht bereits an anderen Orten und von anderen Projektbetreibern durchgeführt wurde. Um solche umfangreichen Prüfmaßnahmen möglich machen zu können, sind zentrale Tierversuchsregister nötig, in denen detailliert die Projekte, die Zahl und die Art der Versuchstiere, die Zielstellung und schließlich die
Ergebnisse – sowohl die positiven als auch die negativen – erfasst werden. Letztlich ist es auch nötig, die Herkunft der Versuchstiere genau zu überprüfen, um beispielsweise Verstöße gegen das Washingtoner Artenschutzabkommen oder generell die Verwendung von Wildfängen, wie es bei Affen weit verbreitet ist, zu verhindern.

DIE LINKE. NRW begrüßt die paritätische Zusammensetzung der Ethikkommission für Tierversuche und wird diese Forderung unterstützen.

ÖDP

Die Zahl der Tierversuche nimmt leider, trotz der teilweise schon vorhandenen so genannter „Alternativmethoden“, und der fehlenden Übertragbarkeit der Ergebnisse auf den Menschen, weiter zu.

Ein umgehendes Verbot aller physisch oder psychisch quälerischen und leidvollen Tierversuche fordert die ÖDP.

Dazu gehören Tierversuche für Chemikalien in Industrie und Haushalt, Lebensmittel und Bedarfsgegenstände, Kosmetika, Suchtstoffe und Rüstung. Eine verstärkte staatliche Förderung der Entwicklung tierversuchsfreier Prüfmethoden ist geboten.

Eine gesetzlich geregelte, demokratisch eingerichtete und mit Vertretern des Tierschutzes besetzte Ethikkommission, wäre ein wesentlicher Beitrag zur Verringerung der Tierversuche.

Tierschutzpartei

Wir sind aus ethischen und wissenschaftlichen Gründen GEGEN alle Tierversuche. Wenn es also eine solche Ethikkommission gibt, dann sind wir natürlich dafür, dass die Interessen der Tiere den größtmöglichen Raum einnehmen.

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