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Erfolg gegen Patent auf »menschliche Affen«

Affe
© Republica – pixabay

Die US-Firma Altor BioScience will ihre Patentansprüche auf gentechnisch veränderte Schimpansen zurückziehen. Dies teilte die Firma im Vorfeld einer öffentlichen Anhörung zu den Einsprüchen gegen das Patent EP1409646 mit, die für den 7. und 8. Juli am Europäischen Patentamt in München geplant ist. Allerdings will die Firma ihre Ansprüche auf gentechnisch veränderte Mäuse und Ratten behalten. Auch wenn die Einsprechenden den Schritt der Firma begrüßen, sind nach ihrer Ansicht die verbleibenden Patentansprüche ethisch nicht akzeptabel, weil sie zu einem Anstieg von Tierversuchen führen können.

Dreizehn Organisationen aus Deutschland, der Schweiz und England hatten 2013 gemeinsam Einspruch gegen das Patent der US Firma Altor eingelegt, in dem Primaten und insbesondere Schimpansen beansprucht wurden, deren Erbgut mit menschlichen Genen manipuliert wird. Auf diese Weise sollen die Tiere als eine Art lebende Fabrik zur Produktion menschlicher Antikörper genutzt werden. Eingesprochen hatten Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, Deutscher Tierschutzbund, Gen-ethisches Netzwerk (GeN), GeneWatch UK, Gesellschaft für ökologische Forschung, Jane Goodall Institut, Kein Patent auf Leben!, Menschen für Tierrechte, Pro Wildlife, Schweizerische Arbeitsgruppe Gentechnologie (SAG), Schweizer Tierschutz (STS), Testbiotech und Wild Chimpanzee Foundation Deutschland (WCF).

»Patente auf gentechnisch veränderte Menschenaffen sind ein Affront gegen die Würde von Mensch und Tier. Deswegen ist der Rückzug von Altor BioScience ein wichtiger Erfolg,« sagt Christoph Then für die Einsprechenden. »Aber auch Patente auf Ratten und Mäuse sind medizinisch nicht begründbar und ethisch nicht zu rechtfertigen. Wer Arzneimittel produzieren will, darf deswegen noch längst keine Tiere als Erfindung beanspruchen.«

Vor kurzem veröffentlichte Testbiotech einen Bericht, der zeigt, dass sich für patentierte gentechnisch veränderte Versuchstiere ein lukrativer Markt entwickelt hat, der dazu beiträgt, dass die Anzahl der Tierversuche ansteigt. Um Profite mit Tierleid zu unterbinden, appelliert Testbiotech unter anderem an Banken, die in die Pharmaindustrie investieren, klare Standards für ethische Investments zu setzen.

»Gerade der Bereich der Genmanipulation an Tieren ist der Hauptgrund für den stetigen Anstieg der Zahl der in Tierversuchen verwendeten Tiere. Statt diese traurige Entwicklung durch Patente auch noch zu befeuern, sollte in eine ethisch vertretbare, moderne tierversuchsfreie Forschung investiert werden«, fordert Dr. Brigitte Rusche, Vizepräsidentin des Deutschen Tierschutzbundes und Leiterin der Akademie für Tierschutz.

In den Jahren 2012 bis 2014 hatten mehrere Organisationen insgesamt vier Einsprüche gegen europäische Patente auf gentechnisch veränderte Schimpansen eingelegt, was zu unterschiedlichen Reaktionen bei den jeweiligen Firmen führte: Bereits vor einigen Monaten kündigte die australische Firma Bionomics an, Ansprüche auf gentechnisch veränderte Tiere zu streichen. Dagegen will die Firma Intrexon, die zwei europäische Patente auf mit Insekten-DNA manipulierte Menschenaffen hält, ihre Patente aufrecht erhalten. Die Anhörung zu den Einsprüchen gegen die Patente von Intrexon findet am 29. September 2015 in Den Haag statt.

Beteiligte Organisationen

  • Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt
  • Deutscher Tierschutzbund
  • Gen-ethisches Netzwerk (GeN)
  • GeneWatch UK
  • Gesellschaft für ökologische Forschung
  • Jane Goodall Institut
  • Kein Patent auf Leben!
  • Menschen für Tierrechte
  • Pro Wildlife
  • Schweizerische Arbeitsgruppe Gentechnologie (SAG)
  • Schweizer Tierschutz (STS)
  • Testbiotech
  • Wild Chimpanzee Foundation Deutschland (WCF)

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