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Kleingruppen-Käfige

eier21-300x1971Der Begriff »Kleingruppenhaltung« verschleiert, dass es sich weiterhin um Käfige handelt, in denen Hennen ihre Grundbedürfnisse nicht ausleben können. Wissenschaftler, die der Käfiglobby nicht nahe stehen, sagen sogar, dass diese neuen Käfige praktisch keinen Deut besser sind als die Alten. Eine Liste der wichtigsten Fragen und Antworten zu den Kleingruppen-Käfigen finden Sie hier.

Aus Tierschutzsicht ist es dringend notwendig, dass auch die neuen Käfige verboten werden.

Was sagen die Parteien?

CDU/CSU: »Unter Freiland- und Bodenhaltung können sich viele Bürger etwas vorstellen, nicht aber unter der Kleingruppenhaltung. Sie wird fälschlicherweise oft mit der konventionellen Käfighaltung gleichgesetzt. Dabei handelt sich um Volieren, in denen einige Tiere gemeinsam gehalten werden. Das Platzangebot pro Tier ist deutlich größer als in der Käfighaltung. Vorgeschrieben sind eine Gesamtfläche von mindestens 2,5 m², eine Mindesthöhe von 60 cm in der Front und eine Mindestfläche von 800 cm² pro Tier bzw. 900 cm² pro Tier ab 2 kg Lebendgewicht (in den Batteriekäfigen betrug das Platzangebot 550 cm² pro Tier) sowie Legenest, Sitzstange, Einstreubereich und Einrichtungen zum Krallenabrieb. Die Kleingruppenhaltung hat also in Bezug auf die Tiergerechtigkeit Vorteile. Das haben auch wissenschaftliche Studien, zum Beispiel der Tierärztlichen Hochschule Hannover, bestätigt.«
Anmerkungen: Die 900 cm² spielen in der Praxis keine Rolle, da die verwendeten Legehennen-Rassen leichter sind. Was von »Legenest« etc. zu halten ist, erfahren Sie hier. Die Tierärztliche Hochschule Hannover ist bekannt dafür, dass sie häufig zu Schlüssen kommt, die der Agrarlobby gefallen.

SPD: »Viele Hennenhalter haben sich dem Wunsch der Verbraucher nach mehr Tierschutz gestellt und frühzeitig in die Boden- und Freilandhaltung investiert. In diesem Bereich gilt es jetzt, die bestehenden Tierschutzstandards auszubauen und die Haltungsformen zu optimieren. Andere Hennenhalter setzen auf die Kleingruppenhaltung in sogenannten »ausgestalteten Käfigen«. Dieses System kann nur ein Übergangssystem darstellen. Ziel muss die ausschließliche Bodenhaltung sein. Eier aus »ausgestalteten Käfigen« bleiben Käfigeier und werden auch weiterhin mit einer »3« als Kennung für das Haltungssystem Käfig gekennzeichnet. Der Rechtsrahmen ist eindeutig und es gibt keine Veranlassung, die europäische Eierkennzeichnungsvorschrift aufzuweichen. Daran zu rütteln, wäre Verbrauchertäuschung und wird abgelehnt.«

Grüne: »Das Verbot der Käfighaltung für Legehennen stammt von der grünen Landwirtschaftsministerin Renate Künast. Schon damals versuchte die Geflügelindustrie, die sogenannte Kleingruppenhaltung als Alternative zur Käfighaltung einzuführen. Von uns wurde dieser Vorstoß abgelehnt, weil die Kleingruppenhaltung keine wesentliche Verbesserung zu den herkömmlichen Käfigen darstellt und die Legehennen auch darin ihr arteigenes Verhalten nicht ausleben können. An unserer Haltung hat sich nichts geändert. Bündnis 90/Die Grünen fordern nach wie das Verbot jeglicher Käfighaltung für Legehennen.«

Linke: »Aus Sicht der LINKEN bieten die ausgestalteten Käfige der so genannten Kleingruppenhaltung keine Verbesserung einer verhaltensgerechten Legehennenhaltung. Sie lösen die Probleme nicht und müssen abgeschafft werden. Es gibt heute über die Verfahren der Freiland- und Bodenhaltung Alternativen, die zunehmend von den Verbrauchern akzeptiert und gefordert werden.«

FDP: »Deutschland hat im Bereich der Legehennenhaltung mit dem frühzeitigen nationalen Verbot der alten Käfige die Forderungen des Tierschutzes sehr weitreichend aufgenommen. Ein gutes Miteinander gewährleistet weitere Verbesserungen gerade im Tierschutz. Weitere nationale Sonderregelungen sind den heimischen Erzeugern deshalb derzeit nicht zuzumuten und auch nicht im Interesse des Tierschutzes. [...] Hühner leben in ihrem natürlichen Umfeld in Kleingruppen und suchen gerne den Schutz, z.B. unter Gehölzen, eine Haltung in von oben geschützten Volieren ist daher durchaus artgerecht.«