Schnabelkürzen beenden
In keinem Bereich der deutschen »Nutztierhaltung« konnte in den letzten Jahren so viel Leid von den Tieren abgewandt werden wie in der Haltung von Legehennen, und keine Organisation hat diesen Fortschritt so intensiv mitgestaltet wie die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt: Vor dem Bundesverfassungs-gericht erreichte unser Gründer und Präsident im Jahr 1999 als Anwalt des Landes NRW, dass herkömmliche Legebatterien verboten werden mussten. Seitdem haben wir in enger Zusammenarbeit mit vielen anderen Tierschutzorganisationen diverse Supermarktketten sowie weite Teile der Lebensmittelindustrie überzeugt, auf den Verkauf bzw. auf die Verwendung von Käfigeiern zu verzichten.
Auch wenn die Quasi-Beendigung der Käfighaltung (die neuen »Kleingruppen«-Käfige werden wohl nur ein Nischendasein fristen) ein entscheidender Schritt war, setzen wir uns selbstverständlich weiterhin für die Legehennen ein. Daher geben wir heute den Start unserer Kampagne gegen das Schnabelkürzen bekannt.
Um zu verhindern, dass Hennen sich gegenseitig verletzen oder töten, werden Küken Teile des Schnabels mit einem heißen Draht oder per Laser entfernt. Diese Prozedur ist äußerst schmerzhaft, denn der Schnabel ist ein überaus wichtiges Tastorgan, das mit Nerven durchsetzt ist. Das Tierschutzgesetz verbietet das routinemäßige Amputieren der Schnabelspitze. Trotzdem gehört es noch weitestgehend zum Alltag der Kükenaufzucht in Deutschland.
In Österreich wurde das Schnabelkürzen bereits beendet. Daher führt uns der erste Teil unserer Kampagne zu österreichischen Wissenschaftlern und Landwirten. In der nächsten Woche werden wir diverse Expertengespräche führen und Erfahrungsberichte einholen. Im nächsten Schritt werden wir das konstruktive Gespräch mit deutschen Eierproduzenten und ihren Verbänden suchen. Wie üblich streben wir einvernehmliche Lösungen an. Umso erfreulicher ist es, dass wir schon die ersten Zusagen für eine Zusammenarbeit haben.
Über die Fortschritte der Kampagne werden wir Sie laufend informieren.
Nachtrag: Siehe dazu den Artikel »Kampagne gegen das Schnabelkürzen: 2. Phase« vom 22.05.2010.






