Fleischkonsum und Schulobstprogramm
Unsere Frage
Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) essen die Deutschen drei Mal mehr Fleisch als gesund für sie wäre. Volkskrankheiten wie Fettleibigkeit und Herzerkrankungen sind die Folgen. Außerdem ist die Erzeugung von Fleisch laut Welternährungsorganisation (FAO) sehr viel umweltbelastender als die Erzeugung pflanzlicher Produkte. Einen Grund für die schlechte Ernährung sehen wir darin, dass schon im Kindesalter falsche Essgewohnheiten entstehen. Wird sich Ihre Partei vor diesem Hintergrund dafür einsetzen, dass das Schulobstprogramm in NRW flächendeckend eingeführt wird?
CDU
Wir wollen die Vermittlung von grundlegendem Wissen im Bereich der Ernährung insbesondere bei Kindern und Jugendlichen fördern. Mit dem Schulobstprogramm und dem Schulmilchprogramm wollen wir das Interesse von Kindern an einer gesunden Ernährung wecken. Wir haben die Finanzierung des EU-Schulobstprogramms in Nordrhein- Westfalen sichergestellt. Eine flächendeckende Umsetzung des Schulobstprogramm ist wünschenswert. Eine Fortsetzung ausschließlich aus öffentlichen Mitteln ist leider nicht finanzierbar.
SPD
Unser Ziel ist, dass sich das Ernährungs- und Bewegungsverhalten in Deutschland positiv verändert und ernährungsbedingte Krankheiten zurückgehen. Deshalb haben wir auch das Schulobstprogramm der Landesregierung unterstützt.
Eine SPD-geführte Landesregierung wird in Zusammenarbeit mit den Wohlfahrtsverbänden und den Verbraucherorganisationen Projekte fördern, die der Entstehung von Fehlernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht und damit zusammenhängenden Krankheiten entgegenwirken sollen.
Auch aus Gründen des Klimaschutzes müssen wir Anreize für einen Konsum schaffen, der stärkere Akzente auf pflanzliche und weniger auf tierische Lebensmittel setzt sowie die Vorzüge von regionalen Erzeugnissen und saisonalem Obst und Gemüse aus Freilandanbau anerkennt.
Bündnis 90/Die Grünen
Ja, bereits Ende 2008 hatten wir die Landesregierung mit unserem Antrag aufgefordert, die Schulen täglich mit Schulobst zu versorgen (“An apple a day keeps the doctor away – Schulobstprogramm für NRW nutzen” LT-Drs. 14/8080)). Auch jetzt kommen in NRW mit 2 % noch viel zu wenige Kinder in den Genuss von täglichem Schulobst. Aktuell kommen nur 355 Grund- und Förderschulen mit etwa 65.000 Schülerinnen und Schüler in den Genuss, weitere 405 Schulen mit 75.000 Kindern hatten sich beworben und wurden wegen fehlender Finanzmittel abgelehnt. Zum Vergleich: in NRW gibt es 6.500 Schulen mit 2,8 Mio. Schülerinnen und Schülern.
Wir fordern daher, das Programm schnell auszuweiten, indem konkret die freien EU-Mittel, die in 2010 von den anderen Bundesländern absehbar nicht abgerufen werden, für NRW gesichert werden. Darüber hinaus fordern wir, dass bei der Umsetzung vorrangig ökologische und regionale Produkte Berücksichtigung finden sollen.
FDP
Die schwarz-gelbe Landesregierung hat das Schulobstprogramm eingeführt und entsprechend den EU-Vorgaben ausgestattet. Wir halten es für einen guten Beitrag, junge Menschen an gesunde Ernährung heranzuführen. Das Schulobstprogramm wird wissenschaftlich begleitet. Wir werden zunächst Erfahrungen sammeln, um zu sehen, wie das Schulobstprogramm angenommen wird. Danach werden wir über eine Fortsetzung entscheiden.
Die Linke
Ja, die LINKE wird sich für eine möglichst umgehende Einführung des Schulobstprogramms einsetzen, obwohl die Ausgestaltung in Deutschland unter den vorhandenen Möglichkeiten bleibt. Zudem muss abgesichert sein, dass alle Schulkinder am Programm beteiligt werden, ohne dass ihre Eltern zusätzlich finanziell belastet werden. Zudem sollte gesichert werden, dass einheimische regionale Produkte Zugang zu diesem Programm erhalten. Für DIE LINKE bilden Informationen zu gesunder Ernährung einen verbraucherpolitischen Schwerpunkt.
ÖDP
Eine Ausgewogene Ernährung ist der ÖDP genauso wichtig wie eine ausgewogene Politik für alle Schichten in der Bevölkerung. D. h. auch „gleiche Bildung für alle“, insbesondere gilt das für die junge Generation in unseren Schulen. Ein wichtiger Teil bei Erziehung und Bildung unserer Kinder und Jugendlichen eine gesunde Ernährung. Hier sorgt Aufklärung und Anleitung durch Vorbilder, wie damals Albert Schweitzer, nicht nur für weniger – auch chronischer – Krankheiten in unserer Gesellschaft, sondern auch für weniger Kosten im Gesundheitswesen. Hier eingesparte Gelder können in einen sachgerechten und humanen Tierschutz eingesetzt werden.
Deshalb muss Aufklärung im Unterricht in diesem Bereich einen hohen Stellenwert in den Lehrplänen haben.
Die ÖDP ist deshalb für die Ausweitung des Schulobstprogramms in ganz NRW.
Tierschutzpartei
Ja. Aus den von Ihnen genannten Gründen ist eine vegetarisch-vegane Ernährung als positiv zu bewerten.
Insofern setzen wir uns für alles ein, was diese Ernährungsform fördert, ohne Zwang ausüben zu wollen.






