Schweinemäster reden sich um Kopf und Kragen
Pressemitteilung
Nach der Veröffentlichung der schockierenden Schweinebilder versuchen die Schweinemäster auf der Grünen Woche verzweifelt, ihr Image wieder herzustellen – und verwickeln sich dabei in Widersprüche.
Nachdem die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt Bildmaterial von blutigen Schweinen auf der Grünen Woche präsentiert hat, suchen die Schweinemäster nun nach Ausreden. Dabei verwickeln sie sich zum einen in Widersprüche und geben zum anderen zu, dass sie die Situation der Mastschweine für die Besucher auf der Grünen Woche künstlich geschönt ist:
Während Georg Englisch vom Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion versuchte, die blutigen Ohren und die zerkratzten Rücken damit zu erklären, dass zwei Gruppen zusammengelegt wurden und dadurch Rangkämpfe entstanden sind, behauptet Simon Michel-Berger von der Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft, die Tiere stammen alle aus der selben Herde.
Außerdem geben die Aussteller auf der Grünen Woche zu, dass die gezeigten Verhältnisse nicht der gängigen Schweinemast entsprechen. Auf Nachfrage wurde der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt von den Ausstellern mitgeteilt, dass in der Schweinemast normalerweise rund doppelt so viele Tiere auf dem gleichen Raum gehalten werden. Wolfgang Schindler, Präsident der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt sieht darin ein Täuschungsmanöver: »Wer der Öffentlichkeit die Schweinemast vorstellen will, sollte mit ehrlichen Besatzdichten arbeiten – alles andere ist für mich Verbrauchertäuschung.« Auch die auf dem Erlebnisbauernhof vorhandenen Metallketten und der Holzstamm zur Beschäftigung der Tiere sind in der herkömmlichen Massentierhaltung kein Standard.
Momentan verheilen die Wunden der Tiere langsam, aber es sind noch immer blutige Stellen zu sehen: »Wenn sich die Tiere trotz halber Besatzdichte und trotz unüblichem Beschäftigungsmaterial blutig beißen und in ihrem eigenen Kot stehen, kann sich der Verbraucher vor Augen führen, wie es in der herkömmlichen Massentierhaltung aussieht. Wer heutzutage wirklich noch Fleisch essen will, sollte auf solche Produkte strikt verzichten«, schließt Schindler.
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