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Stierkampfverbot in Katalonien bahnt sich an

Veröffentlicht am 19. Dez 2009

Stierkampf Michael Helmer WikipediaDie im Nordosten Spaniens gelegene Region Katalonien eilt mit großen Schritten auf ein Stierkampfverbot zu. Die Volksinitiative »Prou« (»Basta«) drängt schon seit langem mit prominenter Unterstützung auf ein Verbot. Jetzt kam es im katalanischen Parlament zu einer Abstimmung, die knapp aber erfolgreich endete: 67 Abgeordnete stimmten für die Initiative, 59 dagegen und fünf enthielten sich.

Im nächsten Schritt wird ein Gesetzestext entworfen, der wiederum zur Abstimmung gestellt wird. Sollte es keine bösen Überraschungen geben, wäre damit das Ende des Stierkampfs in Katalonien besiegelt.

Interessant sind die Argumente der Stierkampfbefürworter. Zum einen wird der »Sport« mit dem angeblichen Verlust von Arbeitsplätzen gerechtfertigt – ein Argument, das man in praktisch jeder Tierschutzdebatte hört, und das regelmäßig viel zu sehr aufgebläht wird. Im konkreten Fall geht es vor allem um den Verlust einiger saisonaler Jobs. Es ist gut denkbar, dass die Verluste durch den Imagegewinn Kataloniens im Tourismus überkompensiert werden. Andere Argumente drehen sich um Traditionen, die es zu bewahren gelte (nur weil etwas Tradition hat, ist es noch lange nicht schützenswert), und ein berühmter Stierzüchter Spaniens sieht in der abnehmenden Sympathie für das Blutbad gar die Angst der Menschen, den Tod als Teil des Lebens zu akzeptieren.

Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt gratuliert den Aktiven um »Prou« dazu, in diesem Meinungskampf die Oberhand behalten zu haben. Unser Dank gilt außerdem den 67 Abgeordneten, die für die Volksinitiative gestimmt haben. Hier wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht!

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