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Wachtelhaltung

Der Markt für Wachteleier und Wachtelfleisch wächst stetig. Diese Produkte stammen in der Regel aus niedrigen, praktisch strukturlosen Batteriekäfigen, in denen jeder Wachtel meist weniger als eine Postkarte Platz zugestanden wird. Dies führt zu mehreren Problemen:

Zurückdrängen von Grundbedürfnissen

In der Käfighaltung werden viele Grundbedürfnisse der Wachteln unterdrückt oder erheblich zurückgedrängt: Deckungsmöglichkeiten fehlen, Picken, Scharren und Sandbaden sind unmöglich, Sonnenbaden entfällt und Legenester sind nicht vorhanden.

Aggressionen

Hohe Besatzdichten und Gruppengrößen sowie fehlende Ausweich- und Deckungsmöglichkeiten führen häufig zu aggressiven Auseinandersetzungen, die sich in Pickschlägen gegen den Kopf und Kannibalismus äußern. Die Verletzungen sind teilweise erheblich, was dadurch gefördert wird, dass Schnäbel und Krallen nicht abgenutzt und dadurch übermäßig lang werden.

Bewegungseinschränkungen, Leiden und Schäden

Die in der Natur häufig anzutreffenden Fortbewegungsarten des Rennens und Fliegens sind in der Käfighaltung unmöglich, und das Gehen ist stark eingeschränkt. Beides führt zu Leiden. Bewegungsmangel sowie die Zucht auf rasches Fleischwachstum führen u.a. zu Ballenabszessen, Schwellungen und Sprunggelenkentzündungen.

Video

Dieses kurze Video (Sie benötigen den kostenfreien Quicktime-Player) zeigt zwei Wachtelbetriebe aus Deutschland und verdeutlicht viele der oben genannten Probleme. Das Video können Sie durch einen Doppelklick auf das Bild starten.

Juristisches

Das Bundesverfassungsgericht hat im Jahr 1999 festgestellt, dass Legehennen ihre Grundbedürfnisse wie Picken, Scharren und Sandbaden ausleben können müssen. Auch Wachteln haben diese Bedürfnisse, und es gibt keine Rechtfertigung dafür, ihnen die Befriedigung dieser Bedürfnisse lebenslang zu verweigern.

Forderungen

Die Wachtelhaltung darf nur in strukturierten Gehegen stattfinden, die ausreichend Platz zur Fortbewegung, einen Scharraum, ein Sandbad und attraktive Legenester bieten. Die Gruppengrößen müssen überschaubar und die Besatzdichten mäßig sein. In der Schweiz ist werden Wachteln in ausgestalteten Gehegen und in Freilandhaltungen gehalten. Die schweizerischen Vorschriften verbieten die Haltung in strukturlosen Käfigen und wurden von Österreich bereits übernommen. Sie können als Ausgangspunkt für eine Umgestaltung der deutschen Systeme dienen.