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Spanien und Italien wollen Käfigverbot ignorieren

Veröffentlicht am 21. Okt 2009

legehenne-kaefigIm Jahr 2012 soll das EU-weite Verbot herkömmlicher Legebatterien greifen. Die europäische Käfiglobby versucht schon seit einiger Zeit mit haarsträubenden Argumenten, die im Jahr 1999 beschlossene Frist aufheben zu lassen oder weiter nach hinten zu verschieben.

Auf einer Konferenz der Ei-Industrie in Vancouver wurde jetzt betont, dass sich Käfigbarone aus Spanien und Italien nicht an das Verbot halten wollen. In Spanien schieben die Produzenten die Schuld auf die Regierung: Diese hätte versprochen, den Umstieg auf »ausgestaltete« Käfige finanziell zu fördern. Das Geld würde nun aber nicht fließen. Dass einige Supermarktketten bereits angekündigt haben, keine Eier aus illegalen Haltungsformen kaufen zu wollen, scheint die Produzenten nur teilweise zu stören – es gibt ja noch die verarbeitende Industrie.

Die Begründung aus Italien ist so sehr an den Haaren herbeigezogen, dass man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll: Die EU-Regeln aus dem Jahr 1999 seien falsch ins Italienische übersetzt worden. Man brauche zunächst eine neue Übersetzung. Es sei die Frage erlaubt, wer allen Ernstes glauben soll, dass sich die Botschaft des Käfigverbots in den letzten zehn Jahren aufgrund eines Übersetzungsfehlers nicht bis nach Italien herumgesprochen haben soll. Auch wenn die italienischen Käfigbarone wohl mit spezielleren Details argumentieren werden, bleiben die Behauptungen absolut unglaubwürdig, denn der Markt für Hennenhaltungssysteme ist international, und es findet eine rege Kommunikation statt.

Gert Stuke, eine der unter Tierschützern wohl unbeliebtesten deutschen Persönlichkeiten, hat auf der Konferenz wieder ausgiebig Werbung für »Kleingruppen«-Käfige gemacht. Wir fragen uns, wie Herr Stuke damit umgeht, dass die neuen Käfige in ihrem Heimatland offensichtlich ein Flop werden.

Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt wird auf politischer Ebene Druck machen: Das endgültige deutsche Verbot herkömmlicher Käfige ab Januar 2010 muss ausnahmslos umgesetzt werden. Wer das Verbot nicht einhält – es gibt deutliche Anzeichen, dass es diverse Gesetzesbrecher unter den Eierproduzenten geben wird – muss bestraft werden. Auf europäischer Ebene werden wir uns dafür einsetzen, dass am Verbot ab 2012 nicht gerüttelt wird; egal wie lächerlich die Argumente der Käfiglobbyisten noch werden. Unsere Käfigfrei-Kampagne verdeutlicht Politikern, dass die Wirtschaft für einen Wechsel bereit ist, wenn Tierschützer nachhelfen. Wir freuen uns, wenn Sie uns bei dieser Aufgabe mit einer Spende oder einem Beitrag helfen.

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