Stern: Esst weniger Fleisch!

Veröffentlicht am 28. Mai 2010

In seiner aktuellen Ausgabe (Nr. 22, 27.05.2010) macht der Stern den Fleischkonsum zum Titelthema. Er macht dabei für ein breites Publikum unmissverständlich, was Tierschutz-, Tierrechts- und vermehrt auch Umweltschutzorganisationen seit einer kleinen Ewigkeit nicht müde werden zu wiederholen: Die moderne »Fleischproduktion« ist an Verantwortungslosigkeit kaum zu überbieten und ist trotzdem politisch so gewollt.

Die ersten Sätze des Artikels mögen noch für Stirnrunzeln sorgen: Hier soll der Fleischkonsum anscheinend damit gerechtfertigt werden, dass er in der Entstehungsgeschichte des Menschen eine Rolle gespielt hatte. Noch auf der selben Seite scheinen die Autoren aber einen Waffenstillstand mit denen vereinbaren zu wollen, die sich zu Recht über solche Argumente ärgern: Die sogenannten Flexitarier werden als inkonsequent bezeichnet, die aber immerhin »womöglich ein[en] Anfang« machen.

Im weiteren Text weisen die Autoren auf untragbare Tierschutzprobleme hin und behandeln die vielschichtigen negativen Auswirkungen des Nebenprodukts Gülle detailliert und oft wortgewaltig. Auch die Beiträge der Tierfabriken zu Klimaerwärmung und Regenwaldabholzung werden angesprochen. Nicht zu kurz kommt das für die Leserschaft des Sterns sicherlich nicht unwichtige Argument der immer weiter sinkenden Fleischqualität: »Übertrüge man die Qualität des hierzulande hergestellten Fleisches auf Autos, käme das deutsche Schnitzel maximal als klappriger Chrysler ohne Kat daher. Made in Germany bedeutet bei Fleisch ungefähr so viel wie made in China bei Spielzeug – Ramsch« und »wäre es Wein, würden wir ausschließlich Pennerglück trinken«, lauten einige der treffenden Vergleiche.

Auch sonst bietet der Artikel einen reichen Fundus an Zitaten. Nicht zuletzt deshalb empfehlen wir den Kauf der aktuellen Ausgabe. Alternativ steht der Artikel kostenfrei zum Anhören im Internet zur Verfügung.


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51 Kommentare | Zum Kommentarfeld»

  1. Ja, das ist ja ein erfreulicher Artikel und hoffentlich kommen die Fleischesser zur Einsicht, dass Fleisch nicht alles bedeutet.

  2. Ich kenne viele Leute, für die Fleisch jeden Tag auf dem Speiseplan steht. Ich glaube nicht, dass sie ihr Verhalten ändern werden.

    Und mir als Vegetarier sagen sie dann immer, isst du nicht zu einseitig? Ich finde, jeden Tag Fleisch zu essen ist einseitig!

    Aber man sollte die Hoffnung nicht aufgeben, dass auch diese Menschen einsichtig werden…

  3. Schön, dass man einen solchen Report in einem Mainstream-Magazin lesen darf. Im Kontext des Berichtes muss man sich wohl damit zufrieden geben, dass die Qualitätsgelüste des Konsumenten in erster Linie angesprochen werden. Hier spielen Tier- und Umweltschutz eher die untergeordnete Rolle.

    Sei’s drum. Das Schwein auf dem Cover ist dafür so süß, dass es sich vielleicht der eine oder andere nicht so leichtfertig über’s Herz bringt, dabei gleich an das Schnitzel von morgen zu denken.

  4. Ich fand den Artikel richtig gut. Man hätte noch mehr auf das Tierleid eingehen können, aber es wurde gut berichtet und die Aufstellung und Erklärung der Gütesigel, fand ich wichtig.
    Leider glaube ich auch nicht, dass man Menschen komplett “umdrehen” kann aber ich hoffe der ein oder andere hat genug Verstand seine Lebensweise zu überdenken, dann hätte man schon etwas erreicht. Leider sehe ich es nicht so, wie mein vorheriger “Schreiber” Ben. Das nette Schweinchen vergleicht keiner mit dem Stück Fleisch im Supermarkt. Das hat mir ein 50. Geburtstag gestern ganz deutlich gezeigt! Es wurde bei ener Tombola ein Ferkel als 1. Preis verlost! Das Tier wurde laut schreiend den 100 Gästen präsentiert und alles johlte und brüllte! Nicht aus Protest sondern aus Freude am Leid des kleinen Tieres!!! Als ich unter Protest den Saal verliess, erntete ich nur Kopfschütteln…. unglaublich. Ich war erschüttert. Wenn man das vor 50 Jahren auf einem Dorf gemacht hätte, wäre es noch zu verstehen gewesen. Aber in der heutigen Zeit in einer Großstadt? Einfach nur dämlich und geschmacklos. Schade , dass ich nicht auf meiner Coch geblieben bin und stattdessen Zeuge dieser “Veranstaltung” wurde.

  5. Oh je, das arme Ferkel… Es wurde verlost? Was soll der Gewinner den mit einem Ferkel machen?

    Manchmal denke ich, die breite Masse der Gesellschaft entwickelt sich auch wirklich nicht weiter. Ethische Fortschritte gibt es immer nur vereinzelt.

  6. Man muss sich ja schämen, ein Mensch zu sein. Tiere bei einer Tombola zu verlosen, als wären es Stofftiere, sich an dem Leid der Tiere zu ergötzen und über mitfühlende Menschen den Kopf schütteln …..
    Bei soviel Dummheit, Gefühl- und Rücksichtlosigkeit kann man nur weinen und verzweifeln.

  7. Nichts geschieht ohne Grund, vielleicht war es wichtig, dass du, Birgit, dort warst und protestiert hast gegen diese Vorgehensweise.

    Der Bericht war gut, wobei ich vermute, dass diesen Bericht überwiegend Leute lesen bzw. sich im Podcast anhören die bereits vegetarisch oder vegan leben.

    Der Bericht war relativ ausführlich, das Tierleid recht gut mit den Bildern eingefangen.

    Ich selbst habe versucht Eltern und Freunde zumindest zum Vegetarismus zu überzeugen, doch leider ohne Erfolg. Der Mensch will nicht hören welch fatale Folgen sein Handeln hat. “Das haben wir doch immer schon so gemacht.” “Wir haben früher schon gejagt.” “Der Mensch braucht Fleisch.” “Hast du keine Mangelerscheinungen.” u.ä. Sprüche darf ich mir anhören. Schlimmer finde ich aber noch, dass sich die Leute über diese Ernährungsweise(n) lustig machen.

    Wobei sie es sind die sich falsch verhalten. Bei einer ausgewogenen Ernährung werden auch Veganer nur in seltenen Fällen Mangelerscheinungen davon tragen, denn früher gab es wenn überhaupt ein-zweimal im Monat Fleisch (insofern erfolgreich gejagt wurde) ansonsten wurden Beeren und Obst verzehrt. Seit dem es uns gibt hat sich unser Genmaterial aber kaum verändert, was bedeutet, dass wir mit den Unmengen an Fleisch unseren Körper überfordern. In letzten zehn Jahren hat sich der Fleischkonsum, trotz Vegetarier- und Veganerbewegung, verfünffacht, bis 2050 soll er sich laut Prognose nochmal verdoppeln.

    1kg Fleisch =
    - 50m² Regenwaldabholzung um Futterpflanzen anbauen zu können
    - 15.000-20.000l Wasser und bis zu 8kg Getreide, das bei einer schon sowieso sehr starken weltweiten Hungernot
    - Eine starke Luftverschmutzung, denn es wird mehr CO2 in die Luft gepumpt (für 1 kg Fleisch) als dies bei einer 250km langen Autofahrt der Fall wäre
    Diese Verschwendung für nicht mal fünf Minuten Genuss ich weiss nicht wie die Menschen dies mit ihrem Gewissen vereinbaren können. Wem es egal ist, dass die Tiere getötet werden sollte an die hungernden Kinder denken vielleicht motiviert das ja zu einem umsichtigeren Handeln.

    Ich würde mir wünschen, dass Fleisch bald ein Thema der Vergangenheit ist und alle Tiere in Freiheit leben dürfen wo sie meiner Meinung nach hingehören. Aber wir haben es schon so lange gemacht…

  8. Umwelt- und Tierschutz, muss unbedingt reformiert werden! Es darf nicht sein,das Tiere egal, ob Haustier, Nutztier oder Wildtier weiterhin die Verlierer der Nationen sind. Das Gleiche gilt für die Umwelt.Es wird endlich Zeit,das die Politiker ihre Augen nicht weiterhin verschliessen, sondern endlich handeln.Das heisst, Massentierhaltung abschaffen, keine qualvollen Massentiertransporte,Kennzeichnung der Halteformen von Nutztieren und keine Subventionen, bei nicht Einhaltung von Tier- und Umweltschutz.
    Martina van Almsick

  9. Es ist ja schon alles gesagt – dem kann ich mich nur anschließen. Fleisch gehört nicht auf den Teller – stellt Euch doch mal vor es wäre anders rum!!!

  10. Die ersten Sätze ärgern mich dennoch sehr. Nicht wegen der daraus möglichen Rechtfertigung an sich, sondern weil sie, nach allem was ich dazu bisher las, keinen stichhaltigen wissenschaftlichen Boden haben und den Sachverhalt inakzeptabel vereinfachen. Das zu erzählen, als sei das gut erforscht und >so< konsensfähig Fakt, halte ich für falsch. Es begegnet einem in der nächsten Diskussion auf jeden Fall wieder, und dann heißt es noch "sogar der Stern sagt…"

  11. es ist gut, richtig und wichtig, dass immer wieder auf die katastrophalen Auswirkungen des Fleischkonsums hingewiesen wird. Denn nichts steht dem Fortschritt so im Wege wie Gedankenlosigkeit und Ignoranz. Leider fallen zu viele Leute immer wieder auf die dummen Sprüche der Fleischindustrie und geistig vergreister Mediziner und Kirchenvertreter herein. Und leider stellt sich der Mensch immer wieder in den Mittelpunkt aller Betrachtungen. Auch die Umweltschutzgedanken beziehen sich leider immer wieder zu einseitig auf das menschliche Wohlergehen. Wie es den Tieren geht interessiert leider nur wenige. Abgesehen davon, dass ein Stück Fleisch ganz einfach ein Stück von einem Tierkadaver ist. Ich habe nie begriffen und werde es nie begreifen, wie “man” so etwas essen kann.
    Als Ausdruck von Ess-Kultur wird oft verstanden, wie man zu Tisch sitzt und welcher Löffel wo liegen muss, welches Glas- wann -benutzt wird usw. Was für eine Heuchelei, was für Bretter haben da viele vor Augen. Essen Tierleichen- Hauptsache das Messer wird im richtigen Winkel gehalten, die Servietten liegen richtig und die Kravatte sitzt. Die allgemein übliche, blutige Esskultur ist einfach eine Farce- auf die man mit Freude “verzichten” sollte.

  12. Außerdem wären doch ein paar Sätze dazu, dass Tiere nicht allein für “Fleisch”, sondern auch für Milch und Eier, in den Betrieben stehen, naheliegend und wünschenswert gewesen.

  13. Ich finde es schade, daß ich hier bisher nur Kommentare von entschiedenen Gegnern jeglichen Fleischessens finde.
    Ich gehöre zu den vielen Menschen, denen der Schutz aller Tiere und der Respekt vor ihrer Würde eine Selbstverständlichkeit sind. Ich bin Teil der Natur, und als Mensch bin ich von Natur aus ein Allesesser. Und das heißt, daß ich außer Planzlichem auch sehr gerne gutes Fleisch esse.
    Ich bin Deutscher, und gut 2/3 meines Lebens habe ich in Deutschland verbracht.
    Mir war die Massentierhaltung dort schon immer ein Greuel. Das ist meines Erachtens nämlich unverantwortlich! Und die vielen dadurch erforderlichen Antibiotika sowie die profitsteigernden Hormonzugaben und sonstigen Wachstums- und Mastbeschleuniger sind nachweislich für den Konsumenten ungesund. Außerdem weiß jeder Kenner, daß das Fleisch von nicht artgerecht gehaltenen Tieren ziemlich fade im Geschmack ist.
    Ich verbringe meinen Lebensabend nun in Paraguay, im Chaco. Und ich habe hier eine kleine Fleischrinderherde. Meine Rinder wissen nicht, was ein Stall ist. Sie werden in Freiheit geboren, und bisher hat noch keine meiner Kühe beim Kalben Schwierigkeiten gehabt. Ihre Mich gehört ihren Kälbern bis diese von ihrer Mutter entwöhnt werden. Der Bulle weidet immer mit der Herde, und meiner ist überhaupt nicht aggressiv. Und wenn ihm gelegentlich danach ist, dann kommt er sich ein paar Streicheleinheiten bei mir holen. Meine Tiere sind schön rund und gesund, obwohl sie nur Gras fressen. Und die Blätter und Schoten verschiedener Bäume. Heu als Zusatzfutter bekommen sie nur, wenn wegen extremer Trockenheit zu wenig Weide da ist. Mastfutter bekommen meine Rinder überhaupt nicht.
    Und so wie ich halten es hier viele Fleischerzeuger. Überall hier werden die Rinder frei gehalten. Einige der hiesigen Züchter ergänzen die Weide allerdings mit etwas hier erzeugtem Kraftfutter. Und auf einigen großen Estancias werden auch ein Teil der höchstwertigen reinrassigen Tiere mit Hilfe von künstlicher Besamung gezüchtet.
    Ich bin der Meinung, daß jeder in vernünftigen Mengen auch Fleisch essen darf.
    Tiere halten oder züchten – egal welcher Tierart! – sollte aber nur dürfen, wer seinen Tieren eine artgerechte Haltung und Behandlung bieten kann!!!

  14. Es freut mich sehr, dass mittlerweile sogar der Stern drauf gekommen ist, ein Thema aufzugreifen, das TierrechtlerInnen schon seit Jahrzehnten propagieren. Einige Stellen im Artikel finde ich äußerst contra Tierrechtsaktivismus formuliert. Jedoch ist es ein voller Erfolg, dass endlich mal für die breite Masse formuliert wurde, dass 99% der heutigen Fleischprodukte aus Tierqualbetrieben stammt und wir uns somit nicht mehr selbst belügen können ala` “Ich weiss woher mein Fleisch kommt”.
    Also, esst weniger Fleisch- go vegetarian- and best: go VEGAN!

  15. Ist doch interessant, dass Fleischesser sich überhaupt nicht an der miesen Fleischqualität stören, die sie jeden Tag auf dem Teller haben. Lieber glauben sie, dass sie dadurch an Vitame und Spurenelemten kommen. Genau, Spurenelemente von Kunstfleisch, zusammengepanschten Schinken und ungenießbar, aber toll gewürztes Grillfleisch abgepackt an der Theke kaufen. Ja, ja, was man mal in den Gehirnwindungen hat, das schleicht sich schlecht wieder raus. Schon den Skandal bei der Supermarktkette REAL vergessen? liebe Fleischesser!!
    Falls der Stern nicht nur die Auflagezahlen hochpuschen wollte, weil wieder mal ein Tief ins Haus stand, ist zu hoffen, dass das nicht der einzige Artikel bleibt. Über dieses Thema wäre ein sogenannter Dauerbrenner im Heft angebracht.
    Doch Ihr alle wisst, in Berlin schleichen mehr Lobbyisten als Politiker durch den Bundestag, was haben wir da schon zu erwarten?
    Eine CSU-Agrarministerin, eine Bauerntochter. Jetzt gibts nicht nur Gen-Mais, nein auch Genkartoffeln. Anscheinend sind wir noch zu gesund.
    Eins ist mal klar, die Politik hilft uns nicht, wir Verbraucher sind die *Einzigen*, die zeigen können wo der Hammer hängt.

  16. den ersten Ansatz des Stern-Artikels halte ich für falsch oder zumindest sehr fragwürdig.
    Den Auftakt für die gewaltige Aufwärtsentwicklung der Menschheit sehen einige Wissenschaftler nicht im zunehmenden Fleischkonsum, sondern in der Entdeckung des Getreideanbaus. Mit der gelungenen Zucht verschiedener Getreidearten aus Gräsern vor 8 bis 10.000 Jahren war der Mensch in der Lage, sich eine sichere Ernährungsgrundlage zu schaffen. Das große Gehirn als Folge des Fleischessens- das ist eine Spekulation, wiedermal abgeschrieben aus alten, verstaubten Büchern. Und selbst wenn es die Wahrheit wäre: früher gab es auch noch Kannibalen, die auch keinerlei moralische Skrupel hatten. Das ist zum Glück überwunden- aber wer weiß zum Beispiel, dass die Gene des Menschen ca 90% mit den Genen des Schweines identisch sind? Oder dass wir mit Menschenaffen 98,7% genetische Übereinkunft haben? Na dann “guten Appetit”.

  17. Zum Kommentar von Hans Dietrich Albrecht:

    Ihre Art , die Achtung und Respekt, mit den Nutztieren umzugehen, kann man in der meisten übrigen Welt ja leider nicht finden.
    Hier finden durch Massentierhaltung ,Profitgier, Fresssucht, nicht zu verantwortetende Tierquälereien statt.
    Hinzu kommen noch die grausamen Tierversuche, die schlimmen Tiertransporte.
    Die Politiker sehen leider auch keinen Bedarf für Tierschutz- Gesetze !!!!!!!!

  18. @ Freimut Dreher

    Mein Reden! Auch wenn dem wirklich so wäre, dass Fleischkonsum eine Grundvoraussetzung für die Entwicklung des heutigen Menschen gewesen ist, so kann es doch deshalb keine Rechtfertigung für unser heutiges Essverhalten sein, denn heute wissen wir, dass wir alle für unser Wohlergehen erforderlichen Proteine, Vitamine etc. auch von pflanzlicher Kost beziehen können. Wir haben Möglichkeiten, von denen unsere Vorfahren nur Träumen konnten und diese sollten wir auch nutzen. Man rühmt sich mit der ach so weit entwickelten menschlichen Kultur, aber gleichzeitig wird argumentiert, wie wenn man noch mit einer Keule durch die Vorzeit ziehen würde und leugnet damit gleichzeitig die gepriesene Kultur, die konsequent betrachtet, das Leiden aller Geschöpfe gleichermaßen bewertet und das Recht des Stärkeren als unmoralisch ansieht/ansehen müsste.

    Es wäre wohl ohnehin zuviel von einem Magazin wie dem Stern erwartet, wenn er eine tiefergehende philosophische Betrachtung von der Problematik des Leichenessens gedruckt hätte und sogar die Tierrechte und den Speziesismus zur Sprache gebracht hätte, denn schließlich muss der Pöbel ja behutsam an das Thema herangeführt werden, aber wenigstens richtige bzw. aktuelle Zahlen sollte er schon anbieten. So leben in Deutschland schon lange nicht mehr nur 1,6 % Vegetarier sondern so ca. 7,3 % und das ist doch schon was. Ich mache mir nur deshalb ein wenig Sorgen wegen diesen falschen Daten, weil ich befürchte, dass sich ein potentieller Fleischverzichter dann wirklich alleine fühlt und sich sagt, “Ich kann doch eh nichts ändern.” und deswegen entmutigt wird.

  19. Was kann ich mir unter einer philosophischen Betrachtung des Leichenessens vorstellen, an die der Pöbel behutsam herangeführt werden sollte?
    Tiere töten und fressen Tiere, mitleidlos um sich zu ernähren. Für mich ist es eigentlich so: wir, die wir uns Mensch nennen, tun es auch und quälen sie vorher noch grausam oder einfach aus Spaß. Also wird es so sein, dass wir Tiere sind mit der zusätzlichen Gier Profit daraus zu ziehen. Mehr, viel mehr, Wachstum, Reichtum, Macht.
    Nachdem in der Urzeit der “Mensch” sich von Fleisch ernährt hat und die Tiere es weiterhin tun werden entwickeln wir sogenannten Menschen uns zu Monstern. Aus Gier werden Fleischfabriken gebaut, Meere zerstört, Wälder abgeholzt u. a. und dem “Pöbel” vorgemacht, wie man es zu etwas bringt. Hast’e was, bist’e was. Bildung brauchst’e nicht. Oder ? Eigentlich lernt ein Mensch nur durch Leid, das ihm zugefügt wurde. Aber auch das Leid trifft meist den Falschen, dem Pöbel und den Tieren. Die Natur schlägt ja inzwischen zurück.
    Nur meine Gedanken.

  20. Ich fand den Artikel ziemlich gut, auch wenn die Warnung am Anfang bedenklich stimmt. Nur eines hat mich gestört, dass die “grünen” Politiker als seufzend mit “Ja, aber” portraitiert werden. Ich habe in der BI-Weserbogen, die sich gegen die Haltung von 7000 Milchziegen wehrt, nur gute Erfahrungen mit grünen Politikern gemacht. Die Grünen scheinen mir die einzige Partei zu sein, die sich konsequent gegen Massentierhaltung einsetzt und gerade Friedrich Ostendorff plant eine radikale Verschärfung im Stallbau, um diesen gigantischen industriellen “Tierfabriken”, die sich auch noch “Veredelungsbetriebe” nennen, endlich Einhalt zu gebieten.

  21. @ Brunhild

    Der Punkt ist doch, dass Leiden immer gleich schwer wiegt, egal in welchem Körper es empfunden wird. Die Annahme, dass das Gegenteil der Fall ist und die Bedürfnisse des Menschen über die anderer Spezies zu stellen sind, ist bei genauer Betrachtung absolut willkürlich und wird als Speziesismus bezeichnet, welches letztendlich ein genauso verwerflicher Chauvinismus ist z.B. Rassismus. Das eine stellt eine Diskriminierung aufgrund der Rasse dar, das andere aufgrund der Spezies. Wenn etwas leiden kann, dann hat es auch ebenso das Recht auf Leidensfreiheit, und jedes moralisch höherentwickelte Leben, der Mensch sieht sich gerne so, hat damit die Pflicht, diesem Recht nicht zuwider zu handeln.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Speziesismus
    Buchtipp: http://www.animal-rights.de/guide/literatur/rezensionen/animal-liberation.shtml

  22. Es gibt nur ein Argument, um den Fleischkonsum zu rechtfertigen wenn wir ehrlich sind: Genußsucht. Schlicht und ergreifend. Für diesen Luxus werden täglich unzählbare Tiere getötet. Diese Ungeheuerlichkeit wird mit völlig unwissenschaftlichen Behauptungen gestützt. Ganz abgesehen davon, daß es keinen Beweis dafür gibt, daß der Mensch das Ergebnis einer “Evolution” aus einem affenähnlichem Wesen sein soll, unterscheidet er sich vom Tier vor allem durch seine Geistigkeit (sofern vorhanden). Der Darwinismus ist wissenschaftlich überholt. Er hat unter anderem die Krankheiten Atheismus und Kapitalismus hervorgebracht. Menschen, die den Fleischkonsum damit rechtfertigen, er wäre natürlich für die Gattung Mensch, unterstellen damit, daß der Mensch ein Raubtier sei. Ich kann nun von mir behaupten, daß ich kein Tier bin. Deshalb ernähre ich mich gesund und esse z.B. keine krebserregenden Leichenteile. Sollen alle Leute, die gern ihr Schnitzel essen, das Tier selbst umbringen müssen und zerlegen. Während sie kniehoch im Blut waaten, könnte sich ein völlig natürlicher Brechreiz einstellen. Wie wäre es mit entsprechenden Bildern auf Verpackungen ähnlich wie bei Zigaretten? Der Mensch hat etwas nicht begriffen, wenn er mit ihm anvertrauten Wesen umspringt wie es ihm passt. Die Lektion dürte schmerzhaft ausfallen. Vielleicht erleben wir sie alle ja noch.

  23. Hab mir die Ausgabe gekauft. Den Artikel finde ich sehr gut. Vor allem das Stichwort “Pennerglück” und das Schluss-Resümee der Autorin des Artikels hat mir gefallen, hält das Schluss-Resümee doch dem ständig nach möglichst billiger “Qualität” schreiendem deutschen Verbrauchervolk den Spiegel vor.
    Dieses Land ist ganz schön tief gesunken. Aber so ist das eben, wer konsequent beratungsresistent ist, muss eben erst im tiefsten Keller im untersten Scheißhaufen landen, bevor er endlich aufwacht, zu sich und zur Einsicht kommt. Das ist bei einzelnen Individuen so und das wird auch bei einem ganzen Land nicht anders ein.

  24. Vielleicht ist gar nicht das einzelne Argument entscheidend, sondern die Tatsache überhaupt, dass sich der STERN, warum auch immer, bemüßigt fühlt, sich des Themas anzunehmen. Ich wünsche mir, dass die vielen Stern-Leser diesen Artikel nicht nur lesen, sondern auch darüber nachdenken. Und da bin ich mir nicht ganz sicher. Und zwischen Nachdenken und Handeln gibt es auch nocht eine Differenz. Trotzdem, wieder ein kleiner Schritt in die rettende Richtung.

  25. Endlich greift eine bekannte Zeitschrift das Problem mit dem Massenfleischverzehr auf. Fleisch aus tierquälerischer Haltung kann für uns Menschen nicht gesund sein. Die Kosten zur Behandlung unserer Zivilkrankheiten steigen ins Unermessliche. In früheren Jahrzehnten war Fleisch etwas Besonderes. Da gab es in der Woche öfter fleischlose Gerichte, dafür umso mehr Gemüse. Ich erinnere mich an meine Kindheit, wo bei uns zuhause sonntags Fleisch auf den Tisch kam. Da wurden aus 2 großen Schnitzeln 4 kleine gemacht. Dennoch sind wir satt geworden. Ich halte es notwendig, zu einem vernünftigen Fleischkonsum zurückzukehren, nach dem Motto: weniger ist mehr und gesünder.
    Mit freundlichen Grüßen
    Ursula Menzel

  26. Habe nicht geglaubt, dass sich doch viel zu wenige Menschen der Katastrophe Tier und Natur annehmen. Ein kleiner Schritt, hoffentlich nicht zu spät, denn was in den letzten Jahren geschehen ist und durch das Öldisaster noch geschehen wird, können wir uns gar nicht vorstellen.
    Zum Thema Mensch bin ich überzeugt davon, dass dieser sich aus aus Einzellern, Mikroben o. ä. entwickelt hat, wie jedes andere Lebewesen, mit der fatalen Entwicklung zum Raubtier mit mit/ohne Geist. Machet Euch die Erde untertan! Wo stand das? Ich denke, in diesem Satz liegt der Anfang des Atheismus.
    Leben Sie zusammen mit einem Tier und behandeln es verantwortungsvoll, werden Sie entdecken wieviel Geist, Gefühl und Überlegung in ihm steckt, welche großartigen Werke selbst die niedrigsten unter ihnen zu schaffen vermögen. Wir schauen ja inzwischen von ihnen ab, aber immer mit dem Hintergedanken des Profits.
    Philosophie und Theologie – liegt das nicht in der obersten Stufe des Menschen? Wie offenbar wird, bricht es nun zusammen.
    Trotzdem, schön zu sehen, dass Menschen dabei sind, auch wenn einige meinen, die Wertigkeit des Menschen liegt ganz oben, “On the Top”.

  27. Liest einer die NEON?
    In der ist aktuell ein Bericht gegen Vegetarier.
    Ich frage mich, wie das zusammenpasst, da die NEON ja zum STERN gehört…

    http://www.neon.de/kat/wissen/koerper/essen_trinken/309875.html

  28. Nadine hat recht: bekennende Fleischesser werden ihr Verhalten nicht ändern, egal welchen Schrott sie da in sich hineinstopfen! Der 50. Geburtstag zeigt, daß die meisten Menschen in der Evolution keinen Fortschritt sondern einen Stillstand vollzogen haben. Dem Kommentar, wenn wir hungernde Kinder sehen, denen wir durch unsere Rücksichtslosigkeit die Nahrungsgrundlage nehmen, dann würden wir umdenken? Dem stimme ich nicht zu, weil es den meisten völlig egal ist was wo anders passiert (ist ja weit weg!), solange der eigene Lebensstandard gehalten oder gesteigert werden kann!
    Bin selbst Vegetarier, aber ich kann mich den Argumenten von Herrn Albrecht nicht ganz verschließen! Wir können und dürfen keinem anderen etwas aufzwingen. Weder die Fleischesser uns noch die Vegetarier oder Veganern den Fleischessern. Wir sollten aber dazu anregen, maßvoll mit unseren Mitgeschöpfen umzugehen, sie nicht als Massenware und letzten Dreck (den vor allem ja die Deutschen zu essen bekommen, wie uns der Artikel allzu deutlich vor Augen führt!) zu behandeln! Sie zum Teil noch lebendig zerteilen, weil man mit Betäubungsmitteln spart oder die Fließbandarbeiter mit der Zeit geizen. Keiner kann mir erzählen, daß Großschlachtereien in anderen Ländern nicht anders arbeiten, als in Europa! Deshalb kann ich dem Kommentar von Linda K. nur zustimmen.
    Daß der Stern sich für dieses Thema interessiert finde ich bemerkenswert und bei mir kam auch der Gedanke auf: Kuckucksei, Lückenbüßer oder Aufmacher, um die Auflage zu vergrößern? Sei’s dahíngestellt. Den Anfang fand ich auf jeden Fall nicht gut, oder war er nur provokativ angeführt? Insgesamt aber sehr aufschlußreich und interessant. Neu war für mich, daß D in der Produktion unterste Stufe ist. Nach dem Motto: wie der Herre, so’s Gescherre! Einfach Klasse!!!!!

  29. Zum Bericht von Birgit Ganskow – Verlosung des Ferkels: Also erstmal finde ich super, das Birgit sich nicht der Allgemeinheit anschloß sondern die Veranstaltung verließ ! Dieses arme schreiende Ferkel, und die Menschen johlen noch (wieviele waren nur zu feige sich auszuschließen??). Leider kennen viele Menschen keine Grenzen wenn es um ihre Gelüste geht. ”Solange Menschen denken, dass Tiere nichts fühlen können, werden Tiere fühlen müssen, dass Menschen nicht denken können”. Ein weiteres Beispiel dazu sind auch die perversen Lusttöter, auch Jäger genannt.
    Ich denke, von unseren Politikern ist in Sache Tierschutz nichts zu erwarten, bei dem Thema Massentierhaltung wird von Wirtschaftlichkeit und beim Thema Treibjagd von Effektivität gesprochen. Was soll man dazu sagen?!
    Es ist wirklich jeder selbst gefragt!

  30. @Florian
    Abschreckende Bilder auf den Verpackungen, aber bitte mit den Angstschreien der Tiere.
    Ich beobachte oft Leute im Kassenbereich, wenn sie die nächste Schachtel Zigaretten in den Einkaufswagen legen. Da liest keiner das Fettgedruckte!!!
    Wenn im Supermarkt über Lautsprecher die Sonderangebote durchgesagt werden „… diese Woche Schweineschnitzel im Angebot!!!“, … eine Packung „Antibiotika“ inklusive!!! Wow, da muss man doch zugreifen!!!

    Keiner sieht die ängstlichen Augen dieser liebenswerten Geschöpfe, wenn sie eng aneinander gequetscht ihre letzte Fahrt antreten.
    Den Vorschlag, Tiere selbst zu fangen und dann zu töten, hab ich auch schon vielen gemacht. Da würden so einige auf Fleisch verzichten.

    Ich selbst kann mir ein Leben ohne Tiere nicht vorstellen, aber bitte NICHT auf dem Teller!!!
    Wir könnten soviel von unseren Mitgeschöpfen lernen.
    Meine Vierbeiner, zwei Kaninchen und vier Meerschweinchen sind für mich keine Haustiere, es sind Familienmitglieder und ich habe sie zum Fressen gern. ;-)

    Mein Buchtipp:
    Hans-Ulrich Grimm „Katzen würden Mäuse kaufen“

  31. Als jahrzehnte lange Tierschützerin und Vegetarierin sage ich nur: `´ein Stück Fleisch ist ein Stück Angst auf dem Teller! `´Ich schließe mich den vielen Kommentaren der Tierschützer an!

  32. An Jasmin
    Leider ist es so, wir wissen gar nicht welche Zeitschrift, welcher TV-Sender, welche Firma mit welcher Organisation zusammenarbeitet und daraus Nutzen zieht. Aber Ihr Hinweis ist so nützlich, dafür ist das Internet eben gut. Danke.

  33. Guter Bericht!
    Es wird Zeit, die Zustände zu ändern!
    Hier ein Video, daß einen Schlachthof zeigt,
    der für BIOLAND arbeitet.
    Wenn DAS Bio ist mag man sich die anderen Schlachthöfe nicht vorstellen.
    http://www.peta.de/schlachthofbawue

    Ich lebe weitestgehend vegetarisch und bin auf dem Weg zum Veganismus. In meinen Augen die einzige Möglichkeit.

  34. Im Ernst: glaubt irgendjemand, BIO-Tiere werden im Schlachthof im Gegensatz zu den anderen- totgestreichelt?
    Seltsam, dass es eines solchen Filmes bedarf, um eine wohl offensichtlich irrige Annahme zu widerlegen.

  35. Würde die Menschheit euren Radikalen Gedanken nachgeben und sich über Nacht entscheiden kein Fleisch mehr zu konsumieren, würde kein Landwirt dieser Welt auf den Gedanken kommen diese Tiere in seinem Hof zu halten. Wozu auch? Sämtliche Schweine-, Geflügel- und Rinderrassen etc. wären plötzlich vom Aussterben bedroht. Wer finanziert dann diese Milliardenpopulation an Nutztieren und wo sollen die Tiere in einem kleinen Land wie Deutschland leben?

    Was würde Peta wohl dazu sagen??

    Fragen über Fragen und so müssen auch die radikalen Pflanzenesser damit Leben, dass es höchsten auf eine ausgewogene Mischung zwischen Vegetariern und Fleischkonsumenten hinauslaufen wird.

    Aber man wird ja noch Träume haben dürfen

  36. Darüber zu sinnieren, was wäre, wenn….- was wäre, wenn alle von heute auf morgen kein Fleisch mehr essen würden, ist müßig, bis unsinnig, weil unrealistisch. Noch jeder nachhaltiger Wandel hat sich langsam vollzogen.
    Den Versuch, den Verzehr von Fleisch auch nur annähernd in die Nähe von Tier- und Artenschutz zu plazieren, kann ich nur als lächerlich empfinden. Der Fleischesser und Tierfabrikant als ehrenvoller Erhalter der Rassen? Ich kann und werde “sowas” als Argument nicht ernst nehmen. Und wer ständig das Wort “radikal” aus dem Zusammenhang reisst, zweckentfremdet und in Ermangelung anderer, vielleicht treffenderer Ausdrücke sich dessen bedient, dem rate ich an, sich einmal die lateinische Ursprungsbedeutung vor Augen zu führen. Vielleicht wirds dann klarer und der Umgang mit diesen Betitelungen etwas umsichtiger.

  37. Also ich bin der Meinung, dass es einmal gut ist dieses Thema auf der Titelseite eines na sagen wir mal Massenblattes zu finden.
    Ich selbst bin seit 1973 im Tier-, Natur- und Umweltschutz und weiß wovon ich rede Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Überzeugung sich im Tierschutz stark zu machen, sich vegan oder vegetarisch zu ernähren keine Option ist die sich leicht und gleich umsetzen lässt. Wir müssen bei all der gebotenen Eile uns immer wieder zurück nehmen. Wenn es uns gelingt weltweit einen Wochentag zu initieren wo alle Menschen kein Fleisch essen, dann haben wir schon einen großen Teilerfolg erzielt. Wir müssen meiner Meinung nach auch Alternativen anbieten, wenn man sich all die Kochsendungen anschaut glaubt ja Otto Normalverbraucher Oh ohne Fleisch kann man nichts Gutes kochen. Vielleicht sollten wir alle noch mehr an der Aufklärung mitarbeiten, vor allem sollten wir uns bereits an die Kleinsten wenden. Die meisten kleinen Kinder wollen kein Fleisch. Nur die Erwachsenen beginnen sie umzugewöhnen.

  38. Ergänzend zum Kommentar von Freimut Dreher vom 30. Mai mein Leserbrief an den STERN:

    Vielen Dank für die überfällige Aufklärung darüber, warum keine andere straffreie Tat so unmenschlich ist und so schlimme Folgen hat wie der Kauf eines Stücks Fleisch.

    Falsch ist allerdings die Vorstellung, erst der Fleischkonsum unserer Vorfahren habe unser Gehirn wachsen lassen. Ein Menschenhirn wiegt 1,3 bis 1,5 kg. Ein Elefantenhirn wiegt circa 5 kg. In der Evolution “wuchs und wuchs” das Elefantenhirn, ohne dass die Vorfahren heutiger Elefanten jemals begonnen hätten, Fleisch zu essen. Und auf dem indischen Subkontinent ist Fleisch heute noch die Ausnahme, trotzdem gibt es in Indien jede Menge schlaue Leute, deren Hirnen Jahrtausende der Fleischlosigkeit offenbar nichts anhaben konnten. Für uns gilt das gleiche wie für alle anderen Pflanzenfresser: Nachdem wir als Kleinkinder von der Muttermilch entwöhnt sind, brauchen wir keine tierischen Proteine mehr. Wozu haben wir unser Hirn, wenn nicht dazu, dies ein- für allemal zu begreifen?
    ++++++++++++++++++++++
    PS
    Im Wissenschaftsmagazin NEW SCIENTIST steht diese Woche, dass sozial lebende Heuschrecken ein größeres Hirn aufweisen als solitär lebende. Fleisch ade!

  39. ist ja schön, dass ein gigant unter den medien wie “stern” so etwas veröffentlicht. Gott und ihm sei dank! Aber warum in aller welt erst jetzt? Warum nicht schon vor 40 Jahren, als alles begann? Dem “stern” war in jener zeit die berichterstattung über baader/meinhoff, den “ausserirdischen hippies”, dem terrosismus in deutschland, den bösen anders-denkenden, sprich den nicht regierungs- und “deutsch”gesellschaftlich konform denkend und handelnden kreaturen, wichtiger als das, was diese genaration – ich gebe zu, manchmal mit nicht ganz akzeptablen mitteln – vermitteln wollte, nämlich u.a. eben das, worüber stern nun, heute, hier und jetzt, aufmekrsamkeit erregt und damit (was auch sonst) umsatz macht.
    Aber gut und schön. Der stern sollte achtgeben, dass ihm das nicht wieder passiert, denn die entwicklung ist nicht nur im gang, sondern schon um meilen voraus. Während die US wahnsinnigen einen anderen planeten ansteuern, und dies auch noch mediengerecht als “zukunftsweisend” (mit stern-hilfe) anpreist, zerstört diese art ideologie knallhart und konsequent den unseren.
    Zurück in die 60er. Warum berichtet stern nicht von der ursache? Logisch, weil er (der verlag) davon abhängt. Wer sägt schon am eigenen ast, auf dem er sitzt? Klar, es schickt sich auch heute noch nicht den kapitalismus, so wie er existiert, in frage zu stellen. Was muss eigentlich noch passieren, um diese frage öffentlich stellen zu können, ohne gleich dabei gefahr zu laufen, dafür wohlmöglich umgebracht oder in den knast gesteckt zu werden?
    Die lobby hat die macht. Das weiss stern ganz genau. Die veröffentlichung dieses sehr “auf den kopf” getroffenen Artikels trifft den nerv, den auch schon die aktivisten der 60er und 70er treffen wollten.
    Weiter so stern! Vielleicht schaffen sie es ja sogar, die abhängigkeit der medien, sprich das gegenteil von “pressefreiheit” aufzudecken und zu roformieren. Aber da träume ich und alle wohl noch eine weile weiter von, denn dazu müsste sich erst einmal die gesamte politik reformieren, sprich globalisieren – na ja, vielleicht im nächsten leben…

  40. Nur kurze Zeit bovor der Stern-Titel “Esst weniger Fleisch” erschien, hatte das Verlagshaus Gruner&Jahr, welches auch den Stern verlegt, ein neues Kochmagazin veröffentlicht: “Beef”. Das Cover ziert ein opulentes Brathähnchen, die Zeitschrift gibt auf 32 Seiten Tipps zum Grillen. Soviel zur inhaltlichen Identifikation von Redaktionen mit ihren Themen. Es geht um die Verkaufszahlen. Der Stern hat lediglich bemerkt, dass “Fleisch” gerade ein Thema ist.

  41. Wir möchten eine andere Sichtweise vorschlagen, als den Stern bzw. seinen Verlag in eine Schublade zu stecken: Es arbeiten dort viele Redakteure mit eigenen Meinungen, die sie auch vertreten. Dass innerhalb eines Mediums bzw. eines Verlags verschiedene Ansichten vertreten werden, zeigt, dass hier nicht eine Meinung “von oben” vorgegeben wird.

  42. ihr vorschlag ist akzeptabel. Dann wollen wir mal eine andere sichtweise einschlagen. Wie gesagt, es ist äusserst erfreulich, dass stern einen solchen beitrag liefert. Aber die geschichte – auch die des stern – ist geschrieben, und ich halte es für legitim, darauf zu reflektieren.
    Aber lassen wir das. Das thema “schmutzige Wäsche waschen” ist angekommen und wird versucht, wie erwartet, unter den tisch zu kehren. Nun, dann lassen wir uns mal eine andere sichtweise einschlagen, also die schmutzige wäsche im korb lassen.
    Wie ihnen/euch sicher bekannt ist, hapert es nicht nur am fleisch. Ich hatte in meinem kommentar bereits eine andere sichtweise vorgeschlagen. D.h., angeregt. Nämlich, sich dafür einzusetzen, dass ENDLICH diesem ganzen dilema entgegen gearbeitet wird, indem – an erster stelle die medien, sprich stern – massiv die aktuelle politik “aufs korn” genommen wird. In der form, dass die ihnen am ehesten bekannten “machenschaften” der lobby von ihnen schlicht rigoros verfolgt und aufgezeigt werden.
    Das fleisch ist nur ein kleiner anfang. Und sie wissen ganz bestimmt, dass es da oben nur so stinkt, von solchen machenschaften. Weiteres beispiel: Müllers milch.
    Warum ist es so schwer, ihre macht und ihren einfluss FÜR die öffentlichkeit und nicht für die zensierende medienlobby einzusetzen, die nur wie westerwelle dem kohlsyndrom nacheifert?
    Nun, es liegt an ihnen, eine andere sichtweise einzuschlagen und nicht an denen, die sie zu dieser diskussionsrunde einladen.
    Dass der beitrag NICHT eine von “oben” vorgegebene meinung wiederspiegelt, ergibt sich aus dem beitrag selbst. Was stern allerdings – übrigens alle anderen auch, sprich die gesamte presse, und zwar weltweit (will da mal nicht weiter denken) – in seiner eigenen geschichte nicht davon freispricht, obligatorisch, zweifellos aus kommerziellen gründen vorrangig erstmal auf jeden fall dem “oben” zu dienen, oder sagen wir mal, gedient zu haben. Ich bin ja optimistisch…
    Ihr beitrag ist ein aufruf! Auch an die eigene lobby. Bleiben sie auf diesem weg! Die hörigkeit und zur obrigkeit muss endlich ein ende nehmen! Die presse ist frei! Warum schreiben sie sich das nicht auf die titelseite? Das dritte reich ist tot. Es lebe die meinungsfreiheit!

  43. zu Eintrag Albert Schweitzer Stiftung vom 3.6. 9:04 Uhr.
    Ihre Erwiderung kann ich nur schwer nachvollziehen. Es verwundert mich, dass Sie meinen den Stern in Schutz nehmen zu müssen. Ich habe lediglich eine Tatsache angeführt, völlig wertfrei zudem, und zwar als Reaktion auf die hier im Blog mehrfach geäußerte Anerkennung des „Sterns“, dass er sich auch endlich des Themas „annimmt“. Und ich bin mit Ihnen völlig konform: es gibt nicht “den Stern“, es gibt Redaktionen und Themen. Es gibt aber auch Verkaufszahlen und Trends. Was ist falsch daran, das zu benennen? Ich finde das eine interessante Erkenntnis. Nicht mehr und nicht weniger. Es tut mir leid, wenn ich jemandem zu nahe getreten bin. Aber die Schublade gebe ich hiermit an Sie zurück.

  44. Finde ich sehr gut! So ein Artikel muss aber auch in einer Otto-Normal-Verbraucher-Zeitung drinstehen. Ein solcher Artikel muss jeden erreichen. Den Stern, alleine wegen des Preises, liest nicht jeder und erreicht dadurch LEIDER nicht jeden.

  45. Das ist schon bedenklich, dass “DIE VEGETARIER” hier so umfassend und pauschlisierend “DIE FELISCHFRESSER” in einen Topf werfen. Klar, sind doch alle gleich.
    Und alle Fleischfresser freuen sich natürlich alle über gequälte Tiere. Und für jedes Kilo Fleisch sterben drei Kinder in der dritten Welt an Hunger, zwei Millionen Liter Wasser werden vergeudet und Regenwaldflächen von der Größe Australiens werden abgeholzt. Grundsätzlich. Immer.

    Liebe Leute, ist euch mal in den Sinn gekommen, dass es mehr gibt als nur Extreme? Dass es so etwas wie artgerechte Tierhaltung gibt, so etwas wie nachhaltige Landwirtschaft, lokale Landwirtschaftssysteme und transparenten Handel? Dass es so etwas wie einen Kreislauf des Lebens gibt, eine Nahrungskette? Nein? Was ist mit der Katze, die eine Maus tötet und vorher noch mit ihr spielt. Gehört die Katze umerzogen und auf Karotten umgeschult?

    Mal ehrlich, ist das euer Ernst? Das halte ich doch für sehr bedenklich. Da fehlt einfach die Toleranz. Verbohrtes Schubladendenken hat eine Gesellschaft noch nie weiter gebracht.

    Eine Zeitung wie den Stern für irgendetwas in den Himmel zu loben halte ich dabei für ausgesprochen naiv. Titelseiten machen Leser und verkaufen Werbung. Wie der Stern dazu steht, hat er in der Vergangenheit ja immer mal wieder gezeigt.

    Geradezu amüsant finde ich dabei die Vorstellung, Pflanzen würden sich gerne essen lassen. Mal abgesehen von Lektinen, Phytinsäure und ähnlichen Mitteln gibt es akute Abwehrmethoden, auf die Pflanzen teils in Sekundenschnelle zurückgreifen, um sich gegen den Verzehr zu wehren.
    Tja, aber sie schreien nunmal nicht und man kann sie einfach nicht so gut personifizieren wie Tiere.

    Ich mag Pflanzen und Tiere. Und deswegen tue ich ihnen beiden so wenig Leid wie möglich an.

  46. Über den Artikel im Stern kann ich wirklich nur den Kopf schütteln. Nach dem ich die ersten Absätze gelesen habe musste ich mich ersteinmal vergewissern, ob ich nicht die Ausgabe vom 1. April lese.
    Der Beitrag bewegt sich auf unterstem Bild-Zeitungs-Niveau. Es stimmt zwar, in Deutschland wird nicht die Qualität des Fleisches von Schlachtbetrieben honoriert, sondern nur die Masse. Doch wenn Ställe als Tierfabriken, Felder als Gülleseen, Wasserreservois als Pestizidbecken und die Tiere als Protein- und Antibiotikaspeicher dargestellt werden dreht sich mir als Landwirtschafts-Student der Magen um. Es ist haarsträubend, wenn Argumente angeführt werden, die einfach sachlich falsch sind. Kein Wort von Düngeverordnung und Tierschutz-/Nutztierhaltungsverordnung, von jährlicher Bodenuntersuchungspflicht und Wartezeit nach Antibiotikabehandlung oder von Düngehöchstmengen und Abstandsauflagen bei Pflanzenschutz.
    Hier wird nur noch weiter zur Entfremdung von Natur und Landwirtschaft beigetragen und ein völlig verqueres Bild der deutschen Landwirtschaft gezeichnet. Jeder, der wissen will wie es wirklich abläuft, sollte mal eine Woche auf einem landwirtschafltichen Betrieb verbringen.
    Möchte wissen wie viele von denen, die hier was schreiben, sowas schon gemacht haben…

  47. Ein sehr schöner Artikel. Ich war sowieso der Meinung das soviel Überproduktion und weggeworfenes Fleisch nicht gut sein können (mal ganz abgesehen von den Bedingungen unter denen viele Masttiere leben).
    Wer die Sache gerne einmal auch von der anderen Seite betrachten will (gar kein Fleisch, sondern Vegetarismus) kann sich ja mal den Artikel dazu in der letzten Ausgabe der NEON durchlesen.

  48. Furcht verbreiten,
    Angst erwecken,
    das ist wahrlich niemals gut.
    Und die Tiere zu erschrecken,
    frech zu fordern deren Blut!
    Alle Tiere sind von Gott erschaffen,(1.Moses,
    1,24.25)
    und sie sind sein Eigentum, (1. Moses 9,10;
    Psalm104,27.28)
    Der Schöpfergott kennt jedes Tier und sorgt sich um ein jedes. (Lukas12,6;Johannes 10,11)
    Wir Menschen als Gottes Ebenbilder , sind für die Tiere verantwortlich (1.Moses 1,26)
    und sollen sie in Ehrfurcht und mit Barmherzigkeit behandeln.(2.Moses20, 10;5.Moses22,6.7;5.Moses25,4)
    Respekt für die Tiere ist Teil der Gerechtigkeit, die Gott schenkt und von uns erwartet. (Sprüche 12,10)
    Tiere haben einen Platz im göttlichen Friedensreich (Jesaja 11,6-10)
    zu dem sich die gesamte Schöpfung hinbewegt und für das wir Christen voller Hoffnung eintreten. (Römer 8, 19-23)

  49. Hallo Christoph, zur Verteidigung des Sterns müssen wir sagen, dass die von Ihnen angeführten Verordnungen und Regelungen häufig unzureichend sind und oft (in manchen Punkten sogar routinemäßig) nicht eingehalten werden.

  50. Felix, ihr Pflanzen-Argument ist leider nicht stichhaltig: Wer möglichst wenig Pflanzen essen/töten möchte, sollte sie direkt konsumieren, anstatt über den Umweg Tier zu gehen (Stichwort: “Veredelungsverluste”)

    Auch Ihr Katzen-Argument überzeugt nicht: Katzen können über ihr Handeln nicht reflektieren, Menschen schon. Und dass ein Mensch zum Schluss kommt, nicht für den Tod eines Tieres verantwortlich sein zu wollen, ist u.E. zu respektieren und zu unterstützen.

    Die wirklich artgerechte und nachhaltige Tierhaltung (wenn man mal vom wenig artgerechten Schlachten absieht), mag es geben, aber ihr Marktanteil dürfte irgendwo in der Nähe von 1% liegen. Da finden wir es schon vertretbar, auch mal pauschal über den Fleischkonsum zu urteilen.

  51. Ich habe den Artikel auch (wenn auch verspätet) gelesen. Es ist erschreckend was für eine Hetzjagd hier teilweise endstanden ist, so kommt es einem jedenfalls vor, wenn man die ganzen Artikel hinter einander liest. Zum Bericht im Stern möchte ich mich eigentlich gar nicht äußern. So gesehen hat alles seine Vor- und Nachteile. Was ich auch erschreckend finde, ist dass der letzte Eintrag am 28.07 geschrieben wurde, also anscheinend viele Leute das Thema schon wieder müde geworden sind. Man kann Niemanden zu etwas zwingen auch nicht nur darüber nach zu denken, das das ärgerlich ist weiß ich…
    Wir sollten immer erst bei uns anfangen und nur dadurch wie wir leben können wir ein Beispiel sein für andere, unsere Worte bringen da gar nichts.
    Wir sind nun mal ein Tier was dazu erzogen wurde sich über alles zu stellen und das ist schwer wieder abzuerziehen. Aber jeder kann bei sich anfangen. Ich möchte zum Beispiel nicht behaupten, dass nur wir in der Lage sind über unser Handeln reflektieren zu können, egal was Wissenschaftler behaupten und raus gefunden haben. Ich persönlich unterstütze nachhaltige Landwirtschaft und den Umgang mit Tieren, wie es Herr Albrecht tut. Was andere davon halten ist mir egal, da ich damit gut leben kann…
    Ich könnte jetzt noch viel mehr schreiben, aber das bringt nicht viel, da dieser Kommentar höchstwahrscheinlich eh von niemanden mehr gelesen werden wird…
    Liebe Grüße

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