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Verbot betäubungsloser Kastration

ferkel-kastration3Das Tierschutzgesetz erlaubt viele äußerst schmerzhafte Eingriffe wie die betäubungslose Kastration sowie das Abtrennen von Schwänzen und Hörnern (ebenfalls ohne schmerzlindernde Maßnahmen).

Diese Maßnahmen sind in der Regel in der ersten Lebenswoche der Tiere erlaubt. Vor ca. 50 Jahren war man nämlich der Meinung, dass Tiere in ihren ersten Lebenstagen ein nur eingeschränktes Schmerzempfinden haben. Dieser Kenntnisstand ist längst überholt und wurde für eindeutig falsch erklärt. Der Gesetzgeber hätte auf die Weiterentwicklung der Wissenschaft reagieren und das Gesetz ändern müssen. Dies ist aber unterblieben. Es wird also höchste Zeit!

Das sehen allerdings nur Grüne und Linke ähnlich dringlich.

Was sagen die Parteien?

CDU/CSU: »Wir wollen keine Kastration von Ferkeln mehr ohne Schmerzbehandlung, um die Belastung der Tiere zu reduzieren.«
Anmerkung: Mit »Schmerzbehandlung« sind sehr wahrscheinlich die schmerzstillenden Mittel nach der Kastration gemeint. Es ist keine Antwort darüber zu finden, ob die eigentliche Kastration unter Betäubung stattfinden soll.

SPD: »Die SPD unterstützt in der Sache grundsätzlich ein einheitliches europäisches Vorgehen, was aber nicht ausschließt, dass wir in Deutschland frühzeitig ein Gesetzgebungsverfahren mit dem Ziel des Verbots der schmerzhaften Ferkelkastration einleiten. Ein Verbot läuft jedoch dann ins Leere, wenn die Handlungsoptionen für die landwirtschaftlichen Betriebe nicht praxistauglich oder nicht wirtschaftlich tragfähig sind.«
Anmerkung: siehe FDP.

Grüne: »Bündnis 90/Die Grünen« unterstützen das konkrete Verbot der betäubungslosen Kastration ab 2012 und haben hierzu den Antrag »Betäubungslose Kastration von Ferkeln beenden – Alternativen fördern« (Bundesdrucksache 16/8535) in den Bundestag eingebracht. Dieser Antrag wurde in den Ausschussberatungen von der großen Koalition und der FDP abgelehnt.

Linke: »Bezüglich der betäubungslosen Kastration fordert Die Linke ein generelles Verbot der chirurgischen Kastration. Sie hält die Kastration mit Betäubung und nachträglicher Wundbehandlung für ebenso fragwürdig, wie die Kastration der Ferkel ohne Betäubung.«

FDP: »Verbesserungen in den Bereichen Kastration und Amputation sollten, wie auch in anderen Bereichen, EU-weit angestrebt werden, um ein Optimum an Tierschutz zu gewährleisten. [...] Ziel ist es, gänzlich auf die Kastration zu verzichten, sobald ein praxistaugliches Verfahren zur Verfügung steht.«
Anmerkung: Verbesserungen in Deutschland erst dann vorzunehmen, wenn es eine europäische Mehrheit dafür gibt, bedeutet, dass man sie auf unbestimmte Zukunft vertagt. Praxistaugliche Verfahren stehen bereits zur Verfügung – z.B. die Ebermast.