Schnabelkürzen in England
Weiblichen Küken werden routinemäßig die Schnäbel gekürzt, denn unter dem Stress der meisten Haltungsbedingungen werden Legehennen aggressiv. Das Kürzen der Schnäbel stellt sicher, dass Verletzungen und Todesfälle zumindest nicht Überhand nehmen, wenn sie schon nicht ganz vermieden werden können. Es werden also die Tiere den ungenügenden Haltungsmethoden angepasst, anstatt die Haltungsbedingungen an den Bedürfnissen der Tiere auszulegen.
In Großbritannien sollte mit dem Schnabelkürzen ab 2011 Schluss sein. Doch nun regt sich Widerstand: Das Farm Animal Welfare Council (FAWC), ein offizielles Beratungsgremium der Regierung, hat die Empfehlung ausgesprochen, das Verbot des Schnabelkürzens auf unbestimmte Zeit zu verschieben.
Das FAWC gibt offen zu, dass sich die Landwirte nicht ausreichend auf das Verbot vorbereitet haben. Im Klartext könnte man sagen, dass die Landwirte skrupellos damit rechnen, das Verbot durch Ignorierung aufheben zu können. Ein solches Verhalten ist in der Geflügelbranche leider keine Seltenheit: Experten beklagen, dass sich die Geflügellobby ihre Gesetze quasi selbst schreibt. In Deutschland gibt es sogar starke Anzeichen, dass einige Betreiber von Legebatterien trotz des Verbots ab dem 01.01.2010 weiter Eier in Legebatterien produzieren werden.
Britische Tierschutzorganisationen kämpfen jetzt dafür, dass das Verbot des Schnabelkürzens aufrecht erhalten bleibt. Das Unterfangen wird aufgrund der Tatsache, dass in England oft niedrigere Standards bei der Eierproduktion als in Deutschland herrschen, nicht leichter. Wir wünschen unseren Kollegen viel Erfolg!






