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Tiertransport-Mogelei

Veröffentlicht am 9. Jul 2009

SchweinezuchtWie der Gießener Anzeiger berichtet, wurden in letzter Zeit im Kreis Gießen 55 von 70 kontrollierten Tiertransporten beanstandet.

Kein Wasser, regelrechtes Zusammenquetschen der Tiere, fehlende Einstreu, verletzte Tiere. Die Liste der Verstöße liest sich wie ein Realität gewordenes Horrorszenario.

Die Quote spricht für sich: Wenn mehr als drei Viertel aller Tiertransporte in Gießen beanstandet werden, ist davon auszugehen, dass es auch bei den meisten anderen Transporten tierquälerisch zugeht.

Auch wenn wir unseren Lesern weder vorschreiben können noch wollen, wie sie sich zu ernähren haben: Machen Sie sich bitte bewusst, dass die Transport- und Schlachtbedingungen für Tiere aus Biohaltung nicht unbedingt besser sind als für Tiere aus konventioneller Haltung. Wenn Sie also nicht genau wissen, woher ihre Produkte tierischen Ursprungs kommen, müssen Sie damit rechnen, dass die Tiere während Transport und Schlachtung sehr gelitten haben.

In diesem Zusammenhang möchten wir noch kurz über ein Telefonat berichten, das eine Freundin der Albert Schweitzer Stiftung heute mit dem Landwirtschaftsministerium geführt hat. Die Transportbedingungen für die Zuchtrinder, die nach Libyen gebracht werden, seien so gut, dass die Tiere gar nicht merkten, ob sie im Stall stünden oder im LKW, wurde ihr versprochen. Angesichts der jüngsten Meldungen aus Gießen klingt das wie blanker Hohn.

Und selbst wenn Zuchtrinder deutlich besser behandelt werden: Das Abkommen mit Libyen beinhaltet auch den Transport von Mastrindern. Außerdem berichtet uns Dr. Hermann Focke, dass es üblich ist, Mastrinder fälschlicherweise als Zuchtrinder zu deklarieren, um Subventionen einzustreichen.

Falls Sie noch nicht gegen die Rinderexporte nach Libyen protestiert haben, klicken Sie bitte hier, um dies nachholen.