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	<title>Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt</title>
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	<description>Begeistert für Tiere</description>
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		<title>Luna lebt</title>
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		<pubDate>Sat, 18 May 2013 10:52:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christina Focke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[»Nutztiere«]]></category>
		<category><![CDATA[Über uns]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Vor rund einem halben Jahr haben wir Huhn Luna aus einer Tierfabrik befreit. Soweit es für sie möglich ist, führt sie heute ein glückliches Leben.</p><p>Der Artikel <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/luna-lebt">Luna lebt</a> ist zuerst erschienen auf der Webseite der <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de">Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-19158" title="Luna im Gras © Hof Butenland" alt="Luna im Gras" src="http://albert-schweitzer-stiftung.de/wp-content/uploads/luna_butenland.jpg" width="270" height="179" />Wenige Tage vor ihrem Schlachttermin rettete der Weihnachtsmann mit Unterstützung der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt Huhn Luna aus einer Tierfabrik und brachte sie nach einem Besuch in der Tierklinik Hannover zur »<a href="http://www.stiftung-fuer-tierschutz.de/" target="_blank">Tierschutz Stiftung Hof Butenland</a>« in die Obhut von Karin Mück und Jan Gerdes. Obwohl auf Hof Butenland über 120 Hühner leben, ist Luna die Einzige ihrer Art: Sie ist dort das erste und einzige »<a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de/tierschutzinfos/massentierhaltung/huehnermast" target="_blank">Masthuhn</a>« unter »Legehühnern«.</p>
<p>Ihr Leben hatte Luna bis dahin in einer fensterlosen Halle verbracht. Am Morgen ihrer Ankunft auf Hof Butenland sah Luna das erste Mal den Himmel, atmete frische Luft und spürte Gras unter ihren Füßen. Für Luna begann eine aufregende Zeit voller Entdeckungen. Inzwischen ist fast ein halbes Jahr seit Lunas Rettung vergangen und es wird Zeit für einen Bericht: Wie ist es Luna ergangen?</p>
<h3>Luna in Freiheit &#8211; die ersten Tage</h3>
<p>Anfangs war Luna sehr nervös und fürchtete sich vor dem unbekannten Tageslicht. Ihre Motorik war kaum entwickelt, sie konnte nicht wie andere Hühner springen oder die Flügel heben, bei ihren Versuchen fiel sie um. Das für Hühner typische Putzverhalten, die ausgiebige Federpflege, war ihr unbekannt. Die meisten Hühner konnten nichts mit Luna anfangen, denn als Masthybridhuhn wirkte sie zu andersartig.</p>
<p>Glücklicherweise fand Luna noch am Tag ihrer Ankunft eine beste Freundin: die ehemalige Legehenne Uschi. Die beiden gaben sich gegenseitig Sicherheit und machen bis heute alles zusammen: Scharren, Sandbaden, Graspicken und in ihrer selbst gebuddelten Erdkuhle entspannen. Der Gesprächsstoff scheint ihnen dabei nie auszugehen, sie gackern ununterbrochen miteinander. Nach und nach taten sie sich mit drei weiteren Hühnern und zwei Höckergänsen zusammen, mit denen sie nun in einer Gruppe leben.</p>
<p>»Luna ist aufmerksam, sehr neugierig und vor allem mitteilungsbedürftig – sie quatscht den ganzen Tag« erzählt Karin Mück. Luna hört gerne Radio, am besten gefallen ihr Oldies, die sie begeistert mitgackert. Ihr Lieblingsessen sind Rosinen, die sie in einer unglaublichen Geschwindigkeit aus den am Wochenende vom Bäcker gespendeten Rosinenbrötchen herauspickt.</p>
<h3>Alltag und Alltagsprobleme</h3>
<p>Lunas Tag beginnt morgens um acht. Dann wird die gefiederte Truppe von Karin Mück geweckt und nach draußen geschickt. Bei Luna und Uschi muss sie all ihre Überredungskünste aufbieten und manchmal eine von beiden heraustragen, damit die andere folgt. Bis 18 Uhr verbringen die Vögel ihre Zeit draußen, Luna beginnt aber gewöhnlich schon gegen 16 Uhr dröhnend zu schimpfen und zu fordern, wieder hereingelassen zu werden. Am Abend machen es sich die Hühner dann auf der Heizung, mit Blick aus dem Fenster, gemütlich. Da Luna nicht flattern konnte, montierte Jan Gerdes eigens für sie eine niedrige Sitzstange auf der Höhe von 20 cm. Luna schaffte es stets nur auf diese Stange und schaute traurig nach oben. Doch nach vier Monaten gab es eine Sensation: Luna saß stolz zwischen ihren Freundinnen auf der Heizung (das Beweisbild sehen Sie unten bei den Fotos). Bald steht ein Umzug an, gerade wird für die Gruppe eine Laube in einem besonders schönen Teil des Gartens zwischen Obstbäumen errichtet.</p>
<p>Lunas Lebenserwartung ist völlig unbekannt. Trotz ihrer guten Entwicklung und der liebevollen Pflege bleibt ihr Körper das Ergebnis einer Qualzucht, darauf programmiert, innerhalb von 30 Tagen vom Küken zur Schlachtreife anzuschwellen. Lunas Beine sind durch die Körpermasse deformiert, sie kann sich nur verlangsamt bewegen und nur wenige Meter am Stück laufen, dann bekommt sie Atemnot. Doch sie lebt. Im Gegensatz zu den über <a href="https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Wirtschaftsbereiche/LandForstwirtschaftFischerei/TiereundtierischeErzeugung/Tabellen/Gefluegelfleisch.html" target="_blank">590 Millionen</a> Masthühnern, die im Jahr 2012 in Deutschland geschlachtet wurden. Und sie erinnert uns daran, dass kein Huhn ein Lebensmittel, sondern jedes Huhn eine Persönlichkeit mit individuellem Charakter ist.</p>
<p>Sehen Sie sich auch das <strong><a href="https://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/weihnachtsmann-rettet-huhn-luna" target="_blank">Video</a></strong> über Lunas Weg aus einer Tierfabrik in die Freiheit an.</p>
<h3>Fotos von Luna und ihren Freunden</h3>
<p><p style="text-align:left;">
              <iframe width="603px" height="403px" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no" frameborder="0" name="smooth_frame_1081886198" src="http://albert-schweitzer-stiftung.de/wp-content/plugins/nextgen-smooth-gallery/nggSmoothFrame.php?galleryID=42&width=600&height=400&timed=&showArrows=1&showCarousel=1&embedLinks=&delay=9000&defaultTransition=continuoushorizontal&showInfopane=1&textShowCarousel=alle Bilder&showCarouselOpen=&margin=&align="></iframe>
            </p></p>
<p><strong>Nachtrag</strong>: Lunas Freundin Uschi musste kürzlich eingeschläfert werden. Sie hatte eine Eierstockentzündung mit sog. Legenot, was zur Wasserbildung im Bauchraum führte. Diese Krankheit ist eine Folge der Überzüchtung von Legehennen, die ab einem Alter von ca. zwei Jahren häufig auftritt. Kommerziell gehaltene Legehennen werden schon vorher geschlachtet.</p>
<p>Der Artikel <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/luna-lebt">Luna lebt</a> ist zuerst erschienen auf der Webseite der <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de">Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt</a>.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Jede Mutter liebt ihr Kind</title>
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		<pubDate>Sun, 12 May 2013 07:49:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christina Focke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[»Nutztiere«]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Wir wollen am Muttertag daran erinnern, dass auch Tiermütter ihre Kinder lieben und umsorgen möchten. Sie leiden darunter, von ihnen getrennt zu werden.</p><p>Der Artikel <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/jede-mutter-liebt-kind">Jede Mutter liebt ihr Kind</a> ist zuerst erschienen auf der Webseite der <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de">Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-19054" title="Kuhmutter mit Zwillingen © Johannes Jung" alt="Kuhmutter mit Zwillingen" src="http://albert-schweitzer-stiftung.de/wp-content/uploads/mutter_zwillinge-270x202.jpg" width="270" height="202" />Am zweiten Sonntag im Mai feiern wir Muttertag. Dabei denken wir meistens nur an menschliche Mütter und vergessen, dass auch zwischen Tiermüttern und ihren Kindern innige Beziehungen entstehen, insofern wir das nicht verhindern.</p>
<p>Wir hoffen, dass der folgende Text dazu beiträgt, auch die Mutterliebe der sogenannten Nutztiere anzuerkennen.</p>
<h3>Mutterliebe</h3>
<p>von <a href="http://nyshumane.org/" target="_blank">Dr. Holly Cheever</a>, Veterinärmedizinerin</p>
<p>Ich möchte Ihnen hier eine Geschichte erzählen, die ebenso wahr wie herzzerreißend ist.</p>
<p>Nach meinen Abschluss als Veterinärmedizinerin arbeitete ich in einer Tierarztpraxis für die Milchwirtschaft. Durch meinen behutsamen Umgang mit den Milchkühen wurde ich als Tierärztin sehr beliebt. Eines Tages rief mich einer meiner Kunden an und berichtete mir von einem rätselhaften Vorfall: Eine seiner Kühe hatte in der Nacht zuvor ihr fünftes Kalb auf natürlichem Wege auf der Weide zur Welt gebracht; sie hatte ihr neugeborenes Baby zum Stall gebracht und musste alleine in den Melkstand gehen, während ihr das Kalb weggenommen wurde, wie dies immer geschah. Ihr Euter war jedoch vollkommen leer und blieb es auch über mehrere Tage.</p>
<p>Da sie gerade Mutter geworden war, hätte sie normalerweise an die 47 Liter Milch täglich produzieren müssen; doch obwohl sie kerngesund war — ihr Euter blieb leer. Sie lief jeden Morgen nach dem ersten Melken hinaus auf die Weide, kehrte zum Melken am Abend zurück und wurde über Nacht wieder auf die Weide gelassen — dies geschah in einem Milchbetrieb, wo den Rindern ein Minimum an Lebensfreude und natürlichem Verhalten zugestanden wurde — dennoch war ihr Euter niemals mit den großen Mengen an Milch geschwollen, die für eine Mutter normal gewesen wären, die gerade ihr Kind zur Welt gebracht hat.</p>
<p>In der ersten Woche nach der Geburt wurde ich zweimal gerufen, diese mysteriöse Kuh zu untersuchen, doch ich konnte das Rätsel nicht lösen. Schließlich, am elften Tag nach der Geburt, rief mich der Bauer an. Er hatte die Lösung gefunden. Er war der Kuh nach dem morgendlichen Melken auf die Weide gefolgt und entdeckte den Grund für das Mysterium: sie hatte Zwillinge zur Welt gebracht und in einer bovinen Abwandlung von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sophies_Entscheidung" target="_blank">»Sophies Entscheidung«</a> hatte sie einen der Zwillinge zum Bauern gebracht und den anderen im Wald am Rande der Weide versteckt, sodass sie jeden Tag und jede Nacht bei ihrem Baby sein konnte; das erste Baby, das sie ENDLICH selbst säugen durfte — und ihr Kalb saugte die ganze Milch mit Wonne auf. Obwohl ich den Landwirt anflehte, sie und ihren Sohn beisammen zu lassen, verlor sie auch dieses Kind — in die Hölle der Kälberboxen.</p>
<p>Denken Sie einen Moment über die komplexen Gedankengänge nach, die diese Mutter an den Tag legte. Zuerst einmal hatte sie Erinnerungsvermögen — die Erinnerung an vier Verluste: immer, wenn sie ihr neugeborenes Baby zum Stall brachte, sah sie dieses nie wieder (herzzerbrechend für jede Mutter). Zweitens war sie in der Lage, einen Plan auszuarbeiten und umzusetzen: das Hinbringen ihres Kindes zum Bauern führte unvermeidlich dazu, dass sie ihr Kind verlor, also musste sie ihr Baby versteckt halten — so wie es  z. B. auch Rehe tun — indem sie es im Wald beließ, wo es sich bis zu ihrer Rückkehr still verhielt. Drittens — und ich weiß selbst nicht, wie ich dies deuten soll — gab sie dem Bauern ein Kind und behielt das andere, anstatt beide zu verstecken, denn das hätte den Verdacht des Bauers geweckt (eine schwangere Kuh verlässt den Stall, eine nicht mehr schwangere Kuh kehrt am nächsten Morgen ohne Baby zurück). Ich weiß nicht, wie sie dies wissen konnte — es hätte logischer geschienen, wenn eine verzweifelte Mutter beide Kinder versteckt hätte.</p>
<p>Alles, was ich weiß, ist dies: hinter den wunderschönen Augen einer Kuh geht sehr viel mehr vor, als wir Menschen ihr jemals zugestanden haben; und ich als Mutter, die das Glück hatte, alle meine Babys stillen zu können und nicht die Qualen des Verlustes meiner geliebten Kinder durchleben musste, kann ihren Schmerz nur allzu gut nachvollziehen.</p>
<p>(Freie Übersetzung eines ursprünglich bei <a href="http://www.afa-online.org/" target="_blank">Action for Animals</a> veröffentlichten <a href="http://www.globalanimal.org/2012/04/13/cow-proves-animals-love-think-and-act/71867/" target="_blank">Artikels</a>)</p>
<h3>Bilder</h3>
<p><p style="text-align:left;">
              <iframe width="603px" height="403px" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no" frameborder="0" name="smooth_frame_355126823" src="http://albert-schweitzer-stiftung.de/wp-content/plugins/nextgen-smooth-gallery/nggSmoothFrame.php?galleryID=40&width=600&height=400&timed=&showArrows=1&showCarousel=1&embedLinks=&delay=9000&defaultTransition=continuoushorizontal&showInfopane=1&textShowCarousel=alle Bilder&showCarouselOpen=&margin=&align="></iframe>
            </p><br />
Klicken Sie auf den rechten Rand des Bilds, um weiterzublättern.</p>
<h3>Was Sie tun können</h3>
<p>In der »Nutztierhaltung« (weitestgehend auch in der Biohaltung) bekommen Tiermütter nicht die Chance, ihren Nachwuchs zu umsorgen, worunter sowohl die Mütter als auch ihre Kinder leiden. Indem Sie weniger und am besten keine Tierprodukte zu sich nehmen, tragen Sie dazu bei, dass dieses Leid nicht entsteht. Unser <a title="Ernährungsnewsletter bestellen" href="https://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/newsletter" target="_blank">Ernährungsnewsletter</a> hilft Ihnen dabei.</p>
<p>Der Artikel <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/jede-mutter-liebt-kind">Jede Mutter liebt ihr Kind</a> ist zuerst erschienen auf der Webseite der <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de">Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt</a>.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Martin Balluch &#8211; Vorstellung</title>
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		<pubDate>Sat, 11 May 2013 12:47:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christina Focke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Empfehlungen]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Martin Balluch ist spätestens seit dem skandalösen Tierschutzprozess der bekannteste Tierschützer Österreichs. Wir stellen ihn vor.</p><p>Der Artikel <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/martin-balluch-vorstellung">Martin Balluch &#8211; Vorstellung</a> ist zuerst erschienen auf der Webseite der <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de">Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Martin Balluch ist spätestens seit dem <a title="über den Tierschutzprozess in Österreich" href="http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/tierschutzprozess-osterreich-skandal-ohne-ende" target="_blank">skandalösen Tierschutzprozess</a> der bekannteste Tierschützer Österreichs. Für unsere lose Vorstellungsreihe hat er einen Text über sich und seine Arbeit geschrieben:</p>
<h3>Tierschutz zum politischen Tagesthema machen!</h3>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-19041" title="Foto Martin Balluch" alt="Foto Martin Balluch - © Balluch" src="http://albert-schweitzer-stiftung.de/wp-content/uploads/balluch_180x270.jpg" width="180" height="270" /></p>
<p>Schon 1978 habe ich mich erstmals an einer Kampagne für Tier- oder Umweltschutz beteiligt. Damals ging es um das Verbot von Kernkraftwerken, das wir 1979 in Österreich tatsächlich erreichen konnten. 1979 wurde ich auch erstmals bei einer gewaltfreien Aktion von der Polizei festgenommen und vom Rasen des Burggartens in Wien getragen. Die Geldstrafe von umgerechnet € 2 hört sich heute lächerlich an, für mein Taschengeld damals als Schüler war es nicht so einfach, sie aufzubringen.</p>
<p>35 Jahre Aktivismus und gut 25 Festnahmen später bin ich noch immer für den Tierschutz aktiv. Schon 1985 habe ich meine erste Tierschutzgruppe gegründet, als Student der Uni Wien. 1989 wurde ich vegan, und seit damals widme ich den wesentlichen Teil meines Lebens der Tierschutzarbeit. In den 1980er Jahren hatten wir aber noch sehr wenig politisches Selbstvertrauen, ernsthafte Änderungen der gesellschaftlichen Praxis schienen in weiter Ferne, wir wollten durch unsere Medienaktionen und unermüdlichen Infostände eigentlich nur an das Leid der Tiere erinnern und hofften darauf, dass wenigstens eine Minderheit von Menschen ihren Lebensstil ändert und insbesondere den Fleischkonsum beendet. Seit 1997 bin ich beim Verein »Gegen Tierfabriken« in Österreich aktiv, 2002 wurde ich dessen Obmann.</p>
<p>Es war in den 1990er Jahren, als wir zunehmend den Mut fassten, auch auf Bundesebene gesetzliche Verbote zu fordern. Im Jahr 1998 erreichten wir tatsächlich und mit überraschender Leichtigkeit das weltweit erste Verbot von Pelzfarmen in Österreich. 4 Jahre später folgte das Verbot der Wildtierhaltung in Zirkussen. Es wurde Zeit, Tierschutz zu einem ernsthaften politischen Thema zu machen, das auch Wahlen mitbestimmen kann und das von allen Parlamentsparteien TierschutzsprecherInnen und ein entsprechendes Parteiprogramm fordert. Gegen den gesellschaftlichen Normalzustand getraut sich nur eine kleine Minderheit von Menschen mit Pioniermentalität einen völlig anderen (in unserem Fall: veganen) Lebensstil zu führen. Um die Gesellschaft als Ganzes tierfreundlicher zu machen, ist eine Politik der kleinen Schritte nötig: Reformen.</p>
<p>Tatsächlich gibt es bereits gewaltige Mehrheiten für ernsthafte Reformen, insbesondere der sogenannten Nutztierhaltung. Wer will schon, dass Schweine auf Vollspaltenböden ohne Stroheinstreu oder dass Masthühner zu mehr als 20 Tieren pro m² vor sich hin vegetieren müssen? Laut repräsentativer Umfragen weniger als 10% der Bevölkerung, während gut 80% eine Änderung wünschen. Doch nichts geschieht! Im Gegenteil, die Tierfabriken werden immer größer und erhöhen ihre Intensität der Tierhaltung ständig. Daher engagieren wir uns beim VGT seit 2003 vor allem dafür, insbesondere im Bereich der wirtschaftlich bedeutenden Tiernutzung der Mehrheitsmeinung zum Durchbruch zu verhelfen und einschneidende Reformen anzugehen. Es gelang uns, Verbote für Legebatterien (auch der ausgestalteten Variante), für die Käfighaltung von Kaninchen zur Fleischproduktion und für die Haltung von Mutterschweinen in Kastenständen (wenn auch mit 21 (!) Jahren Übergangsfrist) zu erreichen. Aber auch bei Tierversuchen gab es Fortschritte durch unsere schlagkräftigen Kampagnen. 2006 wurden in Österreich Tierversuche an allen Menschenaffen (einschließlich Gibbons) verboten und ab 2016 ist das Bestehen eines Tests mittels Fragenkatalogs zur Schaden-Nutzen Abwägung Voraussetzung für jeden Tierversuchsantrag, um nach objektiven Kriterien die schlimmsten dieser Versuche ausscheiden zu können.</p>
<p>Bei der Art unserer Kampagnenführung haben wir uns an Martin Luther King orientiert, der mit Dauerprotesten und wiederholten Aktionen des zivilen Ungehorsams das Establishment herausforderte. Heute wie damals führte das zu Konflikten mit der Behörde. Im Oktober 2006 begannen deshalb Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen uns TierschützerInnen in Österreich, die im April 2007 in die Gründung einer Sonderkommission mündeten, die im Mai 2008 schließlich in 23 Privatwohnungen und 7 Büros von Tierschutzvereinen in den frühen Morgenstunden mit bewaffneten und maskierten Polizeikräften mit Gewalt eindrang und die BewohnerInnen, darunter auch mich, unter vorgehaltener Waffe wegen Bildung einer kriminellen Organisation verhaftete und für 105 Tage in Untersuchungshaft nahm. Erst 3 Jahre später fällte ein Gericht nach 14monatigem Prozess einen Freispruch, der mittlerweile in den meisten Punkten rechtskräftig ist. 5 der damals 13 Angeklagten müssen sich aber demnächst (Stand Mai 2013) einer Berufungsverhandlung stellen, in der es hauptsächlich darum geht, ob eine legale Kampagne, deren Ziel es ist, einen öffentlichen Druck zu erzeugen, als Nötigung zu werten ist. Sollte das vom Höchstgericht bejaht werden, würde das einen absoluten Bruch im bisherigen Demokratieverständnis in Österreich bedeuten.</p>
<p>Solange wir nur mit harmlosen Medienaktionen auf das Tierleid hinwiesen, wurden wir vom Staat als »Spinner« nicht ernst genommen. Kaum gelang es uns, Mehrheiten zu mobilisieren und ernsthafte Einschränkungen der wirtschaftlichen Nutzung von Tieren durchzusetzen, sperrte man uns ins Gefängnis. Die Zukunft wird zeigen, ob der schrankenlose Raubtierkapitalismus über die Ansprüche aller leidensfähigen Lebewesen auf eine entsprechende Lebensqualität, wie sie von der Zivilgesellschaft vertreten werden, einfach so hinweggehen kann.</p>
<p>Martin Balluch</p>
<h3>Die Buchtrilogie von Martin Balluch</h3>
<ul>
<li>»<a title="zum Buch beim Verlag" href="http://www.guthmann-peterson.de/verlag-guthmann-peterson/verzeichnis-buch-verlag-guthmann-peterson/balluch.html" target="_blank">Die Kontinuität von Bewusstsein</a>« im Guthmann-Peterson Verlag 2005 über die Gründe für Tierschutz und Tierrechte</li>
<li>»<a title="Buch von Martin Balluch portofrei bestellen" href="http://ad.zanox.com/ppc/?14048174C760267203T&amp;ULP=[[9783853713044]] " target="_blank">Widerstand in der Demokratie</a>« im Promedia Verlag 2009 über die Methode der Umsetzung</li>
<li>»<a title="Tierschützer. Staatsfeind von Martin Balluch bestellen" href="http://ad.zanox.com/ppc/?14048174C760267203T&amp;ULP=[[9783853713310]] " target="_blank">Tierschützer. Staatsfeind</a>« im Promedia Verlag 2011 über die Konsequenzen, die einem bei Tierschutzaktivismus in einem repressiven Staat blühen</li>
</ul>
<h3>Webseiten</h3>
<ul>
<li><a title="zum Verein gegen Tierfabriken" href="http://www.vgt.at" target="_blank">www.vgt.at</a></li>
<li><a title="zur Webseite von Martin Balluch" href="http://www.martinballuch.com" target="_blank">www.martinballuch.com</a></li>
</ul>
<p>Der Artikel <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/martin-balluch-vorstellung">Martin Balluch &#8211; Vorstellung</a> ist zuerst erschienen auf der Webseite der <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de">Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt</a>.</p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Fleischverzehr: größter Rückgang seit Messung</title>
		<link>http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/fleischverzehr-2012-groesster-rueckgang?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=fleischverzehr-2012-groesster-rueckgang</link>
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		<pubDate>Tue, 07 May 2013 14:02:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christina Focke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Handel]]></category>
		<category><![CDATA[Produzenten]]></category>
		<category><![CDATA[VerbraucherInnen]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Der Fleischverzehr ist im Jahr 2012 erheblich zurückgegangen. Auch 2013 könnte in dieser Hinsicht ein gutes Jahr werden. </p><p>Der Artikel <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/fleischverzehr-2012-groesster-rueckgang">Fleischverzehr: größter Rückgang seit Messung</a> ist zuerst erschienen auf der Webseite der <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de">Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-19021" title="Gemüse auf Gabeln © gerenme - iStockphoto" alt="Gemüse auf Gabeln" src="http://albert-schweitzer-stiftung.de/wp-content/uploads/gemuese-aufgegabelt_gerenme-istock-270x202.jpg" width="270" height="202" />Der Fleischverzehr in Deutschland wird erst seit der Jahrtausendwende zuverlässig und regelmäßig erhoben. (Der Fleischverbrauch, der auch nicht verzehrtes – also z. B. weggeworfenes – Fleisch umfasst, wird schon länger erfasst.) Seit Beginn der Messungen war der Fleischverzehr sehr stabil. Die Jahresschwankungen pro Person beliefen sich meistens nur auf einige hundert Gramm. Die jüngsten Prognosen sagten zwar einen leichten Abwärtstrend voraus, aber es handelte sich um nichts, was der Fleischindustrie wirklich Sorgenfalten auf die Stirn trieb.</p>
<p>Doch dann kam das Jahr 2012 mit seinen etlichen Skandalen, seiner verstärkten Medienberichterstattung und seinen immer aktiveren und professioneller arbeitenden Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen. Diese Faktoren sorgten für einen völlig unerwarteten Rekordrückgang: Der Fleischverzehr pro Person sank in nur einem Jahr um stolze 2,1 kg.</p>
<h3>Der Fleischverzehr könnte im Jahr 2013 ähnlich stark zurückgehen</h3>
<p>Auch das Jahr 2013 verläuft in dieser Hinsicht bislang positiv. So schreibt das Fachblatt »Lebensmittelzeitung« in seiner aktuellen Ausgabe auf der Titelseite: »Stau im Fleischmarkt – ungünstige Marktperspektiven belasten Branche«. Weiter heißt es dort: »Die deutsche Fleischwirtschaft steuert auf eine Krise zu«. Ein Handelsmanager kommentiert: »Wir haben insgesamt eine eher lustlose Konsumstimmung bei Fleisch und Wurst«.</p>
<p>Ein ähnlich starker Rückgang des Fleischverzehrs wie in 2012 wird von Experten nicht ausgeschlossen, denn ein Ende der Skandale ist nicht in Sicht, und auch die schon feststehende Thematisierung der Massentierhaltung im Bundestagswahlkampf dürfte wenig appetitanregend sein. Eine gute Ausgangsbasis also, um den noch immer viel zu hohen Fleischverzehr von 59,5 kg pro Kopf weiter zu senken.</p>
<h3>Die weiteren Schritte</h3>
<p>Wir sehen uns sehr gut aufgestellt, um zu einem weiter sinkenden Fleischverzehr und <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/schlachtzahlen-2012-15-mio-tiere" target="_blank">weiter rückläufigen Schlachtzahlen</a> beizutragen: Während unser Straßenteam die Menschen mit überzeugenden Informationen versorgt, arbeitet unser Team für Unternehmenskampagnen mit der Lebensmittelwirtschaft zusammen, um ein größeres und besseres Angebot an fleischfreien und veganen Lebensmitteln zu schaffen. Unser Team für Wissenschaft und Strategie analysiert unsere Konzepte und hilft, unsere Kampagnen immer effektiver zu machen.</p>
<p>Gehören auch Sie schon zu den Menschen, die diese Arbeit ermöglichen? Schließen Sie sich an: <strong><a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de/tierschutz-helfen/aktiv-werden" target="_blank">aktiv</a></strong> oder <strong><a href="https://albert-schweitzer-stiftung.de/tierschutz-helfen/spenden" target="_blank">fördernd</a></strong>!</p>
<h3>Unsere Sicht auf die Menschen in der Fleischindustrie</h3>
<p>Auch wenn wir in einigen Aspekten völlig andere ethische Werte vertreten als die Akteure der Fleischindustrie, wünschen wir ihnen grundsätzlich nichts Schlechtes. Fest steht, dass der Fleischverzehr zum Wohle aller (Mensch, Tier und Umwelt) weiter sinken muss. Wir hoffen für die Menschen, die in der Agrarindustrie arbeiten, dass sie andere und weitsichtigere Wege suchen und finden, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/fleischkonsum-prognosen-falsch" target="_blank">Jetzt ist der richtige Moment für einen Strategiewechsel!</a></p>
<p>Der Artikel <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/fleischverzehr-2012-groesster-rueckgang">Fleischverzehr: größter Rückgang seit Messung</a> ist zuerst erschienen auf der Webseite der <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de">Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt</a>.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Keine Manipulation von Schimpansen mit künstlichem Erbgut!</title>
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		<pubDate>Fri, 03 May 2013 14:48:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christina Focke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Juristisches]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Über uns]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Unterstützt durch mehr als 14 000 Unterschriften legen heute mehrere Organisationen Einspruch gegen das europäische Patent EP1572862 des US-Konzerns Intrexon ein.</p><p>Der Artikel <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/keine-manipulation-schimpansen-kunstlichem-erbgut">Keine Manipulation von Schimpansen mit künstlichem Erbgut!</a> ist zuerst erschienen auf der Webseite der <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de">Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Pressemitteilung:</strong> 14 000 Unterschriften gegen Patente der Firma Intrexon<br />
<img class="alignleft" title="Patent auf Schimpansen - Stempel © adventtr - iStock" alt="Stempel: Patent auf Schimpansen erteilt" src="http://albert-schweitzer-stiftung.de/wp-content/uploads/patent-stempel-adventtr-i.jpg" width="243" height="182" /><strong></strong></p>
<p><strong>Unterstützt durch mehr als 14 000 Unterschriften legen heute mehrere Organisationen Einspruch gegen das europäische Patent EP1572862 des US-Konzerns Intrexon ein.</strong></p>
<p>Das Patent wurde am 1. August 2012 vom Europäischen Patentamt in München (EPA) erteilt und umfasst neben anderen Tierarten auch Schimpansen. Diese werden laut Patent mit einer künstlichen DNA manipuliert, die zum Teil dem Erbgut von Insekten nachgebaut wurde. Die Firma Intrexon, die ihr Arbeitsfeld selbst als »Synthetische Biologie« bezeichnet, will die Genregulation verändern, um die Tiere an die Pharma-Forschung verkaufen zu können. Gegen ein ähnliches Patent der Firma Intrexon wurde bereits 2012 von mehreren Organisationen Einspruch eingelegt. Das Unternehmen wird unter anderem von Ex-Managern des Monsanto-Konzerns wie Robert B. Shapiro geleitet. Intrexon hält zudem etwa 50 Prozent der Anteile an der Firma Aquabounty, die in den USA genmanipulierten Lachs vermarkten will.</p>
<p>Nach Ansicht der Einsprechenden &#8211; Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, Deutscher Tierschutzbund, Gen-ethisches Netzwerk (GeN), Gesellschaft für ökologische Forschung, Jane Goodall Institut, Kein Patent auf Leben!, Menschen für Tierrechte, Pro Wildlife, Schweizerische Arbeitsgruppe Gentechnologie (SAG), Schweizer Tierschutz (STS), TASSO, Testbiotech und Wild Chimpanzee Foundation Deutschland (WCF) &#8211; verstößt das Patent gegen die ethischen Grenzen des Europäischen Patentrechts. Sie verlangen, dass Tiere und dabei insbesondere unsere nächsten biologischen Verwandten, die Menschenaffen, mit mehr Respekt behandelt werden.</p>
<p>»Wir sehen in diesen Patenten eine neue Entwicklung. Die Synthetische Biologie erlaubt weitreichende Veränderungen großer Abschnitte des Erbguts von Tieren«, sagt Christoph Then von Testbiotech. »Hier wird ein Geschäft daraus gemacht, das Erbgut von Menschenaffen regelrecht umzuprogrammieren.«</p>
<p>Das EPA hatte im Jahr 2012 drei Patente auf Schimpansen erteilt, zwei davon für die US-Firma Intrexon, die ausdrücklich Tiere wie Mäuse, Ratten, Kaninchen, Katzen, Hunde, Rinder, Ziegen, Schweine, Pferde, Schafe, Affen bis hin zu Schimpansen als ihre Erfindung beansprucht. Ein weiteres Patent erhielt die US-Firma Altor BioScience, gegen das ebenfalls bereits ein Einspruch eingelegt wurde.</p>
<p>Insgesamt hat das Patentamt bereits über 1000 Patente auf Tiere erteilt. Der Präzedenzfall wurde 1992 mit der sogenannten Krebsmaus geschaffen. Auch auf Menschenaffen gibt es schon mehrere Patente. 2010 erhielt die Firma Bionomics ein Patent auf gentechnisch veränderte Schimpansen, die an Epilepsie leiden (EP1852505).</p>
<p>Versuche an Menschenaffen unterliegen international, insbesondere auch in der EU, strengen Restriktionen. Einige EU-Länder haben Versuche an Menschenaffen bereits verboten, die EU Richtlinie 2010/63/EU sieht sehr hohe Hürden für diese Versuche vor. Die Einspruch einlegenden Organisationen warnen davor, dass dieses Patent in den 38 Mitgliedsstaaten des Europäischen Patentamts Anreize dafür schaffen kann, aus kommerziellen Interessen Tierversuche durchzuführen.</p>
<h3>Weiterführende Links</h3>
<ul>
<li><a href="http://www.testbiotech.org/sites/default/files/EP1572862_monkey_Intrexon.pdf" target="_blank">Text des erteilten Patents</a></li>
<li><a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de/wp-content/uploads/pdf/Einspruch Patent Intrexon_EP1572862.pdf" target="_blank">Text des Einspruchs</a></li>
<li>Mit <a href="http://www.testbiotech.de/unterschreiben_schimpansen" target="_blank">Online-Unterschrift</a> den Einspruch unterstützen.</li>
</ul>
<p>Wir bedanken uns bei der Organisation <a title="zu Testbiotech" href="http://www.testbiotech.org/" target="_blank">Testbiotech</a>, die den Einspruch vorbereitet hat und koordiniert.</p>
<p>Der Artikel <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/keine-manipulation-schimpansen-kunstlichem-erbgut">Keine Manipulation von Schimpansen mit künstlichem Erbgut!</a> ist zuerst erschienen auf der Webseite der <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de">Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt</a>.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Verbandsklage Niedersachsen</title>
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		<pubDate>Fri, 03 May 2013 08:54:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Albert Schweitzer Stiftung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interaktiv]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Tierschutzorganisationen können bei Verstößen gegen das Tierschutzgerecht nicht vor Gericht gehen. Das muss sich grundlegend ändern. Unterzeichnen auch Sie!</p><p>Der Artikel <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/verbandsklage-niedersachsen">Verbandsklage Niedersachsen</a> ist zuerst erschienen auf der Webseite der <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de">Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-18888" alt="tierschutzverbandsklage-niedersachsen_600" src="http://albert-schweitzer-stiftung.de/wp-content/uploads/tierschutzverbandsklage-niedersachsen_600.jpg" width="600" height="100" /> Tierschutzorganisationen können bei Verstößen gegen das Tierschutzgerecht nicht vor Gericht gehen. Das muss sich grundlegend ändern. <a title="unterzeichnen" href="https://albert-schweitzer-stiftung.de/tierschutz-helfen/petitionen/tierschutzverbandsklage-niedersachsen">Unterzeichnen auch Sie</a>!</p>
<p>Der Artikel <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/verbandsklage-niedersachsen">Verbandsklage Niedersachsen</a> ist zuerst erschienen auf der Webseite der <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de">Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt</a>.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Bau-Privilegien für Tierfabriken fallen weg</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Apr 2013 05:48:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Albert Schweitzer Stiftung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Erfolge]]></category>
		<category><![CDATA[Juristisches]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Der Wegfall von Bau-Privilegien wird es deutlich leichter machen, die Entstehung neuer Tierfabriken zu verhindern. Ein wichtiger Schritt!</p><p>Der Artikel <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/bau-privilegien-tierfabriken-fallen-weg">Bau-Privilegien für Tierfabriken fallen weg</a> ist zuerst erschienen auf der Webseite der <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de">Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p dir="ltr" id="docs-internal-guid-40fe1482-4f24-53bc-d0b2-7a232abdcffc"><img class="alignleft size-medium wp-image-18923" title="Bagger © Diezer - Fotolia" alt="Wegen dem Wegfall von Bau-Privilegien dürften weniger Tierfabriken gebaut werden" src="http://albert-schweitzer-stiftung.de/wp-content/uploads/bagger_Diezer-270x180.jpeg" width="270" height="180" />Aufgrund von Bau-Privilegien hatten Agrarindustrielle bislang recht leichtes Spiel, wenn sie neue Tierfabriken errichten wollten. Selbst wenn Kreise, Städte und Gemeinden gegen den Bau dieser Fabriken waren, konnten sie kein Veto dagegen einlegen, denn dem Bau von Ställen inkl. großer Tierfabriken kam eine rechtlich fixierte Bevorzugung zuteil. Tierfabriken zu verhindern war bis jetzt fast schon eine Herkulesaufgabe, die ohne Rechtsbeistand und Gutachter (Nachweis von gravierenden Umweltschäden) kaum zu bewältigen war.</p>
<p dir="ltr">Das alles ändert sich jetzt, denn am Donnerstag hat der Deutsche Bundestag fraktionsübergreifend eine Änderung des Baugesetzbuches beschlossen, wodurch die Bau-Privilegien deutlich abgeschwächt werden und Gemeinden ihr bislang fehlendes Vetorecht bei Stallbauten erhalten – zumindest ab einer gewissen Größe. Die Grenzen liegen bei Ställen für 1.500 Mastschweine, 560 Sauen, 30.000 Masthühner, 15.000 Legehennen, 15.000 Puten und 600 Rindern. Es gibt allerdings auch eine Ausnahme: Wenn mehr als 50% des benötigten Futters auf der eigenen Fläche produziert werden können, bleiben die Stallbauten privilegiert (das Vetorecht entfällt).</p>
<p dir="ltr">Trotz dieser Ausnahme werten wir diesen Teil der (insgesamt noch größeren) Novellierung des Baugesetzbuches als wichtigen Schritt auf dem langen Weg zur Abschaffung der Massentierhaltung und beglückwünschen die Bundesregierung zu dieser Entscheidung gegen den Widerstand der Agrarindustrie. Allerdings muss auch gesagt werden, dass CDU/CSU und FDP sich anders entschieden hätten, wenn es für sie nicht notwendig gewesen wäre, eine Mehrheit im Bundesrat zu organisieren. So musste die SPD mit ins Boot geholt werden, ohne die es sicherlich nicht zu den o. g. Verbesserungen gekommen wäre.</p>
<h3 dir="ltr">Kampagnenarbeit ohne Bau-Privilegien</h3>
<p dir="ltr">Durch den weitgehenden Wegfall der Bau-Privilegien wird die Kampagnenarbeit gegen die Entstehung neuer Tierfabriken wesentlich leichter. Eine überwiegende Zahl an politischen Entscheidern vor Ort steht dem Tierfabriken-Boom ohnehin kritisch gegenüber. Der niedersächsische Landeskreistag z. B. hat die Novelle ausdrücklich <a href="http://www.topagrar.com/news/Home-top-News-Niedersaechsische-Landkreise-begruessen-Baugesetzbuch-Novelle-1137994.html">begrüßt</a>. Andernorts muss zwar noch politische Überzeugungsarbeit geleistet werden, doch dürfte immer mehr Lokalpolitikern klar werden, dass die eigene Wiederwahl gefährdet ist, wenn man konträr zum wachsenden Unmut gegen Agrarfabriken entscheidet.</p>
<p dir="ltr">Der Wegfall der Bau-Privilegien wird den ohnehin schon <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/tierfabriken-verhindert">erfolgreichen Widerstand gegen den Bau neuer Tierfabriken</a> weiter beflügeln. Sollte in Ihrer Umgebung der Bau einer Tierfabrik geplant sein, dann wenden Sie sich bitte an das Netzwerk »<a href="http://www.bauernhoefe-statt-agrarfabriken.de/">Bauernhöfe statt Agrarfabriken</a>«, das wir gemeinsam mit anderen Organisationen tragen. Dort wird Ihnen mit Rat und Tat geholfen!</p>
<p>Der Artikel <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/bau-privilegien-tierfabriken-fallen-weg">Bau-Privilegien für Tierfabriken fallen weg</a> ist zuerst erschienen auf der Webseite der <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de">Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt</a>.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Welthunger und Entwicklungspolitik – eine Fleischfrage?</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Apr 2013 08:50:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christina Focke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Ausland]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Zwischen dem Welthunger und dem Fleischkonsum der Industrienationen besteht ein deutlicher Zusammenhang - ein wichtiger Aspekt für die Entwicklungspolitik.</p><p>Der Artikel <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/welthunger-entwicklungspolitik-fleischfrage">Welthunger und Entwicklungspolitik – eine Fleischfrage?</a> ist zuerst erschienen auf der Webseite der <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de">Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-18931" title="Hunger und Entwicklungspolitik © Mr Kris - flickr" alt="Hunger und Entwicklungspolitik" src="http://albert-schweitzer-stiftung.de/wp-content/uploads/hunger_fl_Mr-Kris1-270x218.jpg" width="270" height="218" />Laut der Welternährungsorganisation FAO leiden derzeit rund <a href="http://www.fao.org/docrep/016/i3027e/i3027e.pdf" target="_blank">870 Mio. Menschen</a> an Hunger und Unterernährung. Um diesem altbekannten Missstand auch aus entwicklungspolitischer Sicht Rechnung zu tragen, wurde bereits im Jahr 2009 u. a. die Ernährungssicherung als ein <a href="http://www.bmz.de/de/was_wir_machen/themen/ernaehrung/hunger/deutsches_engagement/index.html" target="_blank">Schwerpunkt der deutschen Entwicklungspolitik</a> im Koalitionsvertrag der Bundesregierung festgehalten. Aktuell gemündet sind diese entwicklungspolitischen Bemühungen im Januar 2013 in einem <a href="http://www.bmz.de/de/zentrales_downloadarchiv/Presse/Zehn-Punkte-Programm.pdf" target="_blank">»Zehn-Punkte-Programm zur ländlichen Entwicklung und Ernährungssicherung«</a>, das für Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel eine <a href="http://www.bmz.de/de/presse/aktuelleMeldungen/2013/januar/20130119_pm_08_gruene_woche/index.html" target="_blank">»klare Agenda gegen den weltweiten Hunger«</a> darstellt. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt? Wer sich das gegenwärtige Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) genauer anschaut, der wird schnell feststellen, dass auch heute noch, wie auch schon vor vier Jahren, ein äußerst relevanter Aspekt nicht berücksichtigt wird: der weit überhöhte Fleischkonsum der westlichen Industrienationen. Darf dieser Aspekt wirklich außen vor bleiben? Die folgenden Argumente sprechen dagegen.</p>
<h3>Argument 1: Getreideproduktion</h3>
<p>Wie aus dem zu Beginn des Jahres veröffentlichten <a href="http://www.boell.de/downloads/2013-01-Fleischatlas.pdf" target="_blank">Fleischatlas</a> zusammenfassend hervorgeht, erreichte die globale Produktion von Fleisch im Jahr 2012 einen neuen Höchstwert von rund 300 Mio. Tonnen. Um eine solche Menge an Fleisch überhaupt produzieren zu können, werden inzwischen über 40 % der jährlichen Weltgetreideernte (rund 800 Mio. Tonnen) für die Tierfütterung eingesetzt. Hinzu kommen rund 250 Mio. Tonnen vornehmlich aus Soja hergestellte Ölschrote. Bedenklich an diesen Zahlen ist vor allem, dass die Produktion von Fleisch stets mit sogenannten Veredelungsverlusten einhergeht, da Tiere nur einen Bruchteil der ihnen zugeführten Kalorien und Nährstoffe in Fleisch und Tierprodukte wie Milch umwandeln. Der gesamte Rest wird für den Skelettaufbau, die Körperfunktionen usw. verwendet. Würde die an die zu Nahrungszwecken gezüchteten Tiere verfütterte Weltgetreidemenge direkt für den Menschen bereitgestellt werden, so könnten davon rein rechnerisch – im Fall der perfekten globalen Verteilung des Getreides – schätzungsweise <a href="http://www.ciwf.org.uk/includes/documents/cm_docs/2012/f/foodsense.pdf" target="_blank">drei Mrd. Menschen</a> ernährt werden, unter Berücksichtigung wirtschaftlicher und politischer Spielregeln zumindest aber ein gewisser Teil dieser Menschen.</p>
<h3>Argument 2: Land und Böden</h3>
<p>Eine hohe Futtermittelproduktion geht zwangsläufig mit einem erhöhten Bedarf an Agrarfläche einher. Wie ebenfalls aus dem Fleischatlas hervorgeht, dient bereits heute – je nach Berechnung – knapp ein Drittel bis drei Viertel der 14 Mrd. Hektar des weltweit kultivierten Landes zum Anbau von Futtermitteln. Besonders bedenklich dabei: Da die Industrieländer ihren hohen Fleischkonsum nicht durch die eigene Futtermittelproduktion decken können, werden Flächen auch in Entwicklungsländern nachgefragt und in Anspruch genommen, die den dort lebenden Bevölkerungen sonst grundsätzlich für den eigenen Lebensmittelanbau zur Verfügung stünden. Allein schon Deutschland nimmt für seine Tierproduktion rund 3 Mio. Hektar Fläche in Lateinamerika zum Sojaanbau in Anspruch – und das, obwohl bereits hierzulande etwa die Hälfte der 12 Mio. Hektar Anbaufläche für die Futtermittelerzeugung verwendet wird.</p>
<p>Die Inanspruchnahme von fruchtbarem Land in Entwicklungsländern zum Unterhalt des Ernährungsluxus der Industriestaaten stellt unbestreitbar ein großes Problem dar. Daneben gibt aber vor allem auch die intensive Bewirtschaftung der Böden äußersten Grund zur Sorge: Bereits <a href="http://www.umweltbundesamt.de/boden-und-altlasten/boden/downloads/weltbodentag-2011/05_trux.pdf" target="_blank">ein Drittel</a> der globalen Ackerfläche ist degradiert – Tendenz steigend. Sollte die gegenwärtige Lebensmittelproduktion, eine der Hauptursachen der Bodendegradierung, nicht auf effektivere Produktionsmethoden und ressourcenschonendere Nahrungsmittelangebote umsteigen, sind eine fortschreitende Verschlechterung von Böden und, damit einhergehend, weitere Hungerkrisen zu befürchten.</p>
<h3>Argument 3: Wasser</h3>
<p>Wasser ist ein kostbares Gut, der Zugang zu Wasser ein anerkanntes <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Recht_auf_Zugang_zu_sauberem_Wasser" target="_blank">Menschenrecht</a>. Dass diesem Recht gerade in Bezug auf die Entwicklungsländer kaum Rechnung getragen wird, zeigt sich deutlich am gegenwärtigen Umgang mit dieser lebenswichtigen Ressource: Während jährlich etwa <a href="http://www.unesco.de/weltwasserbericht4_kernaussagen.html" target="_blank">3,5 Mio. Menschen</a> an den Folgen schlechter Wasserversorgung sterben und rund 864 Mio. Menschen der Zugang zu sauberem Wasser fehlt, werden heute allein <a href="http://www.unesco.org/new/fileadmin/MULTIMEDIA/HQ/SC/pdf/WWDR4%20Volume%201-Managing%20Water%20under%20Uncertainty%20and%20Risk.pdf" target="_blank">70 % des weltweit verfügbaren Frischwassers</a> in der Landwirtschaft verbraucht. Auch hier kann mit Blick auf die Tierproduktion von Verschwendung geredet werden: So werden zur Produktion von 1 kg Tierfleisch bis zu <a href="http://www.waterfootprint.org/Reports/Report-48-WaterFootprint-AnimalProducts-Vol1.pdf" target="_blank">15.400 Liter Wasser</a> (Rindfleisch) verbraucht – 14.400 Liter Regenwasser (kommt beim Anbau vom hohen Futtermittelanteil zum Tragen, zählt nicht zum Frischwasser), 550 Liter potentiell trinkbares Wasser (z. B. zur zusätzlichen künstlichen Bewässerung der Futtermittelacker) sowie 450 Liter durch den Produktionsprozess verunreinigtes Frischwasser (z. B. durch Pestizide u. Insektizide beim Futtermittelanbau). Dass zur Produktion der gleichen Menge an Kartoffeln gerade einmal <a href="http://www.waterfootprint.org/Reports/Mekonnen-Hoekstra-2011-WaterFootprintCrops.pdf" target="_blank">257 Liter Wasser</a> – davon nur 33 Liter potentiell trinkbares Wasser – benötigt werden, sollte verstärkt zu bedenken geben.</p>
<h3>Argument 4: Subventionierung des Fleischkonsums</h3>
<p>Damit Fleisch in den Industrienationen billig produziert und auch sein billiger Konsum gewährleistet werden kann, stellt allein schon die EU eine Reihe von Subventionszahlungen zur Verfügung: So werden etwa, wie der Fleischatlas berichtet, Investitionen in neue Megaställe mit bis zu 50 % gefördert und jährlich über 240 Mio. Euro direkt für die Fleisch verarbeitende Industrie sowie milliardenschwere EU-Beihilfen für den Futtermittelhandel bereitgestellt. Besonders bitter für außereuropäische, weitaus weniger gut gestellte Nationen: Neben dem stark subventionierten Futtermittelhandel, der verbilligte Futtermittelimporte aus Entwicklungsländern ermöglicht, wird ebenfalls der Export von Fleisch, das mithilfe der importierten Futtermittel produziert wurde, in selbige Länder subventioniert. Damit werden gerade in den Entwicklungsländern kleinbäuerliche Strukturen zerstört sowie der Aufbau solcher Strukturen von vornherein verwehrt – und damit auch die Möglichkeit zu unabhängiger Selbsternährung.</p>
<h3>Fehlende Konsumkritik = unvollständige Entwicklungspolitik</h3>
<p>Die vorangegangenen Ausführungen mögen in Ansätzen das hohe Potential aufgezeigt haben, das für die globale Ernährungssicherung im Ernährungsverhalten vor allem der Industrienationen verborgen liegt. Soll Artikel 11 des <a href="http://www.humanrights.ch/de/Instrumente/UNO-Abkommen/Pakt-I/index.html" target="_blank">»Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte«</a> ernst genommen werden, in dem das menschliche Recht auf ausreichende Ernährung aufgehoben ist und von dem aus es sich argumentieren lässt, dass auch die politischen Entscheidungen der reichen Länder nicht zu verschärften Hungersituationen in ärmeren Ländern führen dürfen, dann wird der Handlungszwang der Industrieländer noch einmal umso deutlicher unterstrichen. Dass gerade auch Deutschland einem Handlungszwang unterliegt, sollte mit Blick auf den durchschnittlichen Verzehr von jährlich rund <a href="http://www.bvdf.de/in_zahlen/tab_06/" target="_blank">61 kg Fleisch</a> pro Kopf ebenso deutlich werden.</p>
<p>Weshalb sich das BMZ eine tiefgehende westliche Konsumkritik bisher nicht mit auf die Fahnen geschrieben hat, bleibt fraglich. Zwar werden – u. a. im aktuellen Zehn-Punkte-Programm – auch Aspekte wie die Abschaffung von EU-Agrarexportsubventionen sowie fairer und sicherer Zugang zu Land ins Feld geführt, die direkten Zusammenhänge und Auswirkungen des westlichen Konsumverhaltens auf diese Aspekte finden jedoch kaum ausreichend Beachtung. Dies ist umso erstaunlicher, als dass eine notwendige Reduzierung des Fleischkonsums innerhalb der Industrieländer in den vergangenen Jahren unüberhörbar laut diskutiert wurde und mittlerweile u. a. auch vom <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/umweltbundesamt-zum-zusammenhang-von-fleischkonsum-und-welthunger" target="_blank">Umweltbundesamt</a> (UBA) sowie vom <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/fleisch-welternahrung-und-die-bundesregierung" target="_blank">Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag</a> (TAB) nachdrücklich angeraten wird. Ist es auch bis zu einem gewissen Grad verständlich, dass bei der grundsätzlichen entwicklungspolitischen Arbeit zunächst einmal Maßnahmen zur Ernährungssicherung in den Blick genommen werden, die direkt in den Entwicklungsländern ergriffen werden sollten, so zeigt sich andererseits jedoch klar, dass eine westliche Entwicklungspolitik ohne selbstreflexive konsumkritische Impulse letztlich nur eine unvollständige sein kann.</p>
<h3>Abschließend: die westliche Vorbildwirkung</h3>
<p>Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt möchte abschließend noch einen weiteren Punkt zu bedenken geben: Entgegen einer oft geäußerten Ansicht wird der Weg zu einer ernährungsgesicherten Welt kaum darin liegen können, die Entwicklungsländer beim Fleischkonsum auf das Niveau der Industrienationen heben zu wollen. Die gegenwärtige Vorbildwirkung letzterer ist allein schon aus Gründen der stetig wachsenden Weltbevölkerung und der ebenso stetig schwindenden Ressourcen wie Böden und sauberes Wasser verstärkt zu hinterfragen. Ein fundierter Weg zur Ernährungssicherung kann nur über das Umdenken der Industrienationen in der Fleischfrage führen, d. h. über ein massives Senken des Fleischkonsums. Nur hierin kann eine verantwortungsvolle Vorbildwirkung der Industrienationen begründet liegen und nur hierüber ein weiterer effektiver Faktor zur Ernährungssicherung geschaffen werden. Dass dabei im Endeffekt auch Milliarden von Tieren vor Leid und Tod bewahrt werden würden, zeigt erst recht die Bedeutung auf, die einem solchen Handlungsansatz im Sinne eines generellen, respektvollen Umgangs mit Leben zukommt.</p>
<p>Sie wünschen sich einfache Tipps zur persönlichen Umstellung auf eine fleischfreie Ernährung? Dann abonnieren Sie doch einfach unseren <a href="http://www.selbst-wenn.de/newsletter" target="_blank">Ernährungsnewsletter</a> oder werfen Sie einen Blick in unsere <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/selbst-wenn-broschuren-bestellen#lesen" target="_blank">Selbst-Wenn-Broschüre</a>.</p>
<p>Der Artikel <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/welthunger-entwicklungspolitik-fleischfrage">Welthunger und Entwicklungspolitik – eine Fleischfrage?</a> ist zuerst erschienen auf der Webseite der <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de">Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt</a>.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Auch Deutschland von Vertragsverletzungsverfahren bedroht</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Apr 2013 15:21:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Albert Schweitzer Stiftung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Ausland]]></category>
		<category><![CDATA[Juristisches]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Die EU-Kommission klagt gegen Griechenland und Spanien wegen Nichteinhaltung von EU-Tierschutzrecht. Deutschland könnte auch bald betroffen sein.</p><p>Der Artikel <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/deutschland-vertragsverletzungsverfahren-bedroht">Auch Deutschland von Vertragsverletzungsverfahren bedroht</a> ist zuerst erschienen auf der Webseite der <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de">Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-18895" title="Verfahren © Anette Linnea Rasmussen - Fotolia" alt="Verfahren" src="http://albert-schweitzer-stiftung.de/wp-content/uploads/paragraph-Anette-Linnea-Rasmussen2-270x202.jpg" width="270" height="202" />Die EU-Kommission verklagt Griechenland und Italien, weil diese Staaten herkömmliche Legebatterien noch nicht abgeschafft haben. Ein ähnliches Verfahren droht auch Deutschland, weil die Dauer-Käfighaltung trächtiger Sauen noch nicht beendet wurde.</p>
<p>Seit Januar 2012 ist es EU-weit verboten, Legehennen in nicht ausgestalteten Käfigen zu halten. Genau ein Jahr später trat das Verbot der dauerhaften Käfighaltung trächtiger Sauen in Kraft. Beide Verbote werden in mehreren EU-Staaten nicht umgesetzt.</p>
<p>Deutschland kam bei der Abschaffung herkömmlicher Legebatterien dank des Bundesverfassungsgerichts zumindest eine gewisse Vorbildfunktion zu. Bei der Abschaffung der dauerhaften Haltung trächtiger Sauen in sogenannten Kastenständen hinkt die deutsche Fleischindustrie allerdings hinterher. Die Bundes- und Landesregierungen konnten bislang noch nicht einmal genaue Zahlen zum Ausmaß der illegalen Sauenhaltung liefern.</p>
<p>Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt begrüßt die juristischen Schritte gegen Griechenland und Italien und mahnt gleichzeitig eine härtere Gangart an: »Dass es weit über ein Jahr dauerte, bis die ersten Staaten verklagt wurden, ist nicht vermittelbar. Die rasche Einleitung von Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland und andere Mitgliedsstaaten, die EU-Tierschutzrecht nicht umsetzen, wäre ein positives Signal«, kommentiert Rechtsanwalt Wolfgang Schindler, Präsident der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt.</p>
<h3>Kastenstand virtuell erleben</h3>
<p>Nehmen Sie die Perspektive einer schwangeren Sau im Kastenstand ein &#8211; klicken Sie auf den Pfeil.</p>
<p><object width="600" height="400" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="wmode" value="direct" /><param name="src" value="http://e.animalvisuals.org/p/pigs/VGC1.swf" /><embed width="600" height="400" type="application/x-shockwave-flash" src="http://e.animalvisuals.org/p/pigs/VGC1.swf" wmode="direct" /></object></p>
<p><strong>Übersetzung</strong></p>
<ul>
<li>lay down &#8211; hinlegen</li>
<li>stand up &#8211; aufstehen</li>
<li>gnaw &#8211; nagen</li>
<li>sway &#8211; weben (eine Verhaltensstörung)</li>
<li>turn around &#8211; umdrehen</li>
</ul>
<p>Der Artikel <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/deutschland-vertragsverletzungsverfahren-bedroht">Auch Deutschland von Vertragsverletzungsverfahren bedroht</a> ist zuerst erschienen auf der Webseite der <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de">Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt</a>.</p>]]></content:encoded>
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		<title>Subway weitet veganes Angebot vorerst nicht aus</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Apr 2013 15:22:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Albert Schweitzer Stiftung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Gastronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Vegetarisch]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Subway hat sich trotz mehr als 14.000 Unterschriften dazu entschieden, das vegane Angebot nicht auszuweiten. Doch das dürfte sich noch ändern.</p><p>Der Artikel <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/subway-veganes-angebot">Subway weitet veganes Angebot vorerst nicht aus</a> ist zuerst erschienen auf der Webseite der <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de">Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-medium wp-image-18876" title="Vegan bei Subway? © Auremar - Fotolia" alt="Vegan bei Subway?" src="http://albert-schweitzer-stiftung.de/wp-content/uploads/subvegan_auremar-fotolia-270x180.jpg" width="270" height="180" />Wenn Subway ein größeres veganes Angebot einführen würde, würde das nicht nur den Tierschutzgedanken stärken, sondern auch neue Kunden zu Subway führen. Diese Grundidee haben wir gemeinsam mit mehr als 14.000 Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern an Subway Deutschland herangetragen. Jetzt kam die enttäuschende Antwort, dass das Unternehmen vorerst nicht an einer Zusammenarbeit interessiert ist.</p>
<p>Das ist zwar schade, aber aus mehreren Gründen keine Katastrophe: Wir konnten das Thema »veganes Angebot« bei Subway zumindest platzieren und haben vielleicht dazu beigetragen, einen Stein ins Rollen zu bringen. Ähnlich war es vor rund vier Jahren, als wir mit einem Appell an ALDI Nord der Zeit etwas zu sehr voraus waren. Damals lautete unsere Bitte, ein veganes Basissortiment zu schaffen. ALDI Nord versicherte uns, das Thema zu prüfen, doch kurzfristig änderte sich nichts. Heute ist der Discounter diesbezüglich recht gut aufgestellt.</p>
<h3>Vegan bei Subway und anderswo</h3>
<p>Hoffnung macht uns auch, dass Mitbewerber von Subway bereits tätig geworden sind. Die vor allem in NRW verbreitete Kette <a title="zu Woyton" href="http://www.woyton.de/" target="_blank">Woyton</a> führt seit Kurzem ein veganes Baguette. Ein anderes (bundesweit vertretenes) Unternehmen entwickelt auf unsere Anregung hin derzeit einige Produkte, deren Markttests wir kaum erwarten können.</p>
<p>Wer bei Subway vegan essen möchte, kann derzeit nur auf ein mit Salat und Gemüse belegtes Baguette zurückgreifen, dessen Preis-Leistungsverhältnis allerdings manchmal kritisiert wird. Vegan bei Subway sind die Brotsorten Vollkorn, Sesam und Italian White sowie die Saucen Barbecue und Essig-Öl, wobei uns keine Informationen darüber vorliegen, ob die Saucen streng vegan sind (Klärung des Essigs mit Gelatine). Es würde uns nicht wundern, wenn Subway in den nächsten Jahren nachlegt, zumal uns signalisiert wurde, dass man mit uns im Gespräch bleiben will.</p>
<p>Die einst große Herausforderung, sich unterwegs vegan zu ernähren wird dank Webseiten wie dem <a title="zum Restaurantfinder" href="http://www.vebu.de/restaurants" target="_blank">VEBU-Restaurantfinder</a> und <a title="zu Happy Cow" href="http://www.happycow.net/" target="_blank">Happy Cow</a> immer leichter. Erstere gibt es auch als App fürs iPhone, letztere sowohl fürs iPhone als auch für Android-Telefone.</p>
<p>Der Artikel <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/subway-veganes-angebot">Subway weitet veganes Angebot vorerst nicht aus</a> ist zuerst erschienen auf der Webseite der <a href="http://albert-schweitzer-stiftung.de">Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt</a>.</p>]]></content:encoded>
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