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Kennzeichnungspflicht verarbeiteter Eier

huehner_ciwf-300x1991Etwa die Hälfte aller in Deutschland konsumierten Eier werden in Lebensmitteln wie Nudeln, Kekse oder Kuchen verarbeitet. Viele Verbraucher kaufen ganz bewusst keine Käfigeier, konsumieren aber unbewusst diese tierquälerisch erzeugten Produkte. Tierschützer fordern deshalb, dass es Verbrauchern möglich sein soll, auf einen Blick zu erkennen, aus welcher Haltungsform die verarbeiteten Eier stammen.

Eine freiwillige Kennzeichnung, wie von einigen Parteien bevorzugt, führt dazu, dass Produkte mit Käfigware schwer identifizierbar sind. Sie verstecken ihre Käfigeier hinter irreführenden Begriffen wie »Frischeier« oder »Zutaten von ausgesuchter Qualität«.

Was sagen die Parteien?

CDU/CSU: »Verarbeitete Produkte sollten – soweit praktikabel – in Kennzeichnungsregelungen einbezogen werden. Die verbindliche Angabe des Haltungssystems auf Eiprodukten dürfte allerdings schwierig sein, weil die Hersteller oft Eier aus unterschiedlichen Herkünften verwenden. Zudem müsste eine solche Angabe, insbesondere mit Blick auf den grenzüberschreitenden Handel im Binnenmarkt, EU-weit erfolgen. Dagegen ist die freiwillige Angabe der Haltungsform natürlich heute schon möglich. Die Hersteller, die Eier aus alternativen Haltungsformen verwenden, können dies hervorheben. Der Verbraucher kann durch Entscheidung für diese Produkte den Markt in die gewünschte Richtung lenken. Bei der Gewinnung der Hersteller für eine Kennzeichnung und der Aufklärung der Verbraucher hierüber können die Tierschutzverbände einen großen Beitrag leisten.«

SPD: »Die SPD setzt sich für die freiwillige Kennzeichnung von verarbeiteten Eiern ein.«

Grüne: »Wir sprechen uns [...] schon lange für eine Ausweitung der Kennzeichnungspflicht auf verarbeitete Eier aus. Im Dezember 2006 haben wir einen entsprechenden Antrag »Kennzeichnungspflicht auf verarbeitete Eier ausweiten« (Bundestags-Drucksache 16/3703) in den Bundestag eingebracht. Dieser wurde in den Ausschussberatungen mit den Stimmen der großen Koalition und der FDP abgelehnt.«

Linke: »Ja [wir sind für eine Kennzeichnungspflicht], wobei diese Angaben dann ebenfalls für importierte Süßwaren etc. gelten müssen. Die heute größten Verbraucher von Eiern aus Käfighaltung sind die Betriebe der Lebensmittelverarbeitung. Sie würden durch eine Kennzeichnung gezwungen, ihre Beschaffung der Ausgangsstoffe sorgfältiger zu regeln.«

FDP: »Auch in dieser Frage gehen immer mehr Unternehmen und Gastronomiebetriebe dazu über, die regionale Herkunft oder bestimmte Haltungsformen zu bewerben. Eine ordnungsrechtliche Kennzeichnungspflicht ist daher immer weniger notwendig.«