Wie klimaschädlich ist Fleischkonsum wirklich?

Veröffentlicht am 22. Okt 2009

Neue, kritischere Fassung vom 26. Okt 2009

ErdkugelSeit einigen Tagen macht ein Artikel vom Worldwatch Institute (WWI) die Runde, aus dem hervorgeht, dass die Produktion von Fleisch und anderen Lebensmitteln tierischen Ursprungs für 51% der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich ist. Schon der bislang anerkannte Anteil ist erschreckend: Nach Berechnungen der Welternährungsorganisation FAO ist die Fleischproduktion für 18% aller Treibhausgase verantwortlich, und hat damit einen höheren Anteil als der gesamte weltweite Straßenverkehr. Diese zahlen sind laut WWI aus mehreren Gründen untertrieben. »Starke Behauptungen erfordern starke Beweise«, schreiben die Autoren vom WWI, liefern sie allerdings nur zum Teil. Wir beleuchten die einzelnen vom WWI genannten Aspekte.

Methan

Die Autoren plädieren dafür, dem Methanausstoß von »Nutz«tieren eine höhere Gewichtung beizumessen, da Methan das Klima nicht nur erheblich stärker erwärmt als CO2, sondern weil eine Erhöhung bzw. Senkung von Methanemissionen sich erheblich schneller auf das Klima auswirkt als Veränderungen der CO2-Emissionen. Dieser Vorschlag wird zum Teil auch von anerkannten Wissenschaftlern unterstützt, allerdings gibt es nicht den einen richtigen Faktor, um den Methan stärker zu gewichten ist als CO2. Geht man davon aus, dass eine kurzfristige Senkung der Treibhausgasemissionen entscheidend ist, spricht das in der Tat für eine stärkere Gewichtung.

Atmung

Umstritten ist der Ansatz vom WWI, die Atmung von »Nutz«tieren in die Berechnungen einfließen zu lassen.  Es werden üblicherweise nur Faktoren in die Berechnungen einbezogen, die den Anteil des gespeicherten Kohlenstoffs verändern. Die Atmung von Tieren und Menschen gehört nicht dazu. Die WWI-Autoren nicht die Einzigen, die es für sinnvoll halten, diesen Standard zu ändern. Man darf sich also streiten.

Böden

Auch nicht nachvollziehen können wir die Berechnungen um die Bodennutzung. Die Autoren plädieren dafür, die verpasste Chance der Wiederaufforstung wegen fortgesetzter Tierhaltung auf gerodeten Gebieten als Treibhausgasquelle zu werten. Die Frage ist, ob man dann nicht auch allerhand andere verpasste Chancen einkalkulieren müsste.

Veraltete Daten

Die FAO hat bei ihren Berechnungen mit Daten der Fleischproduktion aus dem Jahr 2002 gearbeitet. Inzwischen ist die Fleischproduktion laut WWI um ca. 12% gestiegen. Allerdings ist die Produktion wohl auch effizienter geworden, und die Autoren des WWI scheinen nicht das Wachstum bzw. die Effizienzgewinne anderer Branchen in ihre Berechnungen einzubeziehen. Das WWI kritisiert, dass die FAO anscheinend Daten zu Treibhausgasemissionen der Fleischwirtschaft genutzt hat, die bis ins Jahr 1964 zurückgehen und laut WWI heute deutlich höher sind. Diesem Argument lässt sich prinzipiell folgen, allerdings ist davon auszugehen, dass die FAO alte Daten nicht kritiklos übernommen, sondern auch Anpassungen vorgenommen hat.

Falsche Daten

Die FAO hat laut WWI teilweise die Anzahl der weltweit geschlachteten Tiere deutlich unterschätzt. Sie verwende z.T. sogar in ihren eigenen Publikationen höhere Zahlen. Diese Kritik erscheint uns gerechtfertigt. Wenn die FAO-Zahlen wirklich zu klein sind, spricht allein das dafür, dass die 18% deutlich zu niedrig gegriffen sind.

Fehlende Daten

Nach Angaben des WWI hat die FAO einige Quellen von Treibhausgasen übersehen, die uns größtenteils einleuchten, aber vom WWI offensichtlich nur grob eingeschätzt wurden:

  • Die Regenwaldabholzung, die mit der Haltung von »Nutz«tieren einhergeht, wurde in einzelnen Fällen anscheinend nicht mit eingerechnet.
  • Die FAO hat Aquakulturen aus ihren Berechnungen herausgenommen.
  • Treibhausgasemissionen, die durch den Bau von Massentierhaltungsanlagen entstehen, wurden laut WWI nicht einberechnet.
  • Die zur Kühlung und Erhitzung von Fleisch notwendige Energie wurde nicht in die Berechnungen einbezogen.
  • Die Treibhausgasemissionen von Abfällen (Gülle, Knochen etc.) und Nebenprodukten (Leder, Federn usw.) wurden laut WWI nicht ausreichend einbezogen.
  • Die Herstellung von Medikamenten etc., um tierhaltungsbedingte Krankheiten zu behandeln, wurde nicht einberechnet.

Fazit

Wir können dem WWI nicht in allen Punkten folgen. Trotzdem werden einige Punkte genannt, die darauf hindeuten, dass die Umweltauswirkungen der Fleischproduktion größer sind als bisher angenommen. 51% aller Treibhausgasemissionen sind wohl zu hoch angesetzt, die bisher gängigen 18% sind allerdings sehr wahrscheinlich auch zu niedrig gegriffen. Damit müssen sich einige Fleischesser noch mehr als bisher die Frage gefallen lassen, ob sie sich wirklich als Umweltschützer bezeichnen wollen.

Der Artikel zeigt auch, dass die bisherigen Strategien zur Bekämpfung des Klimawandels (erneuerbare Energien, effizientere Autos etc.) zwar nicht unwichtig sind, aber auch nicht die Wirkung haben werden, die sich viele Menschen erhoffen. Das Thema »Reduktion des Fleischkonsums« (bzw. der Konsum tierischer Lebensmittel generell) darf in der politischen und öffentlichen Diskussion nicht länger ein Tabuthema bleiben. Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt wird sich dafür einsetzen, dass diesbezüglich Fortschritte gemacht werden.


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38 Kommentare | Zum Kommentarfeld»

  1. es braucht ein fleischverbot, sonst kommt es früher oder später zur apokalypse:

    http://fleischverbot.info/petition/

  2. Ein sehr wichtiges Thema.

    Ich bin der Ansicht, dass die Berechnung nur dann ein sinnvolles Ergebniss bringen kann wenn man von der Berechnung eines nutztierfreien Szenarios ausgehend die Differenz zur derzeitigen Gesamtemission berechnet.

    (Derzeitige Emissionen “minus” Emissionen einer Welt ohne Nutztierwirtschaft = tatsächliche Emissionen der Nutztierwirtschaft)

    Dabei könnte sogar ein noch höherer prozentualer Anteil dabei heraus kommen.

    Denn würden die Nutztierbestände sinken, würden auch Anbauflächen für schnellwachsende Gehölze frei werden die dazu dienen könnten fossile Energieträger einzusparen.

    Somit währen – möglicherweise – im Idealfall bis zu 70% oder 80% an Einsparung möglich.

  3. Kurz noch etwas zum Anliegen der Seite: Fleischverbot.de

    Die Absicht hinter diesem Anliegen ist natürlich richtig und begrüßenswert, dennoch wäre die Forderung nach einem weltweitem Fleischverbot undurchführbar und kontraproduktiv.
    Die Mehrheit der Fleischkonsumenten würde dadurch Überfremdungsängste aufbauen, die weitere Fortschritte eher erschweren würden.

    Sinnvoller wäre dagegen eine weltweite umfangreiche und ehrliche Aufklärung über die Probleme die mit Konsum und Produktion von Tierprodukten verbunden sind.

    Zudem müssten die staatlichen Subventionen, sowie die Steuervergünstigungen für Tierprodukte abgeschafft werden.

    Sinnvoll wäre es auch die Nutztierwirtschaft in den Emissionshandel mit einzubeziehen.

    (politisch wäre dies auch das maximal mögliche)

    Allein diese Reformen würden ausreichen den Tierproduktkonsum drastisch zu senken und hätten langfristig zur Folge, dass Tierprodukte nicht mehr mit Alternativprodukten konkurieren können.

  4. Aufklärung statt Verbote – völlig richtig! Mit Verboten funktioniert es nicht! In der Vergangenheit wurde so – obwohl natürlich gut gemeint – wertvolle Zeit nicht genutzt um die Themen Tierschutz, auch Umweltschutz voranzutreiben. Deshalb mein Appell: Die Allgemeinheit muss aufgeklärt werden – Material bei sämtlichen Organisationen liegt bereit. Jeder kann für den Erhalt dieses Planeten etwas tun! Darüber reden oder schreiben reicht nicht aus! THINK GLOBAL – ACT LOCAL! Los – bringt das Infomaterial an die Frau/ oder an den Mann! Wer politisch tätig werden will -> MUT (Mensch, Umwelt, Tierschutz – die Tierschutzpartei) – damit Euer Engagement auch gleichzeitig eine politische Stimme erhält!

  5. Das schnellste und wirksamste Mittel, die Klimaerwärmung zu stoppen, ist eine tierfreie Ernährung und die Verwendung tierfreier Produkte. Sonst essen wir unseren Planeten zu Tode.
    Ist es wirklich so ein Genuss, auf Tierleichen rumzukauen?

  6. Die Diskussion um Fleischkonsum sollte mehr in die Tiefe gehen, um die tatsächlichen Hintergründe zu beleuchten, eine reine Vegetarier-Kampange halte ich für kontrapoduktiv.
    Wir halten selber Hinterwälder-Rinder, die nie in Richtung Leistungsoptimierung gezüchtet wurden. Unsere Rinder leben ganzjährig im Freien, werden nur mit Gras und Heu gefüttert, tragen somit nicht zu Abholzung von Regenwald wegen Erzeugung von Soja-Kraftfutter bei. Darum wachsen sie langsam und gesund, brauchen auch keine Medikamente, außer ab und an homöopathische Mittel. Unsere Rinder beweiden die hofeigenen Flächen und tragen somit zur Verbesserung des Bodens und den Humusaufbau bei; durch den Vertritt wird der Boden belüftet und das Bodenleben kann “atmen”. Dies fördert eine positive CO²-Bilanz, da der Humus CO² bindet. Auch wir schlachten unsere Tiere, allerdings via Kugelschuss aus der Herde heraus, die Tiere haben somit weder Trennungs- noch Transportstress. Sie leben gut und sie sterben gut, diese Energie ist dann – logischerweise – auch im Fleisch. Wer mehr dazu wissen will: http://www.innovative-schlachtsysteme.de

    Das angesprochene Problem bezieht sich mehr auf Massentierhaltung und die großen Schlachtbetriebe, die á la Maschinenlogik die Schlachtung von Tieren rationalisieren und so Billigware auf den Markt bringen. Nicht nur die Tiere leiden dabei, sondern auch die Menschen, die das mitmachen müssen. Dazu ist sehr hilfreich das Buch von Adrian Roth “Die Fleischmafia”.

    Leider ist der Gesetzgeber sehr Industriefreundlich und die bäuerliche Landwirtschaft verschwindet mehr und mehr, weil die Auflagen für Einzelne oft zu kompliziert sind. Ein Indiz dafür ist das Verschwinden der regionalen Gemeindeschlachthäuschen, alle Tiere sollen zentral in den Großschlachthof! Die Tendenz der Zentralisierung haben wir auch auf dem Energiesektor; E.on, RWE, EnbW, Vatttenfall Europe werden von Franz Alt die “vier Besatzungsmächte” genannt. Im Fleischsektor ist es noch grasser; sich diesbezüglich zu informieren, halte ich für wichtig. Alle, die mit oben genannter, tierfreundlicher Schlachtmethode arbeiten, bekommen Schwierigkeiten vom Gesetzgeber ab 2010.

    Fleisch essen an sich – halte ich nicht für verwerflich, es sind keine schlechteren Menschen! Nur: die Anonymität auf dem Fleischmarkt halte ich für bedenklich und die billigen “Geiz-ist-geil-Preise”! Damit wird den Tieren die Würde genommen, sie werden einfach als Ware umdeklariert, Teil einer “Fleisch-Produktions-Industrie” und dies, obwohl in Deutschland der Tierschutz im Grundgesetz verankert ist, das ist der Skandal.

    Birgitta Grießer

  7. wer a sagt muss auch b sagen. wer milchprodukte liebt, sollte die biovariante nehmen, und wer biomilchprodukte schätzt, der sollte auch biorindfleisch vorziehen. denkt mal nach, was die bios klimatisch besser machen als die konvis.

  8. fleischkonsum ist giftig für die gesundheit und die umwelt. es ist ein zweifelhaftes vergnügen und genussmittel auf kosten anderer lebewesen.

    fleisch ist im medizinischen, psychologischen, moralischen und spirituellen bereich ungesund.

    ohne verbote und gesetze geht es nicht. sonst gäbe es ja gar keine gesetze oder verbote.

    z.b. rauchen. da meinten jahrelang einige, dass man mit reden und aufklärung die menschen grossflächig schützt.

    es reicht einfach nicht, wenn einem die zeit davonläuft, die erde und ressourcen dermassen bedroht sind.

    gesetze und verbote sind auch effektiv, denn es ist eine grosse gefahr für den ganzen planeten, wenn nichts ernsthaftes unternommen wird.

    es braucht z.b. fleischverbote in der babynahrung, kitas, schulkantinen, unis, gefängnissen, spitäler, supermärkten usw.

    es ist doch nicht normal, dass die fleischindustrie es schafft, ungestraft die umwelt zu verschmutzen, die gesundheit der bevölkerung aufs spiel zu setzen, tiere zu quälen und subventionen aus steuergeldern zu erhalten.

    fleisch müsste auch genauso wie tabakwaren mit folgendem zusatz auf seine gefährlichkeit hin gekennzeichnet werden:

    “Dieses Stück Fleisch ist gesundheitsschädlich und schadet dem Klima”

  9. Ich finde Ihren o.a. Artikel unglaublich interessant und sehr wichtig, vor allem für diejenigen, die die Massentierhaltung kaltlächelnd genehmigen. In der Nähe meines Wohnortes ist, trotz aller Proteste von Anwohnern, eine Massentierhaltung von Hühnern genehmigt worden. Ich schäme mich für die Menschheit, dass sie injder Lage ist, mit den uns anvertrauten Lebewesen derartig brutal umzugehen. Ich denke mir, dass alle diese Tiere sich irgendwie und irgendwann an all diesen Menschen rächen werden.
    Ich habe meinen Fleischkonsum drastisch reduziert und zwar seit dem ich in dem Berichtfilm “Achtung, lebende Tiere” gesehen habe, wie einer Kuh, die an den Beinen gefesselt mit einem Kran transportiert wurde, da sie wegen Beinbrüche nicht mehr laufen konnte, Tränen flossen. Das hat mich verfolgt und verfolgt mich immer noch. Das arme Tier hatte offensichtlich Schmerzen. Aber es sollte als Lebendtransport ins Ausland gebracht werden. Es lebe der Profit!!!
    Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

  10. Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, dass das, was wir Wirklichkeitkeit getauft haben, eine noch größere ILLUSION ist als die Welt des Traumes. (Salvador Dali, Zitat aus dem Buch “Auf ein Wort” von Rudi Berner).

    Bis dahin müßen wir (die Vegetarier und Tierschützer) wohl noch einiges ertragen. Schade nur das andere leiden werden, während die Mehrheit der Menschheit unbekümmert und gleichgültig mit der Umwelt, Tieren ….Planeten umgeht!

    *tisch-kopf-tisch-kopf….*

  11. Hallo Alois Burgstaller
    Bio ist zwar sicher gut. Allerdings ist der Umstieg auf Bioprodukte fürs Klima nur minimal besser und kaum vergleichbar mit dem Umstieg auf pflanzliche Produkte.
    Hier hast du es grafisch schön dargestellt wie die Auswirkungen auf die Klimagase bei den verschiedenen Ernährungsweisen sind:
    http://www.vegetarismus.ch/km/index.htm

  12. Ist es nicht möglich, die bei der “Tierproduktuion” anfallenden Schadgase gleich an der Quelle aufzufangen und unschädlich zu machen? Methangase stellen doch auch eine Energiequelle dar, die man technisch ausnutzen könnte.
    Viel Erfolg bei Ihrer Arbeit
    Klaus Mäder

  13. @Rita Schwannemann
    Sicherlich ist die Reduktion von Fleisch begrüßenswert und ein Weg in die , wie ich meine, richtige Richtung. Dennoch frage ich mich, da Ihre Entscheidung auf den Karremann-Film zurückzuführen ist: welche Bilder und Filme braucht es denn noch, um eine wirklich nachhaltige und letztendlich wirklich konsequente Haltung zum Thema Fleisch einzunehmen?
    Ich frage mich weiter: an was hapert es letzendlich, den letzten kleinen Schritt zum Vegetarismus nicht zu tun?
    Grüße
    Julia Holzmann

  14. Der Sender Suprememastertv.com bringt täglich die neuesten Meldungen über die Katastrophen, die der Klimawandel weltweit bereits verursacht. Es gibt einen Countdown, wo man sehr gut mitverfolgen kann, wie viel Zeit wir noch haben, bis die Kipppunkte endgültig überschritten sind. Gleichzeitig weist er schon seit seinem Bestehen (das sind jetzt drei Jahre) darauf hin, dass die Viehwirtschaft die Hauptursache mit bis zu 80 % Treibhausgasanteil ist und dass durch Vermeidung des Fleischverzehrs und aller Nebenprodukte unsere Erde noch gerettet werden kann. Methan ist zwar ein wesentlich potenteres Gas als CO2 (bis zu 100-faches Erwärmungspotenzial über einem Zeitraum von 10 Jahrn), baut sich aber auch in 10 bis 20 Jahren wieder ab, sodass wir uns tatsächlich auf die Reduktion des Methangasausstoßes verlegen sollten.
    Da wir nie in der Lage sein werden, die Menschen, die unseren Planeten (seine Ökosysteme, seine Flora, seine Fauna) durch ihren Fleischverzehr zugrunde richten, alle zu überzeugen, müssen wir damit beginnen, die Subventionen abzuschaffen. Einen Hamburger, der ohne Subvention 40 Euro kostet, wird sich nicht jeder mehr leisten wollen.

  15. Hallo Birgitta Grießer,

    Ihr Bericht über Ihre Rinderhaltung gefällt mir sehr! Da ist ja wirklich alles optimal für die Tiere!

    Aber Achtung: Fast alle Leute, die hier lesen und schreiben, sind Vegetarier und Veganer, die jede Nutztierhaltung ablehnen. Das ist hier immer so.

    Wir aber wissen: Nutztiere schädigen nicht nur das Klima – sie sind auch wertvolle Landschaftspfleger; vor allem die Schafe. Ohne Wanderschäfer, die mit ihren großen Herden herumziehen, wäre schon manch schöne Kulturlandschaft verwaldet und verbuscht, z.B. die Lüneburger Heide, die Schwäbischen Alb, das Altmühltal, die Alpen in Bayern, Österreich und Schweiz …

    Nur in manchen Ländern gibt es eben zu viele Rinder und Schafe (Südamerika, Australien), wodurch das Klima tatsächlich geschädigt wird.

  16. Hallo Vegi
    die foodwatch und öwi studien in ehren. sie haben nur ein manko. sie haben den humusgehalt und damit den CO2 gehalt von ackerböden und grünland nicht berücksichtigt. wie du weißt, liegen da welten dazwischen, deshalb: wenn schon fleisch essen, dann solches von der grünen biowiese. und grünes biowiesenfleisch hilft auch die schönen wiesen erhalten. toll! schmatz!

  17. Veggi friend ich bin ganz Deiner Meinung. Bei der Entwicklung der Menschheit und des Tierproduktekonsums ist der Klimakollaps in greifbare Nähe gerückt. Noch bevor das Klima einknickt, werden wir hier in unseren gemäßigten Zonen Flüchtlinge haben, da in anderen Ländern den Menschen (und Tieren!) entw. das Wasser bis zum Hals steht, das Land verwüstet oder vergiftet sein wird. Dann haben wir … in ca 10 Jahren kuschelige Massen-Mensch-Haltung und lauter Mischlinge hehe… vielleicht aber auch Bürgerkrieg um die letzten sauberen Lebensmittel/Wasser. Aufklärung ja, aber wie, wenn Politik, Wirtschaft, sogar der Einzelne die Fakten konsequent ignorieren, leugnen? Dass für Tierprodukte-Konsum bei uns woanders Menschen verhungern, ist seit Jahrzehnten bekannt. Aber uns (Christen? Nächstenliebe oder was?)offensichtlich egal. Wieso etwas weniger Fleisch??? Damit ein Kind in Afrika ein paar Tage länger leben kann? Sehr gnädig. Hier Liberalismus oder Toleranz gelten zu lassen, ist der reinste Hohn. Wir müssten schon aus egoistischen Gründen daran interessiert sein, auf Tierprodukte “freiwillig” zu verzichten (Gesundheit, Erhaltung des Planeten für unsere (bzw. eure) eigenen Kinder), anstatt den Nutztieren eine “Diät” zu verschreiben (einer von vielen Vorschlägen der FAO, z B noch extremerer Massenhaltung, zur “umweltfreundl.” Tierhaltung, nicht zu fassen). Wie es den Tieren geht, die qualgezüchtet auf diese Welt geworfen werden, mit Medikamenten und Kraftfutter zu allem anderen als “gesunden” Lebensmitteln werden, fragt immer noch kaum jemand. Dabei ist schon dieser Aspekt Grund genug, “freiwillig” auf jedes Mikrogramm Fleisch und Milch zu verzichten.
    Ich lebe sit vielen Jahren vegan und finde, dass es eine Bereicherung für mein Leben ist. Gesundheitlich, aber (leider) auch geistig – ohne das ganze Gift der veränderten, stark verarbeiteten Nahrungsmittel fallen einem die Schuppen von den Augen und es ist schier unerträglich, dass außer einigen wenigen keiner offensichtliche Zusammenhänge zu begreifen scheint. Selbstbetrug durch alle Bevolkerungsschichten. Vielleicht hatte Nostradamus recht. Es ist höchste Zeit, eigentlich schon zu spät und die Leute wollen wenn überhaupt mal ganz langsam was verändern. Aber Haupsache nicht an ihrer Lebensweise.
    Verdammt nochmal, wir haben keine Zeit mehr!

  18. Weder die Reduktion des Fleischkonsums noch die ständig anwachsende Bevölkerung der Menschheit, darf weiterhin ein Tabuthema sein. Je mehr Mensch, desto mehr Fleisch und viel anderes, zum grössten Teil unnötiges und umweltbelastendes, wird konsumiert. Nicht nur die Industrieländer belasten stark die Umwelt, die 3. und 4. Welt ebenfalls. Dies weil sie sehr grosse Länder mit viel Bevölkerung sind und praktisch keinerlei Umweltschonung betreiben.

  19. Ich bin froh darüber, dass mit diesem Artikel und der Seite
    http://fleischverbot.info/petition/
    überhaupt bewußt gemacht wird, welcher klimatische Schaden durch die Nutztierhaltung entsteht. Bisher ist dies immer noch kein Thema beim Weltklimagipfel und ich habe keine Ahnung wie es die Fleischindustrie schafft diese wichtige Information unter Verschluß zu halten. Sehr beeindruckt hat mich in einem vorhergehenden Absatz, dass eine Kuh geweint hat. Die Gefühle der Tiere wie Verzweiflung, Hoffnung, Frucht, Angst, Schmerz müßten für uns schon Anlass genug sein die Quälerei zu beenden.

  20. Seltsam, dass ich noch nicht an Methanvergiftung gestorben bin, obwohl ich regelmäßig mit Schafen und Rindern schmuse!

    Und bei der letzten Schafschau in Gebirgsnähe war es so kühl und neblig, dass ich fror und mir eine leichte Erkältung zuzog, da trotz Methanausdünstung von etwa 200 Schafen die Temperatur nicht anstieg. Ha, ha, ha, ha!

    Deshalb kaufte ich mir auf dem vorigen Wollmarkt eine warme Strickjacke vom Alpinen Steinschaf, eine Rasse, die vom Aussterben bedroht ist, weil sie zu wenig gezüchtet wird – das Alpine Steinschaf ist offiziell zur gefährdeten Nutztierrasse des Jahres 2009 ernannt, weshalb man Produkte von ihm kaufen soll, um es vor dem Aussterben zu bewahren.

    Schuld am Klimawandel ist vor allem das Abholzen der Regenwälder für den Anbau von Soja und Palmöl!

    Weder Schafe noch artgerecht gefütterte (Bio)Rinder, -schweine und –hühner bekommen derartiges zu fressen, deshalb glaube ich nicht daran, dass sie den Klimawandel mitverursachen. Jedenfalls nicht in der Anzahl, in der sie hierzulande gehalten werden (wir haben ja nur etwa 5 % Biobauern).

    Auf jeden Fall abgeschafft gehört die konventionelle Massentierhaltung mit Sojaverfütterung überall auf der Welt!

  21. Nutztierrasse- alleine dieses Wort. Dieses sollte “aussterben”. Alleine dieses Wort sagt wieder aus, dass ein Tier, eine Rasse, eine Tierrasse dem Menschen zur Be-nutzung ( weiter) zur Verfügung steht oder stehen soll. Und aus diesem Grund nicht aussterben soll?
    Bei den heute zur Verfügung stehenden hochwertigen Materialien besteht kein Grund, sich immer noch in Tierfell- oder wolle zu kleiden.
    Hier aufzufordern, Produkte einer bestimmten Tierrasse zu kaufen, vornehmlich zwecks angeblicher Arterhaltung ist blanker Zynismus und Augenwischerei.
    Julia Holzmann

  22. Die Idee, sogenannte „Nutztierrassen“ zu erhalten, die auch als „Haustierrassen“ bezeichnet werden und deren Produkte man kaufen soll, um sie zu erhalten, stammt übrigens nicht speziell von mir, sondern wird vor allem von der „Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V.“ vertreten. Unter anderem ist übrigens auch das Hinterwälderrind gefährdet, weshalb es sehr gut ist, dass es von vernünftigen Menschen weitergezüchtet wird.

    Die Landschaftspflege in Gegenden, die nicht verwalden und verbuschen sollen, ist ein sehr wichtiger Nutzen, den diese Tiere erbringen sollen.

    Abgesehen davon könnte man sie aber auch halten und weiterzüchten, ohne sie zu schlachten, sofern man sich das finanziell leisten kann.

    Vielleicht möchte Julia Holzmann bei einem Bauern oder Schäfer eine Patenschaft für ein Alpines Steinschaf, Hinterwälderrind etc. übernehmen, unter der Bedingung, dass dieses Tier nicht geschlachtet werden darf?

    Ich plane ähnliches: Möchte nächstes Jahr ein liebes Schmuseschaf kaufen, das ich dann bei einem Schäfer unterbringen und regelmäßig besuchen kann. Ich fände es toll, ein eigenes Schaf zu haben –das dann natürlich auch nicht geschlachtet wird.

  23. Meiner Einschätzung nach ist es reine Augenwischerei zu glauben, dass Fleisch überhaupt ökologisch korrekt produziert werden könnte.

    Allerein schon der enorme Ressourcenverbrauch zeigt, dass Fleisch unmöglich “Bio” sein kann.

    Schon allein das Wort “Bio”-Fleisch ist daher verbrauchertäuschend. Nicht nur da es dem Verbraucher vorgaukelt, ein ökologisch unbedenkliches Produkt zu kaufen, sondern auch in ethischer Hinsicht ist “Bio-”Fleisch eher kontraproduktiv, da es suggeriert das diese Art der Fleischgewinnung ethisch unbenklich wäre.

    Tatsächlich ist auch diese Art der Fleischgewinnung mit Leiden, Entbehrungen und einer drastischen Verkürzung der Lebenszeit für die betreffenden “Nutz”-Tiere verbunden.

    Es ist daher augenscheinlich, dass hauptsächlich daran gearbeitet werden muss den Tierproduktkonsum insgesamt zu senken.

    Und das gelingt nicht über Verbrauchertäuschung à la “heile Welt auf dem Bauernhof” sondern nur über knallharte Aufklärungsarbeit.

  24. Enormer Ressourcenverbrauch durch Biotierhaltung?

    Etwa das Wasser, das die Tiere trinken oder die kleinen Mengen an Kraftfuttergaben wie Weizen oder Hafer, die sie zusätzlich zu Gras und Heu bekommen? Dies trinken und fressen ja auch Tiere, die nicht genutzt und geschlachtet werden, z.B. Reitpferde, Esel und Ziegen, die nur hobbymäßig als Haustiere gehalten werden.

    Sollen wir alle diese Tiere abschaffen, um Ressourcen zu sparen?

    Die Ursachen für Wassermangel und Hungersnot in den Entwicklungsländern sind sicher nicht das Fressen und Trinken unserer Bio- und Haustiere, sondern (neben der konventionellen Massentierhaltung) vor allem auch die menschliche Bevölkerungsexplosion in diesen Ländern!

    Ich sehe es eher so, dass wir Menschen den Tieren das Futter wegfressen und das Wasser wegsaufen, weil wir viel zu viele sind! In den bevölkerungsreichen Ländern, in denen massenhaft Kinder auf die Welt gesetzt werden, sollten endlich mal strenge staatliche Geburtenkontrollen eingeführt werden!

    Und die „Leiden und Entbehrungen“ der Biotiere?

    Zum Teil stimmt es – z.B. gehört endlich der Anbindestall abgeschafft, der auch in der Biorinderhaltung (noch) erlaubt ist – wobei aber die Bauern, die sich den Umbau nicht leisten können, ihn bezahlt bekommen sollen.

    Und die enorm verkürzte Lebenszeit? Auch das stimmt zwar – aber auch Wildtiere erreichen selten ihr natürliches Lebensalter. Viele von ihnen werden nicht mal ein Jahr alt, weil Raubtiere sie reissen, sie (in kalten Ländern) im Winter verhungern und erfrieren, krank werden oder sich tödlich verletzen, bald nach der Geburt verhungern, weil manche Muttertiere sie nicht annehmen, oder sie von erwachsenen männlichen Tieren getötet werden (männliche Bären z.B. töten jeden Jungbären, der ihnen begegnet, indem sie ihm das Genick brechen).

    Wer jeden Biobauern grundsätzlich ablehnt, müsste eigentlich auch die Natur ablehnen.

  25. Vielen Dank, Mahi Klosterhalfen, für die Analyse der WWI-Studie!
    Es wäre sicher wichtig, auch die Erzeugung von Milchprodukten und Eiern in die Rechnung mit einzubeziehen – die Klimawirkung ist sicher nicht zu vernachlässigen. Aber es ging nur um Fleisch, nicht?
    Zu Tierhaltung möchte ich anmerken, dass es riesengroße Unterschiede im Bio-Sektor gibt. Leider nähern sich die Bio- Organisationen in ihren Richtlinien der Billig-Entwicklung im konventionellen Bereich an, eher zwangsläufig, weil sie die Supermärkte bedienen sollen und wollen und es bei allzu krassen Preisunterschiede nicht funktionieren würde. Also gibt es auch Importsoja im Futter – wenn auch in begrenzten Mengen, viel zu große Tierbestände, teilweise sehr beengte Verhältnisse für die Tiere, wenn auch immer um etliches besser als bei der konventionellen Massentierhaltung.

    Tieren ein sorgenfreies Leben zu ermöglichen, wie es Birgitta Grießer für ihre Rinder tut, ist mit großen Schwierigkeiten, Kämpfen (gegen Behörden) und großen eigenen Einschränkungen verbunden, denn sie muss selbst vermarkten und nur wenige sind bereit, den Preis zu zahlen, der wirklich nötig wäre.
    Wäre ich ein Wildtier, sagen wir mal, ein Reh, würde ich wünschen, ein Rind bei Grießers zu sein: Die müssen nicht an Parasiten und Infektionen krepieren, wie Wildtiere, deren Bestand eben durch Hunger, Winternot und Krankheit geregelt wird.

  26. Welch Superbeitrag, Karin Ulrich! Genau so ist es, wie Sie schreiben!

    Tatsächlich gibt es im Biobereich große Unterschiede.

    Ich halte nichts vom gewöhnlichen EU-Bio, das zu ziemlich günstigen Preisen in den Supermärkten angeboten wird. Bei pflanzlichen Produkten kann man es noch akzeptieren, jedoch beim Kauf tierischer Produkte achte ich auf hochwertigeres. Ich kaufe sie nur, wenn das zusätzliche Siegel „Bioland“, „Naturland“, „Demeter“ oder „Biokreis“ draufsteht, da die Bauern, die bei diesen Verbänden Mitglied sind, strengeren Vorschriften unterliegen und besser kontrolliert werden. Dieses hochwertigere Bio jedoch gibt es in den Supermärkten nur in begrenzter Zahl; in größerer Auswahl erhält man es in Bioläden.

    Jedoch gibt es auch bei Bauern, die diesen Verbänden angehören, Unterschiede in der Tierhaltung. Manche erfüllen nur die Mindeststandards, andere gehen weit darüber hinaus. Auch müssten die Kontrollen verbessert werden, da es leider auch unter diesen Bauern Betrüger gibt, die manchmal entlarvt werden.

    So gut wie bei Birgitta Grießer haben es nur wenige Biotiere, weshalb es schade ist, dass auch diese Biobäuerin hier nur von wenigen Leuten Anerkennung findet, sondern im Gegenteil (indirekt) angefeindet wird.

    Da braucht man sich eigentlich nicht wundern, dass immer mehr Bauern eine Abneigung gegen Tierschützer entwickeln.

    Auch als Vegetarier oder Veganer könnte man ja Bauern wie Birgitta Grießer loben, vielleicht mit der Zusatzbemerkung, dass man trotzdem lieber vegetarisch/vegan leben will.

  27. @Lämmlein,
    erst einmal möchte ich feststellen, dass ich es sehr positiv finde, dass Dir Gedanken darüber machst wie sich die mit der Nutztierwirtschaft verbundenen Probleme minimieren lassen.

    Allerdings bringt es nichts das Problem des Ressourcenverbrauchs der Nutztierwirtschaft herunter spielen zu wollen. (auch nicht auf die „Bio“-Tierhaltung bezogen)

    Auch die Fleischproduktion über “Bio”-Tierhaltung hat lediglich eine Effizienz von ca. 10%. Da ca. 10 Kalorien benötigt werden um eine Kalorie an Fleisch zu produzieren. (im Vergleich dazu liegt die Effizienz für die Herstellung von z.B. Tofu bei 100%)

    Das das sehr ineffizient ist, fällt zwar bei der Biohaltung weniger auf als bei der konventionellen Haltung, lässt sich aber aufgrund des enormen Flächenbedarfs für den Anbau von Heu auch dort nicht bestreiten. (auch der Flächenverbrauch ist als Ressource zu werten)

    Hinzu kommt, dass die Flächen die zurzeit als Weideflächen oder zur Heu-Gewinnung genutzt werden, weitaus besser für den Anbau schnellwachsender Gehölze genutzt werden könnten. Wodurch ein Großteil des Verbrauchs an fossilen Energieträgern eingespart werden könnte.

    Darüber hinaus ist auch die Auswirkung der Nutztierwirtschaft auf das Weltklima (mit einem anthropogenen Anteil zwischen 16 bis 51%) äußerst besorgniserregend.

    Das Problem dürfte eigentlich klar sein: Wir haben weltweit definitiv zu viele Nutztiere.

    Daher ist es mehr als Augenscheinlich, dass die Nutztierbestände weltweit drastisch gesenkt werden müssen.

    Es geht nicht darum alle Nutztiere auf einmal abzuschaffen. (das wäre völlig realitätsfern und undurchführbar)

    Es geht darum die Bestände insgesamt drastisch zu senken. Und das schaffen wir nur indem wir die Konsumenten davon überzeugen ihren Tierproduktkonsum zu senken (im Idealfall auf 0).

    Daher ist die „Bio“-Tierhaltung reine Augenwischerei und Verbrauchertäuschung.

    Da sie faktisch ökologisch nichts bringt und auch für die Tiere nur ein geringfügig verringertes Leiden bedeutet.

    Tut mir Leid, dass mein Urteil in diesem Punkt so hart ausfällt, aber bei diesem Thema gibt es – aus meiner Sicht – einfach nichts was ich beschwichtigend hinzufügen könnte (abgesehen von dem positiven Nebeneffekt, dass „Bio“-Tierprodukte etwas teurer sind und daher weniger von ihnen konsumiert wird).

  28. :::::::::::::::::::::::::::::::::::::
    Wäre ich ein Wildtier, sagen wir mal, ein Reh, würde ich wünschen, ein Rind bei Grießers zu sein: Die müssen nicht an Parasiten und Infektionen krepieren, wie Wildtiere, deren Bestand eben durch Hunger, Winternot und Krankheit geregelt wird.
    :::::::::::::::::::::::::::::::::::::

    Wäre ich ein Islamist, sagen wir mal, ein Taliban aus Afganistan, würde ich mir wünschen in Guantanamo untergebracht zu sei: Die müssen nicht an Parasiten und Infektionen krepieren, wie Taliban in Afganistan, deren Bestand eben durch Hunger, Winternot und Krankheit geregelt wird.

  29. Natürlich haben wir weltweit viel zu viele Nutztiere (ebenso viel zu viele Menschen)!

    Auch tierische (Bio)produkte sollte man deshalb mehr in Maßen statt in Massen kaufen – sofern man nicht ganz auf sie verzichten will.

    Was mich betrifft, so wäre ich übrigens – wie Karin Ulrich – ebenfalls lieber ein Rind bei Grießers, das ganzjährig gut versorgt und irgendwann schnell und schmerzlos auf der Weide erschossen wird, als ein Wildtier, z.B. ein Reh, das im Winter verhungern und erfrieren muss – oder von einem Raubtier erst gehetzt und dann gerissen wird.

  30. Damit sind wir schon fast bei einer Meinung :)

    Wobei ich das größtenteils das Problem sehe, dass “Bio”-Tierprodukte bei vielen den Trugschluss erzeugen, dass damit dann schon alles bestens wäre. So als wäre es ethisch, gesundheitlich und ökologisch 100%ig unbedenklich “Bio”fleisch zu konsumieren.

    Viele versuchen dann noch nicht einmal weiter an ihrer Ernährung zu arbeiten. Z.B. indem sie einfach mal in den nächsten Bio-Laden gehen um eine Packung Räuchertofu zu kaufen. Oder irgendwelche anderen Alternativprodukte zu probieren, durch die sie ihren Tierproduktkonsum weiter senken könnten.

    Das ist der Punkt der mir bei der ganzen “Bio”-Tierprodukt-Thematik Sorgen bereitet.

  31. Was das Beispiel mit dem Reh und dem Rind betrifft, finde ich es ziemlich zynisch formuliert.

    Das Ganze erinnert stark an die Ausreden amerikanischer Sklavenhändler die meinten, dass es die Sklaven auf den Plantagen besser hätten als in den Ländern in denen sie entführt wurden.

    Zudem hinkt das Beispiel stark, da die Anzahl an Rindern auf einem Biobauernhof nichts mit der Anzahl an Wildtieren zu tun hat.

    Darüber hinaus tragen wir Menschen lediglich für unser Konsumverhalten Verantwortung (also auch die Produktion der jeweiligen Waren). Während die Natur außerhalb unseres Verantwortungsspektrums liegt.

    Ebenso habe ich meine Zweifel daran, dass es Wildtieren schlechter gehen soll, als den Tieren aus der “Grießer-Haltung”. Vor allem da sie weder züchterisch verändert sind (wie dies bei Nutztieren der Fall ist), noch in Unfreiheit leben und auch nicht überfrüht (vor dem Erreichen des Erwachsenenalters) getötet werden.

  32. Ich schließe mich an! Die oft grausame Natur als Vorwand zu nehmen, selbst auch Tiere töten zu dürfen, missfällt mir.

    Der Mensch wird nicht müde, seine Überlegenheit gegenüber anderen Tieren zu betonen, aber wenn es mal darum geht, höhere ethische Maßstäbe an sich selbst anzulegen als an Raubtiere, will auf einmal niemand mehr etwas von den Unterschieden zur restlichen Tierwelt wissen.

  33. Was mir in der Biotierhaltung Sorgen bereitet, sind vor allem die zu niedrigen Mindeststandards. Wenn es nach mir ginge, dürfte nur derjenige Biobauer werden, der seinen Tieren optimale Bedingungen bieten kann.

    Zum Unterschiede Nutztiere/Wildtiere: Wie schon erwähnt – auch in der Natur sterben viele Tiere vor dem Erwachsenenalter.

    In letzter Zeit z.B. kommen viele Krähen zum Überwintern nach Deutschland. Treten sie in großen Scharen auf, z.B. in der Nähe von Schafweiden, stürzen sie sich auf neugeborene Lämmer, hacken ihnen die Augen aus und reissen ihnen den Bauch auf. Ist das ein schneller, schmerzloser Tod? Für das Lamm ist es sicher nicht angenehmer, von einer Krähe getötet zu werden, als z.B. von einem moslemischen Schächter.

    Was mich betrifft, so mag ich weder die Schächter noch die Krähen.

    Wobei der Unterschied natürlich darin liegt, dass der Mensch sich der Grausamkeit seiner Tat normalerweise bewusst ist, die Krähe (oder andere Raubtiere) jedoch wahrscheinlich nicht.

  34. @Lämmlein,

    das sehe ich größtenteils genauso. Vor allem Deinen letzten Satz kann ich nur voll und ganz unterstreichen.

    Wir Menschen haben die Möglichkeit zu erkennen ob eine Tat Grausam ist oder nicht. Wir sind uns zudem den Folgen unseres handelns bewusst und tragen dafür Verantwortung. Daher ist jeder Konsument für seine Kaufentscheidung 100%ig moralisch verantwortlich. Die Verantwortung auf andere abzuschieben (was die meisten leider tun) ist daher moralisch fragwürdig. Wobei ich davon ausgehe, dass sich die Menschheit (zumindest in Mitteleuropa) langsam mehr und mehr der Folgen ihres Konsumverhaltens bewusst ist.

    Diese Chance müssen wir nutzen indem wir die Konsumenten (vorwiegend über unseren Bekanntenkreis) über die Folgen ihrer Kaufentscheidungen noch besser aufklären. Sie über Alternativprodukte informieren um die Zahl der Tiere die für Konsumgüter leiden sowie die ökologischen Auswirkungen zu minimieren.

    Gleichzeitig aber auch, indem wir dafür sorgen, dass die Tiere deren Leiden wir zur Zeit noch nicht verhindern können, weniger Leiden als sie sonst leiden würden. (über strengere Tierschutzgesetze, Richtlinien und Kontrollen)

  35. Was ich bei all den Zahlen, deren Richtigkeit ich nicht anzweifle, nicht verstehe: Warum entsteht keine öffentliche Debatte? Ja, warum. Liegt es vielleicht daran, dass dann jeder Politiker, der diese Zahlen verkündet, sich nicht mehr trauen würde, in die nächst beste Wurst zu beißen und sich daher lieber mit dem Austausch von Glühbirnen beschäftigt?

  36. @Lämmlein:

    stell Dir mal vor, alle Fleisch(fr)esser würden von huet auf morgen bio-Fleisch (fr)essen wollen… da wäre kaum Unterschied was die Treibhausemissionen angeht.Vor allem haben wir zu viele Menschen, um diese Mengen an Bio-Fleisch herbeizuschaffen.
    Problem ist – weng weniger hilft nicht – Fleisch hat Suchtpotential – die Menschen werden/würden nie davon loskommen. Und man beachte die steigende Weltbevolkerung. Und den Anstieg des Milchprodukte- und Fleischkonsums in Indien und China…
    Ich habe fast 30 jahre versucht, Familie, Freunde, Verwandte , Partner vorsichtig aber irgendwann bestimmt zu überzeugen – denn hier darf es keinen “Liberalismus” geben – und die Arroganz der Menschen – bedingt durch Fleisch – fragen Sie hierzu mal Ihren örtlichen Makrobiotiker – hilft immer übers Nachdenken hinweg. Leider muss es auf Fleischverbot hinauslaufen. Denn wir haben keine Zeit mehr.

  37. an Lämmlein die 2,:
    richtig, wir sind zu viele Menschen. und auch bei uns in D. Noch mehr als in Ländern mit einer hohen Geburtenrate, da unser Konsumgüterverbrauch und Lebensstil ein viel-hundertfaches hat von dem in Schwellenlkändern. Eine Handvoll Reis passt sicher… 50mal in Biorindersteak an spanischem Brokkoli. Autsch, was die Mischkostesser alles an Brot für die Welt spenden müssten aufgrund ihres Lebensstils… zumindest das, was sie “verschwendet”haben…

    Die Qualzuchten unserer (Eurer?) Tierproduktion ist alles andere als lebenswertes Leben. Gefangenschaft und Enge der Ställe? Vergewaltigung statt natürlicher Fortpflanzung? Auch in der Bio-Tierzucht werden Kühe statt 20 nur 5 Jahre alt und jedes Huhn muss 200 statt 6-12 Eier pro Jahr legen – und wenns das nimmer schafft- weg damit.
    Landwirtschaftl Tierhaltung hat und wird die Artenvielfalt auf unserem Planeten reduzieren. Wir Menschen überschwemmen bereits jedes Fleckchen Erde mit uns oder unseren gezüchteten Tieren, egal ob Säugetier oder Fisch. Ich finde auch schade, dass Tiere sterben müssen, egal ob gezüchtet oder nicht – aber die kleinen, die schon im Säuglingsalter enthornt, kastriert, gestutzt werden – ganz (legal, naja) ohne Betäubung – wären besser nie geboren.
    Wenn wir allen Menschen auf der ERde jeden Tag oder jeden zweiten ein winziges Stückchen Fleisch gönnen würden – was aufs gleich hinausläuft wie wenn 10% im Überfluss leben und 90% Bescheiden oder am Rande des Hungers – hätten wir fürs Klima nichts eingespart.

  38. Wenn die Bratwurst lockt
    verliert der Klimaschutz seine Bedeutung,
    mit der jetzigen Spezie Mensch wird da wohl nichts mehr gehen

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